Erkenschwick ohne Lizenz, Hüls hofft

Oer-Erkenschwick.. Wenige Tage nach der sportlichen Qualifikation für die NRW-Liga ist Ernüchterung bei der Spvgg. Erkenschwick eingetreten. Der Verband verweigert dem Meister der Westfalenliga 2 die Lizenz für die 5. Liga.

Innerhalb von zehn Tagen kann der Klub nun Beschwerde gegen diese Entscheidung einlegen. „Wir wurden aufgefordert, auf der Einnahmeseite nachzubessern und unsere Zahlen transparenter zu machen“, sagt Frank Hanses, einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins. Bis zum 14. Juni habe der Verein dazu Zeit. Am Freitagnachmittag hatte es ein erstes Krisengespräch gegeben, am Tisch saß dabei auch ein potenzieller Geldgeber. Die Chancen, nachträglich noch die Lizenz zu erhalten, sieht „Vize“ Hanses bei „mehr als 50 Prozent“. Es gebe vielversprechende Gespräche und Signale von Geldgebern. Aber es geht nicht um kleine Summen. „Das sind keine Rundungsbeträge“, bestätigt Thomas Wember, der Vorsitzende jener Kommission, die für das wirtschaftliche Zulassungsverfahren zuständig ist. Es wird sich wohl um eine Summe im fünfstelligen Bereich handeln. Erkenschwick sei der einzige Klub, dem aufgrund unzureichender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit die Lizenz verweigert wurde.

Dem Traditionsverein, der erst vor wenigen Monaten schuldenfrei aus einem Insolvenzverfahren herausgegangenen ist, bei dem es um nicht beglichene Forderungen in Höhe von etwa 800 000 Euro ging, fehlt aber momentan nicht nur das Geld für die NRW-Liga. Er hat auch keinen Vorsitzenden. Hermann Silvers reichte schriftlich zum 30. Juni seinen Rücktritt ein, Kassiererin Birgit Löwe tat es ihm gleich. Dies stünde aber nicht im Zusammenhang mit der Lizenzverweigerung, ließ „Vize“ Frank Hanses wissen. Vor einer Woche hatte bereits der Sportliche Leiter Klaus Bockhoff sein Amt zur Verfügung gestellt.

Während am Oer-Erkenschwicker Stimberg gebangt wird, keimt am Hülser Badeweiher neue Hoffnung auf. Die Karten werden neu gemischt. Und es könnte sein, als würde der VfB Hüls ein gutes Blatt im Poker um den Verbleib in der NRW-Liga in der Hand halten. Nachdem die Fußball-Regionalligisten RW Essen und Bonner SC keine Lizenz erhalten haben, RWE meldete am Freitag sogar Insolvenz an, rechnen sie beim VfB mit dem Verbleib in der 5. Liga.

„Es müsste so sein“, sagt Horst Darmstädter, der auch davon ausgeht, dass die Hammer Spvgg. in der Liga bleibt. Er hat am Freitag indes keine offiziellen Aussagen darüber erhalten, wie sich die Situation in Bonn und Essen genau auf die NRW-Liga auswirkt. Und: „Beim Deutschen Fußball Bund ist etwas wirklich erst dann klar, wenn du es schriftlich in den Händen hälst.“

Gedanken müsse sich der Klub nun über Verstärkungen machen. „Mal sehen was noch auf dem Markt, aber in Essen laufen ja einige rum“, so der Fußball-Chef des VfB.

Festhalten will er an seinem Beschwerdeschreiben an das WFLV-Präsidium um Hermann Korfmacher. Er prangert die „Verschleppungstaktik“ des Verbandsgerichts und von Fortuna Köln im sportjuristischen Streit mit dem VfB an. Sollten die Fälle Essen und Bonn nicht dazu führen, dass der als Viertletzter sportlich eigentlich abgestiegene VfB in der NRW-Liga bleiben kann, soll die Beschwerde zugleich Basis einer weiteren Hintertür sein. Darmstädter: „Dann stelle ich den Antrag, dass wir als 19. Mannschaft in die NRW-Liga aufgenommen werden.“ Bleiben dürfte unter der Voraussetzung, dass Hüls weiterhin in der 5. Liga spielt, wohl auch Trainer Olaf Thon.

 
 

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