Jason Osborne ist auf WM-Kurs

Leipzig..  Zwei Wochen vor den Deutschen Kleinbootmeisterschaften in Duisburg haben die Dorstener Ruderer allesamt Ausrufezeichen setzen können. Auf der Langstrecken-Kader-Überprüfung in Leipzig hab es etliche Bestwerte und Top-Platzierungen.

Allen voran Jason Osborne, der sich mittlerweile der Trainingsgruppe in Mainz angeschlossen hat. Wie schon im Dezember in Dortmund katapultierte sich der Aufsteiger in den U23-Bereich in seiner Altersklasse auf den ersten Platz und fuhr in Leipzig noch überzeugender, zumal er sich bis auf sieben Sekunden an Olympia-Teilnehmer Lars Hartig heranschob und etliche international erfahrene Athleten hinter sich ließ.

Bereits am Vortag hatte Osborne auf dem Ergometer in 6:13,1 Minuten einen neuen Bestwert erreicht, mit dem er sich ebenfalls an die Spitze der U23-Leichtgewichts-Skuller setzte. „Jason hat diese Euphorie in den nächsten Tag getragen“, sagte sein Trainer Robert Sens: „Aber ich muss deutlich auf die Euphoriebremse treten: „Das war absolute Klasse hier, aber so etwas kann man in dem jungen Alter nur selten sofort wiederholen“, meinte Sens im Hinblick auf die Deutschen Kleinbootmeisterschaften. Dennoch dürfte Osborne schon jetzt einen weiteren großen Schritt Richtung U23-Weltmeisterschaft gemacht haben. Sein Ziel ist es, sich für den Doppelzweier mit dem Mainzer Moritz Moos zu qualifizieren.

Reinhardt bleibt unter 6:50 Minuten

Rundum zufrieden war auch Charlotte Reinhardt. Erstmals überhaupt knackte die Ergometer-Europameisterin die Marke von 6:50 Minuten über die simulierten 2000 Meter. Sie fuhr in Leipzig auf dem Ergometer starke 6:48,7 Minuten, war damit schnellste U23-Athletin und hatte in der offenen Klasse nur gegen Olympia-Teilnehmerin Ulrike Sennewald das Nachsehen. Auch im Zweier mit Partnerin Alexandra Höffgen (ebenfalls durch eine neue persönliche Bestmarke angespornt) lief es über 6000 Meter gut. „Wir haben den Abstand nach vorne mehr als halbiert. Ich hätte nicht gedacht, dass wir uns so steigern können“, meinte Reinhardt. Nur noch 15 Sekunden lagen Reinhardt/Höffgen hinter dem U23-Sieger Davids/Davids aus Krefeld – vor gut vier Monaten waren es noch 35 Sekunden zu den damals siegreichen te Neues/Staelberg, die sich jetzt im U23-Ranking auf Platz zwei wiederfanden. Reinhardt/Höffgen wurden Vierter U23-Zweier, hätten aber noch besser fahren können, wenn sie nicht auf dem engen Kanal ein Boot hätten überholen müssen.

Gute Aussichten auch für Timo Piontek, der im Einer auf Platz neun fuhr und damit drittschnellster U23-Ruderer war. Eine deutliche Steigerung gegenüber der Langstrecke in Dezember, als Piontek der Trainingsrückstand anzumerken war. Seitdem hat er mächtig aufholen können und auf den Test in Leipzig hatte sich Piontek speziell im Trainingslager in Breisach vorbereitet, was sich allerdings nachteilig auf die Ergometer-Überprüfung auswirkte: „Wir sind am Donnerstag noch Belastung gefahren. Ich bin aber froh, dass es auf dem Wasser so gut gelaufen ist.“ Diesen Schwung möchte Piontek mit nach Duisburg nehmen, um sich noch einmal ein, zwei Plätze zu verbessern. Ziel ist die U23-WM-Quali im Doppelzweier. Piontek: „Das wird noch schwer genug.“

Müller lässt den Knoten platzen

Lukas Müller hätte sich mit seinem Zweier-Partner Karl Tully sicher gerne noch einige Plätze weiter vorne einsortiert, aber „so aber war es ein Rennen im Rahmen der Möglichkeiten“, meinte Dortmunds U23-Stützpunkttrainer Peter Thiede. „Denen liegt ja die Langstrecke nicht so. Über 2000 Meter sehe ich den Zweier weiter vorne.“

Dafür ließ aber Lukas Müller auf dem Ergometer endlich den Knoten platzen. Müller steigerte seinen Bestwert um über zehn Sekunden und das sollte ihm Auftrieb für die wichtigen 2000-Meter-Rennen in Duisburg geben. Thiede ist zuversichtlich: „Seine Ausdauerwerte sind auch deutlich besser geworden.“

 

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