Herzhafter Zitronen-Biss

Leistung, so der Leitfaden neoliberaler Politik, muss sich lohnen. Nun ist die Vermengung von Sport und Politik stets eine heikle Angelegenheit. Übertrieben formuliert: Die Bundesliga-Frauen des Rollhockeyclubs (RHC) hätten nach dem vergangenen Spieltag in der Leonardhalle umgehend zu FDP-Wählern umschulen müssen.

Recklinghausen.. Hoch war der betriebene Aufwand, den die Schützlinge von Kim Paape und Corinna Korte gegen die ERG Iserlohn und den RSC Darmstadt betrieben. Der Ertrag war eine gähnend leere Lohntüte: 3:6 (1:3) gegen Iserlohn und 2:3 (2:0) gegen Darmstadt.

Dabei muss letztere Niederlage trotz Pausenführung wie ein herzhafter Biss in die Zitrone geschmeckt haben. Der RHC erledigte sorgfältig seine Defensivaufgaben und erspielte sich mehrfach Großchancen. Zwei davon nutzten Vanessa Ehlert (12.) und Leonie Mackowiak (17.) zur hochgradig verdienten 2:0-Pausenführung.
Der RHC habe "wirklich gut gekämpft", meint Korte.

Auch im zweiten Durchgang bot der RHC trotz der prekären Tabellensituation stark vorgetragenes Rollhockey: Der Pfosten verhinderte zwei weitere Treffer. Der Darmstädter Doppelschlag von Simone Firll (26.) und Sarah Kolbe (27.) mit anschließendem Siegtreffer durch Carolin Reinert (31.) kam dann aus Süder-Sicht einer üppigen Steuererhöhung samt saftiger Strafzahlung gleich.

"Schade." Corinna Korte konnte und wollte ihren Spielerinnen nichts vorwerfen. "Wir haben insgesamt zwei tolle Spiele abgeliefert", fand die Torwart-Trainerin des RHC, der zuvor gegen Meister und Spitzenreiter Iserlohn laut Korte "sehr, sehr gut mitgehalten" habe. Dem frühen Rückstand durch Maren Wichardt (3.) ließ Leonie Mackowiak (15.) das überraschende, aber nicht unverdiente 1:1 folgen. Denn der RHC erspielte sich gegen die beste Abwehr der Liga reihenweise gute Chancen, nutzte diese aber nicht.

Umso ärgerlicher, dass Iserlohn mit der Pausensirene per Doppelschlag von Britta Schult (17./19.) auf 3:1 erhöhte. "Das tat schon weh", gestand Korte. Als die ERG durch Katharina Neubert zum 4:1 traf (21.), war eine Vorentscheidung gefallen. Dennoch - und das war das auserkorene Ziel - unter die Räder geriet der RHC nicht: Janine Düker zum 2:4 (22.) und abermals Mackowiak zum 3:6-Endstand (39.) gestalteten das Resultat im erträglichen Rahmen. Für Iserlohn trafen Katharina Neubert (26.) und Franziska Neubert (36.).

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