Europameisterin hat noch viel vor

Charlotte Reinhardt (Mitte) gewann in Essen ihre ersten internationalen Titel.
Charlotte Reinhardt (Mitte) gewann in Essen ihre ersten internationalen Titel.
Foto: Detlev Seyb

Essen..  Das war ein ganz starker Einstieg ins neue Ruderjahr, vor allem für die junge Dorstenerin Charlotte Reinhardt. Direkt nach ihrem Doppelsieg (U23 und offene Klasse) bei den Ergometer-Europameisterschaften in neuer persönlicher Bestzeit gratulierte auch Marcus Schwarzrock, der neue Cheftrainer des Deutschen Ruderverbandes.

Schwarzrock hatte das Finale auf dem Podium mitverfolgt und den Athletinnen über die Schulter geschaut. Charlotte Reinhardt dürfte – was den U23-Bereich angeht – in seinem Block dick angestrichen sein. Sie hatte in Essen eine starke Leistung hingelegt und die bislang führende in der Deutschen Rangliste, Judith Sievers aus Kappeln, hinter sich gelassen.

Für Reinhardt war es gar ein Vierfacherfolg: Mit der neuen persönlichen Bestzeit von 6:50,1 Minuten über die simulierten 2000 Meter auf dem Trockenruder-Gerät gewann sie den NWRV-Indoor-Cup, übernahm am letzten Renntag die Führung in der Deutschen Rangliste, ist damit Deutsche Ergometer-Meisterin, und siegte bei der erstmals offiziell ausgetragenen EM in der U23- und offenen Klasse. „Ich habe mich von Anfang an gut gefühlt“, resümierte die U23-WM-Teilnehmerin von 2012, die damit ihre ersten internationalen Titel gewann.

Der Erfolg von Kettwig dürfte ihr Auftrieb für die laufende Saison geben, denn sie möchte erneut zur U23-WM. Dass ihre Zweier-Partnerin Alexandra Höffgen aus Neuss EM-Dritte wurde, passt da perfekt ins Bild der bislang gut verlaufenden Vorbereitung: „Für beide ist das eine sehr gute Bestätigung der Trainingsleistungen“, so Dorstens Trainer Sebastian Schmelzer.

Mark Osborne, Dorstens Ergo-Trainer, geriet ebenfalls ins Schwärmen. Stark gefahren, physisch wie taktisch. Und das war nicht selbstverständlich: Vor einer Woche war Reinhardt noch krank. Der Klub ist jedenfalls schon zu einem frühen Zeitpunkt sehr gut aufgestellt: Timo Piontek strebt nach seiner EM-Silbermedaille (U23) ebenfalls zu weiteren internationalen Aufgaben und auch Benedikt Müller hat in Essen ein Zeichen gesetzt: Bereits im Vorlauf hat er alle Register gezogen und die U19-Outdoor-WM-Norm von 6:18 Minuten gepackt (6:17,5 Minuten. Damit hat er eine erste Hürde auf dem Weg zur Junioren-Weltmeisterschaft genommen. Der DM-Ranglisten-Fünfte möchte sich nun durch gute Zweier-Leistungen für einen internationalen Auftritt aufdrängen. Im EM-Finale wurde Müller schließlich Fünfter.

Timo Piontek, der im Finale unter anderem den Olympia erfahrenen Weißrussen Pavel Shurmei und Olympiasieger Tim Grohmann aus Dresden ziehen lassen musste, freute sich zwar über den Gewinn der Silbermedaille im U23-Bereich, war aber noch nicht hundertprozentig zufrieden. „Ich kann deutlich mehr und hatte mir mehr vorgenommen“, so der Dorstener, der demnächst ins Trainingslager nach Dreisbach fährt. Dort wird er dann auch ins Großboot steigen. Eine gute Abwechslung nach den vielen Trainingseinheiten im Einer.

 

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