Drei Dorstener bei der WM

Ottensheim (A)..  Endlich ist es kühler. Zumindest für einen Tag schoben sich die Wolken überwiegend vor die Sonne. Als Charlotte Reinhardt, Timo Piontek und Jason Osborne am Montag in Ottensheim (Österreich) eintrafen, hatten sie zunächst mit extremen Temperaturen zu kämpfen. Heute, wenn die Vorläufe der drei Dorstener Ruderer bei den U23-Weltmeisterschaften über die Bühne gehen, wird Petrus aber wieder ordentlich am Temperatur-Regler spielen. Bis Sonntag sollen es fast 40 Grad werden. Schon unerträglich ohne Bewegung.

Sanitäter und Ärzte sind an der Regattastrecke in Ottensheim in Oberösterreich bereits in Alarmbereitschaft und auch der Weltruderverband (FISA) hat längst auf die extremen Temperaturen reagiert und die ersten Rennen verlegt. Sonntag, wenn die extremsten Temperaturen der Woche erwartet werden, geht’s früher los und ohne Pause durch, so dass die letzten Finals schon mittags gestartet sind. Grundsätzlich sind die Verantwortlichen bemüht, keine Rennen zwischen 13 und 16 Uhr durchzuführen - es sei denn, es würde wider Erwarten etwas kühler.

Ruderer sind manchmal hart

Ruderer sind manchmal hart im Nehmen. Statt ganz früh oder ganz spät aufs Wasser zu gehen, um sich den letzten Trainingsschliff auf dem WM-Gewässer zu holen, fahren die meisten zu den Zeiten, wenn auch ihre Rennen angesetzt sind. Möglichst früh an die äußeren Gegebenheiten gewöhnen. Deshalb sieht man das Dorstener Trio auch über den Vormittag verteilt auf dem Seitenarm der Donau, der erst vor wenigen Tagen wieder regattatauglich war. Durch die Flut hatte die Durchführung dieser Jahrgangsweltmeisterschaft sogar kurz auf der Kippe gestanden. Während des Trainings wurden im Regatta-Restaurant, das fast bis zum Dach unter Wasser stand, noch neue Fenster eingebaut.

Die Athleten sind froh, dass das Organisations-Komitee aus Oberösterreich durch gefühlte 24-Stunden-Schichten sieben Tage die Woche noch alles auf Vordermann bringen konnte. Seit gestern laufen die Wettkämpfe, die für Dorstens Ruderer mit hohen Erwartungen steigen. Charlotte Reinhardt, Timo Piontek und Jason Osborne wollen allesamt mit Medaillen nach Hause kommen. Die Saisonleistungen sprechen dafür. Die Trainingsleistungen auch. Doch es gibt immer eine große Unbekannte: der Gegner. Im U23-Bereich gibt es kaum Vergleiche im Vorfeld dieser Titelkämpfe.

Allerdings gibt es interne Erfahrungswerte. Seit Jahren bestimmt der Deutsche Ruderverband die U23-Nationenwertung, die internen Relationsrennen zum Abschluss der Trainingslager geben den Trainern wertvolle Erkenntnisse, wenn sie auch nicht davor gefeit sind, wenn ein besonders starker Gegner plötzlich um die Ecke kommt. Brigitte Bielig, die Nachwuchs-Bundestrainerin des Deutschen Ruderverbandes, hat jedenfalls ein gutes Gefühl. Das Team sei gut aufgestellt, einige seien stark, manche besonders stark. Viel Lob gibt es für den Leichtgewichts.Doppelzweier mit Jason Osborne und dem Mainzer Moritz Moos. Viel Lob erntet auch der Frauenachter mit Charlotte Reinhardt, der in diesem Jahr physisch wie technisch enorm nach vorn gekommen sei. Etwas unrund sei dagegen die Vorbereitung für den Männer-Doppelzweier mit Timo Piontek und dem Berliner Stephan Riemekasten verlaufen, so deren Trainer Peter Berger: „Wir hatten kurzfristig das Boot gewechselt. Jetzt sind wir wieder zurück in unserem Boot, es läuft nun wieder besser.“ Berger weiß, wie wichtig jetzt ein guter „Turnierstart“ ist. 17 Boote haben gemeldet, drei Vorläufe wird es geben, die jeweils beiden Ersten fahren direkt ins Halbfinale. Eine Medaille ist das Ziel des Duos, das schon einmal in der Juniorenklasse in dieser Bootsklasse Weltmeister geworden war. Welche Farbe es werden soll, wollen die Athleten noch nicht sagen. Erst wenn sie wissen, wo sie im Feld liegen. Auch im Frauen-Achter lässt sich eine Prognose kaum abgeben. Vergangenes Jahr waren die Deutschen Zweite hinter den USA, die auch diesmal favorisiert sein dürften. Man wisse aber nie, welche Nation auf welches Boot den Schwerpunkt lege. Intern sehen sich die Ruderinnen von Trainer Werner Nowak auf Kurs. „Der Achter läuft richtig gut, Wir haben viele Fortschritte gemacht“, sagt Charlotte Reinhardt, die 2011 in Trakai (Litauen) ihr WM-Debüt gefeiert hat - damals im Vierer „ohne“. Nowak ist ein erfahrener Trainer, arbeitete acht Jahre lang an der Seite von Ralf Holtmeyer bei den Frauen und Männern im A-Bereich, und sieht eine sehr positive Entwicklung in diesem Boot. „Alle wollen am Stöckchen ziehen. Wir haben Biss und wollen eine Medaille“, so Reinhardt. Im Vorlauf geht’s heute gleich gegen Weltmeister USA.

Osborne im größten Feld

Jason Osborne tritt aus Dorstener Sicht im größten Feld an. 19 leichte Doppelzweier haben gemeldet, auch hier fahren die ersten Beiden der vier Vorläufe direkt ins Halbfinale. Osborne/Moos haben sich im Laufe der Saison stets stark präsentiert und zuletzt beim Weltcup in Luzern noch die Qualifikation für die A-Weltmeisterschaft im leichten Doppelvierer eingefahren. Das sollte zusätzlich Auftrieb geben.

 
 

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