Lautlose Akrobatik

Dorsten..  Natürlich sind die donnernden Sternmotoren der Motorflieger die Zugpferde der Dorstener Flugtage, die am kommenden Samstag und Sonntag die Zuschauer zum Flugplatz locken werden. „Wir freuen uns allerdings riesig auf den Segelkunstflug, den wir mit unserer vereinseigenen ASK 21 bieten können. Aus Borkenberge leihen wir uns Rauchraketen und dann werden wir einen anspruchsvollen Tanz am Himmel erleben“, sagt Johannes Lüning vom LSV Dorsten.

Die volle Dynamik des Segelfliegens lautlos und ästhetisch, scheinbar schwerelos und majestätisch Figuren an den Himmel zu malen macht den Segelkunstflug aus. Loopings, Turns, Rollen, Rückenflüge und andere eindrucksvolle Figuren, bei denen auf Pilot und Maschine Kräfte bis zum über sechsfachen der Erdbeschleunigung einwirken, machen diese Spielart des Fliegens so attraktiv. „Segelkunstflug ist Perspektivenwechsel pur und man muss seine Maschine perfekt beherrschen“, sagt Wolfgang Hammer, der seit 1977 die Berechtigung zum Kunstflug besitzt und regelmäßig am Himmel über Dorsten turnt, wenn es die Bedingungen zulassen. Denn Kunstflug darf nur dann durchgeführt werden, wenn über 400 Meter Mindesthöhe verfügt werden kann. Über bebautem Gebiet ist der Kunstflug völlig untersagt.

„Beim Segelkunstflug geht es nicht darum, Zuschauer mit irgendwelchen spektakulären, gefährlichen oder gar halsbrecherischen Manövern zum Luft anhalten zu bringen“, sagt der Fluglehrer Johannes Lüning. Segelkunstflug hat in Dorsten eine lange Tradition. Bereits 1955 drehte der legendäre Dorstener Flugpionier Otto Thybussek seine Loopings über einem Acker, wo heute das Postverteilungszentrum an der Marler Straße steht. Dort hatten die Dorstener vor fast 60 Jahren einen Acker hergerichtet und den ersten Flugtag der Region veranstaltet. Am Wochenende wird die Tradition weiter hochgehalten.

 
 

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