Osborne schnappt sich Silber

Jason Osborne (l.) gewann Silber hinter Olympia-Teilnehmer Lars Hartig (m.)
Jason Osborne (l.) gewann Silber hinter Olympia-Teilnehmer Lars Hartig (m.)
Foto: Detlev Seyb

Duisburg..  Zur Streckenhälfte lag er ganz hinten. 500 Meter vor dem Ziel war Jason Osborne noch Vorletzter. Dann schaltete der Dorstener regelrecht den Turbo ein und fing sich einen Kontrahenten nach dem anderen – bis zur Silbermedaille bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften in Duisburg.

Kaum zu glauben, was dieser junge Sportler soeben geleistet hat. Als einer der Jüngsten im Feld war es eine klare Kampfansage: Jason Osborne möchte in die U23-Nationalmannschaft. Als derzeit Bester dieses Bereichs – Sieger Lars Hartig war in London bei Olympia dabei und gehört zur A-Nationalmannschaft – sieht es blendend aus.

Robert Sens, sein neuer Trainer in Mainz, war ebenfalls begeistert von Jason Osbornes Auftritt: „Kurz vor der Tribüne habe ich zu ihm herübergebrüllt, es sind nur noch eineinhalb Längen bis Bronze. Einfach top, wie er dann gefahren ist“, meinte Sens. Osborne sicherte erst Bronze ab. Dann schnappte er Konstantin Steinhübel um 14 Hundertstel Sekunden noch die Silbermedaille weg. Unbeeindruckt von dieser Aufholjagd auf der Außenbahn diktierte Olympia-Teilnehmer Lars Hartig das Geschehen an der Spitze des Feldes.

Mit diesem Ergebnis im Rücken, auch deshalb, weil Osbornes Vereinskollege Moritz Moos im Finale stark mitfuhr, plant Sens nun mit seinen beiden Mainzern einen Doppelzweier, der Kurs auf die U23-Weltmeisterschaft in Linz (Österreich) nehmen soll. „Es deutet momentan alles darauf hin, aber wir müssen abwarten, wie der Bundestrainer entscheidet“, so Sens.

Keine Frage, Osbornes Auftritt war das klare Ausrufezeichen aus Dorstener Sicht an diesem Wochenende. Aber der heimische Rudersport hat im U23-Bereich noch mehr zu bieten und nach den Meisterschaften in Duisburg kann man davon ausgehen, dass neben Osborne mit Charlotte Reinhardt und Timo Piontek zwei weitere Athleten Top-Chancen auf die Teilnahme in Linz haben. Hinzu kommt Lukas Müller. Der Junioren-Weltmeister von 2011 hatte allerdings in Duisburg das Problem, das er bis wenige Stunden vor dem Vorlauf noch in der Abitur-Klausur saß. Da war der Kopf noch nicht frei. Aber es folgt ja noch ein Test in Ratzeburg, der mehr ins Gewicht fällt als nun die Rennen in Duisburg. Charlotte Reinhardt bestätigte mit Zweier-Partnerin Alexander Höffgen einmal mehr die bisherigen guten Ergebnisse aus 2013, rutschte dann sogar wegen einer Abmeldung noch ins A-Finale nach. Dort wurde das Duo Sechste gegen ausnahmslos ältere Konkurrenz. Im U23-Bereich soll nun ein Achter gebildet werden, in dem Reinhardt/Höffgen nach den guten Resultaten fest eingeplant sind.

Gut Lachen hatte auch Timo Piontek, der im B-Finale des Männer-Einers Zweiter wurde (8. im Gesamt-Ranking). Damit ist er nach Ole Daberkow und Kai Fuhrmann der zweitbeste U23-Skuller und hat damit sehr gute Möglichkeiten. Als Belohnung erhielt Piontek jetzt eine Einladung von Bundestrainer Marcus Schwarzrock für ein Trainings-Wochenende mit der A-Nationalmannschaft.

Für Benedikt Müller stand die Kaderüberprüfung der Junioren, die parallel zu den Deutschen Senioren-Meisterschaften im Kleinboot ausgetragen wurden, unter keinem guten Stern. Partner Marcel Bouchard (Oberhausen) hat kurzfristig mit dem Rudersport aufgehört, jetzt musste Müller umdisponieren. Mit Jakob Gebel (Krefeld) fuhr er auf Platz fünf im C-Finale und hat nun Zeit bis Anfang Juni, um sich für den Test in Hamburg einzufahren.

 

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