Lukas Müller fährt zur WM

Hamburg.. Lukas Müller hat eine nahezu perfekte Saison hingelegt. Kaum zu glauben, dass er sich schon drei Wochen vor dem nationalen Saisonhöhepunkt, den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Brandenburg, seinen Traum erfüllt hat. Der 17-jährige Dorstener darf zur U19-Weltmeisterschaft ins englische Eton fahren. Samstag in Hamburg hat er im Zweier mit Maximilian Johanning noch einmal alle Register gezogen und für Klarheit gesorgt.

„Das ist doch nur noch Wahnsinn, oder nicht?“ RVD-Trainer Uli Wyrwoll und Lukas Müller waren außer sich vor Freude, hatte der Zweier doch im April in Köln noch auf Platz fünf gelegen. Nur die drei Besten der nationalen Rangliste durften sich vorzeitig das WM-Ticket abholen. Alle anderen müssen noch drei Wochen zittern.

Kampfeslustig, mental jederzeit auf der Höhe und mit einem super Willen im Endspurt knackten Müller/Johanning nach Siegen im Vor- und Zwischenlauf nun in Hamburg den so begehrten dritten Platz. Ihre Vierer-Partner Malte Jakschik/Johannes Weißenfeld wurden Zweite.

Die Quali in der Tasche heißt aber längst nicht, dass sich Lukas Müller und sein Zweier-Partner jetzt zurücklehnen können. „Wir sind natürlich rundum happy, aber jetzt wollen wir uns auch im Vierer für die WM qualifizieren“, so Wyrwoll. Das ist Müllers Lieblingsboot, weil es mit Jakschik/Weißenfeld schon so gut lief in dieser Saison. Die vielen Trainingskilometer am Stützpunkt in Dortmund zahlen sich aus.

Das Dorstener Comeback auf internationaler Bühne schaute sich in Hamburg ein früherer Weltmeister an: Dirk Balster, den es beruflich an die Alster gezogen hat und früher mit Wolfgang Klapheck und Thorsten Streppelhoff für goldene Zeiten in der Lippestadt sorgte, war mächtig stolz auf den Auftritt von Lukas Müller. Fast ein viertel Jahrhundert hat es gedauert, bis der RV Dorsten wieder einen Teilnehmer zur U19-Weltmeisterschaft schicken darf. Thorsten Streppelhoff, später im Achter mit zwei olympischen Medaillen dekoriert, war 1986 und 1987 bei der Jugend-WM – als letzter Aktiver aus dem Club, bei dem sich seit einiger Zeit wieder im Nachwuchsbereich eine Menge tut.

Uli Wyrwoll hat jedenfalls ein gutes Gefühl, dass es mit dem Wunschboot klappen könnte. Denn während in Hamburg im Achter schon ein wenig die Luft raus war und keine Medaille mehr heraussprang, überzeugte der Vierer mit Lukas Müller am Schlag auf der ganzen Linie. Die Crew trainiert im Leistungszentrum Dortmund, und das hat das Quartett deutlich nach vorn gebracht. Selbst gesundheitliche Rückschläge vor zwei Wochen, die zur Absage der Rennen in Köln führten, brachte das Revier-Boot nicht aus der Bahn.

Drei Wochen lang werden sich die vier jungen Recken nun intensiv auf ihren Vierer vorbereiten, um eine goldene Kür hinzulegen. Danach geht es ins Trainingslager, die Junioren-Weltmeisterschaft findet Anfang August im englischen Eton statt. Der besondere Reiz in diesem Jahr liegt darin, dass die Nachwuchs-WM zugleich als Testregatta für die Olympischen Spiele 2012 in London dient. Von daher weht auch Lukas Müller in jungen Jahren ein Hauch von Olympia um die Nase. Wie gut sich das anfühlt? Dirk Balster, Thorsten Streppelhoff und Wolfgang Klapheck können ihm da viele schöne Geschichten erzählen.

 
 

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