Ein himmlisches Vergnügen

Dorsten..  Die Flugtage Dorsten 2013 sind Geschichte: es waren die ersten Flugtage, an denen nicht die Aktionen des Dorstener Luftfahrt-Mäzen Jürgen Salamon im Mittelpunkt standen. Mit einem organisatorischen Kraftakt haben die Flieger die Lücke, die Salamon durch seinen tragischen Tod hinterlassen hat, zwar nicht geschlossen, aber mit würdigen Alternativen überbrücken können.

„Ich bin sehr stolz auf das, was die Flieger geleistet haben. Für mich war es selbstverständlich, dass ich geholfen habe und mit meiner Freundin Pommes verkauft habe“, sagt Kati Salamon, Witwe von Jürgen Salamon.

Was spielte sich am Himmel über Dorsten ab? Nostalgische Maschinen und hochmoderne Kunstflieger wechselten sich mit Falschirmspringern und Modellfliegern ab. Dazu hatten die Flieger wie in jedem Jahr Oldtimerfahrzeuge auf den Platz gelockt, die mit dem Charme der automobilen Vergangenheit ein reizvolles Pendant zu den fliegenden Preziosen boten. „Wheels and Wings lautet die Zauberformel für diesen Flugtag. Wir haben vor 25 Jahren damit begonnen und haben mittlerweile einen regelrechten Boom in der Szene damit ausgelöst“, sagte Berthold Strunz, der als Veranstaltungsleiter die Fäden in der Hand hielt. Wheels, also Räder und Tragflächen: rund 5000 Besucher aus Dorsten und der Region wollten sich das nicht entgehen lassen. Sie kamen auf ihre Kosten.

Der gewaltige Sternmotor von Josef Schumachers Havard T6 dröhnte die Kraft seiner 600 PS in den Himmel, als er seine Loopings und Turns in perfekter Flugkunst vorführte. Rasant und schnell wie ein Formel-1-Rennwagen zog Uwe Wendt aus Dinslaken mit seiner Extra 300L seine Bahn am Dorstener Himmel. Die Extra und ihr Pilot stellten eindrucksvoll unter Beweis, warum die kleine Maschine aus der Schwarzen Heide das Maß der Dinge im internationalen Kunstflugzeugbau ist.

Nicht weniger eindrucksvoll waren die Darbietungen, die von Fallschirmspringern unter der Leitung des Dorsteners Josef Stewing geboten wurden: auf den Punkt genau landeten seine Springer in dem ausgelegten Sprungkreis. Eine Punktlandung war auch das Rahmenprogramm, das die Segelflieger für ihr Publikum auf die Beine gestellt hatten. Mit Bigband-Sound und Fliegermarsch stimmte die Blasmusik St. Marien die Zuschauer auf das Fest der Himmelsstürmer ein. Der aus der Fernsehshow bekannte „Superstar“ Thomas Godoj war der Einladung der Flieger gefolgt und ließ sich ausführlich das Cockpit der Aero 145 erklären. „Ich bin gelernter Maschinenbau-Zeichner, da interessiert mich Flugtechnik von Hause aus“, erklärte der Barde, der von den Vorführungen der Flieger begeistert war.

Richtig stimmungsvoll wurde es, als die Stampe-Staffel aus Nordhorn ihre Kreise über der Stadt zog und in perfekter Formation eine Zeit zum Leben erweckte, als die Fliegerei noch in den Kinderschuhen steckte. Begeisterter Applaus empfing die gelandeten Piloten.

„Dieser Flugtag war eine runde Sache, auf die wir stolz sein können. Wir haben damit hoffentlich vielen Dorstenern die Begeisterung für unser Hobby vermitteln können und hoffen, dass wir in zwei Jahren wieder so viele Besucher begrüßen können“, sagte Herbert Vogel, der die Nachfolge von Präsident Jürgen Salamon übernommen hat.

Weitere Bilder und Artikel finden Sie morgen in der gedruckten WAZ, eine Fotostrecke auf waz.de/sport-dorsten.

 
 

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