MSV Dorsten: Wie eine große Familie

Nur einige der knapp 40 Kicker vom MSV Dorsten, die sich zum Kicken und Feiern der dritten Halbzeit treffen.
Nur einige der knapp 40 Kicker vom MSV Dorsten, die sich zum Kicken und Feiern der dritten Halbzeit treffen.
Foto: JoG

Holsterhausen.  Es gibt neben dem offiziellen Vereinsfußball, der an Wettkampfspielen teilnimmt, auch noch Gegenentwürfe, die mehr als eine Thekenmannschaft sind. Der MSV Dorsten ist so ein Verein, der Abseits vom DFB und irgendwelchen Funktionärszwängen das betreibt, was ihm Spaß macht: etwas Fitness, ein gepflegtes Fußballspiel und mit guten Freunden eine dritte Halbzeit feiern.

Seit 36 Jahren am Ball

Dass so ein Konzept auch langfristig erfolgreich sein kann, haben die Marienkinder bewiesen: sie sind seit 36 Jahren am Ball. An einem nebeligen Novembertag des Jahres 1977 taten sich mangels anderer Freizeitangebote 14 Jugendliche aus St. Marien zusammen und gründeten in der Gemeinde eine Interessengemeinschaft für den Fußball. Eine Nummer, die zunächst etwas belächelt wurde. „Wir trafen uns am Sonntag zum Spiel auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz mit schwarzer Turnhose und weißem Unterhemd, weil wir keine Montur hatten“, sagt Hubertus Potthast, der seit jener Zeit für den MSV aktiv ist.

Aber Trainingsfleiß in der Halle und auf dem Platz zeigten im Laufe der Jahre ihre Wirkung und führten unter anderem dazu, dass die belächelte Truppe aus der kleinen Gemeinde zum mehrfachen Gewinn der Stadtmeisterschaften der Dorstener Jugendheimmannschaften aufstieg.

In der Gemeinde war man natürlich von dem sportlichen Nachwuchs angetan und der MSV erhielt tatkräftige Unterstützung aus den Reihen der Pfarrgemeinde. „Aufgrund der Beiträge vieler fördernder Mitglieder wie den Vätern der Spieler, dem Pastor und vielen anderen Gemeindemitgliedern konnten wir uns mit neuerworbenen Trikots auch äußerlich ordentlich präsentieren“, erinnern sich die Veteranen. Die dritte Halbzeit, also das Bierchen danach, wurde damals noch in der Traditionsgasstätte Wolf getrunken.

Dort war auch die „Hall of Fame“: Pokale, Wimpel und Urkunden zeugten von jeder Menge Spaß und sportlichem Ernst. Zur Mitte der 1980er Jahre entwickelte sich aus der Interessengemeinschaft der in das Vereinsregister eingetragene Verein MSV Dorsten 1977 e. V. Auch ohne Teilnahme an regelmäßigen Ligaspielen betreiben die derzeit rund 40 aktiven Mitglieder zahlreiche Freundschaftsspiele und nehmen an etlichen Turnieren in Nordrhein-Westfalen teil.

Viel los auch neben dem Platz

Das sonstige Vereinsleben kommt natürlich ebenfalls nicht zu kurz. Ob es zünftige Zeltlager und Fahrradtouren sind: mit der gesamten Familie etwas zu unternehmen ist mittlerweile Tradition geworden. Einmal jährlich wird ein Bundesligaspiel besucht. Diese Fahrten führten den MSV nach Mönchengladbach, Düsseldorf, Bochum, Schalke und Dortmund. Ein ganz besonderes Highlight im Kalender des MSV ist das interne Vereinsturnier. Dabei wird auch schon mal gerne Tipp-Kick gespielt, weil sich so das Verletzungsrisiko senkt. „Man wird nicht jünger“, scherzt Volker Heinrichs. Der MSV ist ein langjähriger und lebendiger Bestandteil des Gemeindelebens von St. Marien und wird es sicher auch bleiben, denn die wichtigste Komponente hat der Verein nicht in der Satzung stehen, sondern lebt sie aus und das ist der Spaß am Spiel und der Geselligkeit.