Die Wall-Fahrer

Recklinghausen.. Kurz vor dem Ende des Rennens, in der letzten Runde, auf der Zielgeraden passierte beim 3. Elite-Radrennen des Wallringfestes in Recklinghausen das, was im besten Fall nicht passiert. Radfahrer haben so wenig körpereigene Airbags und Stürze wirken sich deshalb fast immer verheerend auf die Gesundheit aus. Die Fahrer bereiteten sich auf den Zielsprint vor, nahmen noch einmal richtig Geschwindigkeit auf, da blieb ein Fahrer mit seinem Rad in einem Fuß einer Absperrung hängen, stürzte, riss die Absperrung um, ein folgender Fahrer stürzte über ihn und die Absperrung. Beide blieben jedoch ohne größere Verletzungen, wurden schnell versorgt und später ins Krankenhaus gebracht. Es war eine Schrecksekunde für die Wall-Fahrer und ihre Zuschauer.

Im Ziel vor dem Rathaus bekamen die Zuschauer wenig davon mit. Ansager und Mitorganisator Michael Zurhausen feierte die Sieger, musste dabei genug aufpassen. Das Feld, 90 Aktive waren an den Start gegangen, hatte sich über die 40 Runden und 72 Kilometer so in die Länge gezogen, dass für das ungeübte Auge die Sieger und Platzierten nicht zu erkennen waren.

Überraschungssieger wurde Thomas Koep aus Kerpen. Er verwies Sebastian Flaskamp und Tim Gajewiak auf die Plätze. Vorjahressieger Alexander Aeschbach und der Vorjahreszweite Björn Thurau kamen diesmal für den Sieg nicht in Frage. „Das Rennen in Recklinghausen macht Spaß, gerne wäre ich wieder vorne dabei gewesen. Aber ich hatte heute nicht die Beine“, sagte Thurau. Das war nicht verwunderlich beim dem Programm, das die Fahrer in den vergangenen Tagen vor dem Rennen in Recklinghausen absolviert hatten.

Am Freitag war der Großteil des Feldes in Stadtlohn gefahren, am Samstag in Gelsenkirchen. Dort waren es 65 Kilometer – auch die (fast) immer am Anschlag. „Das ist wirklich harte Arbeit“, sagte auch Bernd Gröne. Der ehemalige Rad-Profi und Olympia-Teilnehmer aus Recklinghausen war interessierter Beobachter und freute sich, im Feld „noch einige Fahrer zu sehen, mit denen ich noch gefahren bin“. Er versuchte einzuordnen, was bei solchen Stadtrennen abläuft. „Die Jungs verdienen damit ihr Geld, ihren Lebensunterhalt. Da müssen sie die eineinhalb Stunden Vollgas geben. Das ist ihr Beruf, da gibt es im Gegensatz zum Sechs-Tage-Rennen auch keine Absprachen. Da geht es Mann gegen Mann.“

Ausreißergruppe gegen Hauptfeld. Wobei Gröne sich für folgende Veranstaltungen dieser Art eine Änderung des Kurses wünschen würde, weil sie seiner Meinung nach für noch mehr Spannung sorgen würden. „Ich würde eine Wende, eine engere Kurve einbauen. So ist es ein Rundkurs. Wenn die Fahrer aber immer wieder abbremsen müssen und dann wieder antreten, ist das noch interessanter.“

Bewegung aber war auch so immer im Feld. Zeitweise hatte die Ausreißergruppe um Koep eine Minute Vorsprung, konnte aber nicht vom Gas gehen, weil das Hauptfeld irgendwann versuchte, das Loch wieder zuzufahren. Was auf dem schnellen Kurs in Recklinghausen gar nicht so einfach ist. Wie auch der Schweizer Guiseppe Atzeni bestätigte. „Alle die lachen, wenn es heißt, dass Recklinghausen gerade mit der Bergwertung ein schweres Rennen ist, die sollen herkommen, sollen mitfahren. Dann lachen sie nicht mehr.“

 
 

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