Jason Osborne: Der Anfang ist gemacht

Auf dem Weg nach ganz oben: Jason Osborne setzt sich Olympia 2016 in Rio als Ziel.
Auf dem Weg nach ganz oben: Jason Osborne setzt sich Olympia 2016 in Rio als Ziel.
Foto: Seyb

Dorsten.. War das ein Jahr für Leichtgewicht Jason Osborne! Deutscher Vize-Meister im Einer. Deutscher U23-Jahrgangsmeister im Doppelzweier. U23-Weltmeister im Doppelzweier mit Moritz Moos aus Mainz. Silber bei der A-WM im Doppelvierer. Alles errudert in der Leichtgewichts-Klasse. Jetzt ruht sich der Dorstener einige Tage mit seiner Familie im Urlaub aus. Er hat es sich verdient.

In der Woche nach der Weltmeisterschaft im südkoreanischen Chungu, wo der 19-Jährige die Silbermedaille im leichten Doppelvierer hinter Griechenland gewann, war natürlich reichlich Hände schütteln angesagt nach einer Saison, die im Vorfeld kaum einer für möglich gehalten hatte. Aicke Böhm, der Jason Osborne in den vergangenen Jahren bis zum letzten Sommer beim RC Marl trainiert hatte, war natürlich mächtig stolz. „Das ist schon cool für mich. Da kennst du jemanden von klein auf und auf einmal siehst du ihn auf Eurosport im Fernsehen“, sagt Aicke Böhm, der unter Woche auch beim Empfang in Mainz dabei war - dem neuen Verein von Jason Osborne.

Beste Bedingungen in Mainz

Die Trainingsarbeit liege zwar voll in den Händen von Robert Sens, dem Landestrainer von Rheinland-Pfalz, aber Böhm steht nach wie vor in ganz engem Kontakt zu Jason Osborne. Auch während der WM in Chungju. „Heutzutage ist das ja einfach über SMS und Facebook“, so der Trainer aus Marl, der sich nach dieser Saison bestätigt fühlt in dem Schritt, den er mit dem Athleten und Vater Marc so lange und intensiv besprochen hatte: den Wechsel zum Mainzer Ruderverein. „Natürlich kommt immer mal die Frage auf, warum bleibt er nicht in der Heimat, warum startet er nicht weiterhin für seinen Club“, so Böhm: „Ich kann heute nur sagen: Mainz ist super professionell aufgestellt, hat mit Robert einen Top-Trainer. Ich hätte so etwas nicht mal nebenbei leisten können. Diese weiterführende Lösung nach der Junioren-Zeit ist ja jetzt Gold wert. Es war die Perspektive, die wir gesucht haben“ so Böhm: „Moritz ist der ideale Partner. Der einzige Haken sind die 250 Kilometer.“

Für Böhm stand auch nie zur Diskussion, dass Osborne weiterhin für den RC Marl starten würde. Damals, beim Wechsel vom Ruderverein Dorsten zum RC Marl, sei die Sache doch auch klar gewesen. Der Verein, der die Arbeit macht, der solle dann auch in der Starterliste auftauchen. Hinzu komme jetzt noch, dass der RC Marl so eine umfangreiche internationale Saison mit zwei Starts in nichtolympischen und damit nicht geförderten Bootsklassen (leichter Doppelvierer beim Weltcup in Luzern und bei der WM) sich hätte finanziell nicht leisten können. Böhm: „Wir hätten ihm hier so etwas nicht bieten können und deshalb wäre es nicht fair gewesen.“ Robert Sens, der mit seinem Duo nun die nächsten Schritte in Angriff nehmen möchte, spielt den Ball zurück: „Man kann gar nicht oft genug erwähnen, welch’ gute Arbeit in Dorsten und Marl gemacht wird. Aus Dorsten kommen ja noch weitere gute aktuelle Kader-Athleten.“ Ohne diese Ausbildung wären solche Erfolge bei der späteren Zusammenführung erst gar nicht möglich.

Olympia 2016 in Rio ist das Ziel

Alle haben sie mitgefiebert in der WM-Woche. In der Familie. In der Verwandtschaft. In der Nachbarschaft. Unter den Ruderern in der Heimat. Und auch Aicke Böhm war gedanklich so dabei, als ob er nie von der Trainingsarbeit losgelassen hätten. Wegen des Zeitunterschieds habe er lediglich auf den Vorlauf „live“ verzichtet, „da habe ich mich auf Marc verlassen.“ Freitags beim Finale, um 9.18 Uhr, zur besten Frühstückpausenzeit im Büro, da schaltete er natürlich sein I-Pad „heiß“. Er habe sich eingeschlossen und das Rennen genossen. Griechenland sei einfach zu erfahren und dadurch eine Nummer zu groß gewesen. Noch. Denn Moos/Osborne wollen angreifen. Jedes Jahr ein bisschen mehr. Olympia 2016 in Rio de Janeiro sei das erklärte Ziel. Ein weiter und harter Weg. Der Anfang hätte kaum besser gelingen können.

 

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