Im höchsten Tempo

Recklinghausen.. Bereits am Sonntagabend war nicht mehr viel davon zu sehen, dass der Wallring in Recklinghausen am Nachmittag und am frühen Abend noch den Inline-Skatern und Radfahrern gehört hatte. Sofort nach dem Elite-Rennen begannen die Aufräumarbeiten. Auch Michael Zurhausen packte ein. Mit dem Mitorganisator und Moderator des Eliterennens sprach WAZ-Redakteur Markus Rensinghoff über die dritte Auflage, die Gefahren des Radfahrens und die nächste Auflage im nächsten Jahr.

Zunächst das Wichtigste. Wie geht es den beiden Fahrern, die am Sonntag beim Eliterennen kurz vor dem Ziel gestürzt sind?

Gut so weit. Beide sind glimpflich davon gekommen. Das war kein Drama. Tim Schlichenmaier hat eine Gehirnerschütterung, der Holländer Jan van Weert konnte sogar schnell wieder entlassen werden.

Eine Schrecksekunde aber ist das dennoch, oder?

Natürlich. Aber das gehört auch für die Fahrer dazu. Die fahren zu dem Zeitpunkt mit Tempo siebzig die Strecke entlang, wenn sie da irgendwo hängen bleiben, passiert gleich richtig was. Das Feld war konstant mit Tempo fünfzig unterwegs. Passieren kann da immer etwas.

Wie fällt ansonsten ihre Bilanz aus?

Sehr gut. Ich habe mich während der Veranstaltung mal umgehört und habe viele positive Rückmeldungen bekommen. Die Mischung stimmte. Mir hat vor allem die Ärzte-Meisterschaft mit Nationalhymne gefallen. Das war etwas Besonderes.

Besonders ist auch die Belastung für die Fahrer. Freitags sind sie in Stadtlohn gefahren, am Samstag in Gelsenkirchen, am Sonntag dann in Recklinghausen. Das ist heftig.

Das stimmt. Bei Sven Krauß war das noch heftiger. In dieser Woche finden die Deutschen Bahnradmeisterschaften statt. Die Gruppe um Krauß hat am Freitag in Köln auf der Bahn trainiert, ist dann in Stadtlohn gefahren. Am Samstag dann erst wieder Bahn in Köln, dann Gelsenkirchen. Am Sonntag dann wieder Bahn in Köln, dann Recklinghausen. Die Jungs haben schon ein riesiges Programm. Das ist kein Vergleich zu den Fußballern. Die jammern ja schon, wenn die einmal in der Woche trainieren müssen.

Wie sieht es mit einem Termin für 2012 aus?

Im August müssen wir die Rennen für das nächste Jahr anmelden. Das Wallringfest während der Fußball-Europameisterschaft stattfinden zu lassen, funktioniert nicht. Da müssen wir ausweichen. Entweder auf Anfang Juli, oder wir gehen in den August oder September. Ich denke, wir bekommen das hin.

Der ehemalige Radprofi Bernd Gröne hat angemerkt, dass man die Strecke vielleicht etwas anspruchsvoller gestalten könnte. Muss man das?

Nein. Die Rennstrecke in Recklinghausen ist gut. Einer der Aktiven hat nicht umsonst vorher gesagt, dass man hier die Bremsen abschrauben könnte. Die Rennfahrer müssen bei anderen Veranstaltungen schon immer heftige Spitzkehren oder Kurven fahren. Der Rundkurs in Recklinghausen ist für sie eine willkommene Abwechslung. Außerdem könnte man solche Kurven nicht einbauen, weil die Hobbyfahrer damit große Schwierigkeiten bekommen würden. Die Profis sind das gewohnt, die Hobby-Fahrer nicht.

 

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