Osborne und Co. setzen auf den Hoffnungslauf

Chungju.. Jason Osborne muss mit dem Leichtgewichts-Doppelvierer über den Umweg Hoffnungslauf ins Finale der Ruder-Weltmeisterschaft fahren. Zwar zeigten Osborne, Moritz Moos, Jonas Schützeberg und Julius Peschel im südkoreanischen Chungju eine starke Vorstellung, doch Italien war an diesem Tag noch ein bisschen besser. Es kam nur der Sieger direkt weiter.

„Dieses Rennen hätten wir natürlich gerne gewonnen“, sagte Trainer Robert Sens, „aber wir sind heute nicht wie gewohnt aus den Blöcken gekommen.“ So sah es auch der Cheftrainer des Deutschen Ruderverbandes (DRV), Marcus Schwarzrock: „Die Italiener sind sehr stark. Wir haben sie einfach zu weit wegfahren lassen, das war der große Fehler. Nach 500 Metern hatten die Deutschen nur eine Hundertstel Sekunde Rückstand, dann zwischen 500 und 1500 Metern passierte es: Die Italiener, gerade im Leichtgewichts-Bereich immer stark und häufig auf den Podestplätzen zu finden, bauten ihren Vorsprung auf fast zwei Sekunden aus. Am Ende fuhren Osborne, Moos, Peschel und Schützeberg mit einem guten Schlussspurt noch einmal auf gut eine halbe Sekunde heran, doch die cleveren Italiener waren in diesem Vorlauf nicht mehr zu überrumpeln und siegten in 5:55,53 Minuten. Deutschland dominierte das Feld dahinter in 5:56,21 Minuten - erst fünf Sekunden später kam Dänemark ins Ziel, die nach 1000 Metern merklich das Tempo drosselten, um Kräfte für den Hoffnungslauf zu sparen.

Italien dürfte nach dieser Vorstellung auch zunächst einmal als Favorit ins Finale gehen - genauso wie die ebenso schon qualifizierten Griechen, die trotz Doppelstart (zwei Athleten starten noch im Doppelzweier) Vorlauf zwei ganz souverän gewannen. Mit einer guten ersten 500 Meter-Zeit deuteten die Griechen an, wie so hinwollen: Richtung Goldmedaille. Für den Hoffnungslauf am Mittwoch bleiben Jason Osborne und Co. aber guter Dinge. „Ich bin froh, dass wir ein gutes Grundtempo haben“, merkte Trainer Robert Sens an. Es sei eben noch kein perfektes Rennen gewesen: „In erster Linie müssen wir an unserer Frequenzgestaltung arbeiten.“

Die erste Gelegenheit dazu bietet sich heute im Training. Schon früh will das Quartett aufs Wasser. Heute wird sich auch entscheiden, auf welche Gegner man im Hoffnungslauf trifft. Sieben Teams - aufgeteilt in zwei Läufe - müssen die Extra-Runde drehen. Vier Mannschaften kommen weiter. Das Finale ist für Freitag angesetzt. Der komplette nicht-olympische Block findet an diesem Tag statt. Die Finals in den Olympischen Bootsklassen sind auf Samstag und Sonntag verteilt worden.

 

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