Flugtag Dorsten: Kunstflug ist Familiensache

Dorsten..  Das Flugzeug, eine Siai Marchetti SF-260 erinnert stark an ihre ursprüngliche Bestimmung als militärischer Trainer zu tun. Sie wurde für Piloten in der Ausbildung konstruiert, die anschließend auf einen Kampfjet umstiegen. Sie ist der Traum jedes Piloten und Ralf Niebergall hat sich diesen Traum erfüllt. Damals hat sein Vater den Boliden gekauft und Sohn Ralf hat Kunstflug damit gemacht. In Dorsten wird er dem Publikum zeugen, wie sich die Familie Niebergall weiter entwickelt hat. Fliegerisch, versteht sich.

Militärisch oder gar kriegerisch geht es auf den Flugtagen, auf denen Ralf Niebergall aus Neuwied seine Marchetti präsentiert, natürlich nicht zu. Hier zählt einzig und allein der Spaß für Pilot und Zuschauer. Seit 1980 ist das Flugzeug im Besitz der Familie und mit dem Baujahr 1967 ist es mittlerweile ein echter Oldtimer. „Wir sind froh, dass Niebergall endlich mal wieder zu uns kommen kann“, freut sich Herbert Vogel, Interims-Chef der Dorstener Flieger. Geradeausfliegen ist langweilig - jedenfalls für Niebergall. Fragt man Ralf Niebergall, was das Faszinierende am Kunstflug ist, gerät er ins Schwärmen. Denn sobald das Herz der Marchetti zu schlagen anfängt und ihn in die Lüfte trägt, spürt er jedes mal aufs Neue die Herausforderung, das Flugzeug im Grenzbereich zu beherrschen und zu steuern. Niebergall ist auch Darsteller. Ob in Fernsehshows, spektakulären Luftrennen gegen Formel-1-Fahrzeuge auf dem Nürburgring, oder als Himmelsschreiber mit künstlichem Rauch: Niebergall und sein Flieger, der einst in den Iran geliefert werden sollte, sind ein Hingucker. Allerdings gibt es nichts, was man nicht noch einmal toppen könnte. Wie bereits erwähnt: Fliegen ist bei den Niebergalls in der dritten Generation ein Thema und der jüngste Nachkomme Nico Niebergall ist natürlich auch der Fliegerei verfallen. Er ist Modellflieger und hat die Marchetti SF-260 seines Vaters bis in das kleinste Detail nachgebaut. „Wir mussten wirklich mehrfach hinschauen, bis wir gemerkt haben, dass die Formation, in der Niebergall flog, aus einem Modell und einem Original bestand“, sagt Herbert Vogel.

Wenn es das Wetter zulässt, dann werden Vater und Sohn in Dorsten Kunstfliegen: der Papa im großen Flugzeug und Nico mit dem Sender vom Boden aus. „So ein Auftritt ist wirklich eine Rarität und nicht ganz preiswert. Wir sind froh, dass uns Sponsoren geholfen haben, dieses Highlight zu realisieren“, erklärt Herbert Vogel.

 
 

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