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FC Marl: Die Suche nach einem Lied

17.06.2012 | 19:23 Uhr
FC Marl: Die Suche nach einem Lied
Foto: Franz Meinert WAZ FotoPool 17.6.2012

Dorsten. „Ja, was singen wir denn?“ Diese Frage stellte Uli Turowski , Trainer des FC Marl, seiner Mannschaft, als sich alle mitten auf dem Spielfeld versammelt hatten um zu feiern. Wenige Sekunden zuvor erreichte Turowski die Nachricht aus Rentfort, wo BW Westfalia Langenbochum kurz vor Schluss den Treffer zum 3:1 erzielte. Das bedeutete nach dem eigenen 4:1-Erfolg über BVH Dorsten den wichtigen Relegationsplatz elf. Erst feierte jeder für sich, dann sollte es aber im Kollektiv weiter gehen. Nur der richtige Schlachtruf bereitete etwas Probleme. Eine kurze Stille folgte auf die Turowski-Frage, bis sich ein Spieler ein Herz fasste und ein „Schallala“ anstimmte. Danach gab es kaum noch ein Halten.

Bis zur Halbzeit sah es aber für die Marler alles andere als gut aus. Mit 0:1 ging es in die Kabine, nur das Ergebnis aus Rentfort sorgte für ein wenig Hoffnung. Kurz vor der Pause schossen da nämlich die Langenbochumer das 1:0-Führungstor. Im zweiten Durchgang drehten die Marler aber auf und kämpften für den Klassenerhalt. Belohnt wurden sie mit einem Doppelschlag. Zuerst Kevin Paust, wenige Minuten danach Benny Spitzer drehten die Partie.

Spitzer kam schon im ersten Durchgang zu guten Möglichkeiten, hatte aber immer etwas Pech im Abschluss. Danach war der Bann gebrochen, so dass der eingewechselte Gökhan Develi auf 3:1 erhöhen konnte, bis Kevin Paust mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt zum 4:1 setzte.

„Es ist einfach sensationell. Ich durfte schon viele Meisterschaften feiern, aber diese Rückrunde von uns übertrifft alles“, sagte Uli Turowski, der nach dem Spiel aber auch erst einmal richtig Durchatmen musste. Nach einer schwachen Hinrunde rechneten viele mit den Marler als sicherem Absteiger, in der Rückrunde drehten sie aber noch mal auf und kämpften bis zum letzten Spieltag um den elften Tabellenplatz. „Wir haben aber besonders in der ersten Halbzeit Nerven gezeigt und nicht gut gespielt“, bilanzierte Turowski. Wie bereits in der Vorwoche hätte diese Schwächephase fast den Sieg gekostet, aber wie bereits auch gegen Stuckenbusch fingen sich die Marl er in der Mitte der zweiten Hälfte und konnte das Spiel für sich entscheiden. „Morgen kriegen wir dann das Freilos.“ Da ist sich Uli Turowski sicher. „Ich glaube nicht daran, dass wir noch mal in der Saison spielen müssen.“ Auf eins der neun Freilose aus den 15 Ligen hat es Turowski abgesehen, damit der Klassenerhalt sicher ist und die Klassenerhalts-Party weiter gehen kann. Für den Moment waren die Spieler schon mit dem Erreichen der Relegation überglücklich – und ein Lied mit Text gar nicht nötig.

BVH: Czok - Elvermann, El Batal (82. Spranger), Mahlitz, Mueller, Bernt (82. Heinrich), Kara, Welter, Saado (46. Reka), Bischof, Tatuhey.

FC: Ellenberg - Fauszt, Mulai (70. Pawloswki), Makowski, Spitzer (84. Hollingsworth), Lingner, Ceylan (46. Develi), Paust, Kubitza, Meuter, Walter.

Tore: 1:0 Gabriel Bernt (24.), 1:1 Kevin Paust (51.), 1:2 Benny Spitzer (59.), 1:3 Gökhan Develi (70.), 1:4 Kevin Paust (75.)

Fabian Hollenhorst


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