Der Torriecher

Martin Max hatten auch seinen Spaß. Der Ex-Profi leitete als Gast das Training der C-Junioren seines früheren Vereins BW Post Recklinghausen.
Martin Max hatten auch seinen Spaß. Der Ex-Profi leitete als Gast das Training der C-Junioren seines früheren Vereins BW Post Recklinghausen.

Recklinghausen.. Man, das waren noch Zeiten. 1997, Uefa-Cup-Finale.

„Martin, der Junge aus Recklinghausen“, sagte Fußballkommentator Werner Hansch über den Schalker Stürmer Martin Max, als dieser im Endspiel gegen Inter Mailand zum Elfmeterschießen als dritter Schütze der Schalker antrat und souverän zum 3:1 verwandelte. Schalke wurde Uefa-Cupsieger und Martin Max ging als einer der berühmten „Eurofighter“ in die Fußball-Geschichtsbücher ein.

Jetzt kehrte der zweimalige Torschützenkönig der Bundesliga wieder an den Anfang seiner Karriere zurück. Bei der Spielvereinigung BW Post Recklinghausen spielte er in seiner Jugend sechs Jahre, ehe er erst zum 1. FC Recklinghausen wechselte und dann von Borussia Mönchengladbach entdeckt wurde und seine Profikarriere ihren Lauf nahm.

Da Martin Max jetzt von seiner Wahlheimat München zurück in das Ruhrgebiet gezogen ist, oder zumindest ins angrenzende Haltern am See, stattete er seinem alten Verein einen Besuch ab und übernahm für ein Training die Rolle des Cheftrainers bei den C-Junioren von BW Post. „Da werden gerade Erinnerungen wach“, verriet er nach seinem Eintreffen an der Bezirkssportanlage Lange Wanne. Und der 42-Jährige traf gleich auf einen alten Bekannten. Friedhelm Nell, Trainer der C-Jugend, legte wohl den Grundstein für die Treffsicherheit des Martin Max und betreute ihn in seiner kompletten Zeit bei BW Post.

Das Talent seines Schützlings hatte Nell dabei schon damals erkannt. 65 Tore erzielte Max in der B-Jugend für die Recklinghäuser und schoss seinen Klub damals zum Aufstieg. Aber Talent ist nicht alles. „Martin hat bei keinem Training gefehlt und nie ein Spiel verpasst. Er hat immer hart an sich gearbeitet und aus seinem Talent alles gemacht“, sagt Friedhelm Nell.

Bei so hohem Besuch ist es klar, dass die C-Junioren erst einmal angespannt wirkten, als sich der Gasttrainer im Trainingsanzug der Deutschen Nationalmannschaft vorstellte. Doch die Anspannung wich spätestens mit der ersten Übung, bei der die jungen Kicker durch Passübungen ihren Rhythmus finden sollten. Beim Torschuss und dem anschließendem Spiel legte Martin Max viel Wert auf den Blick zum Mitspieler.

Obwohl der Spaß im Vordergrund stand, trat der ehemalige Top-Torjäger der Mannschaft mit viel Professionalität gegenüber. Im Sommer hat Max die A-Lizenz erworben und strebt jetzt eine Trainerkarriere an. Ob ein Einstieg nach dem Vorbild Olaf Thon realistisch ist, lässt der Ex-Schalker offen: „Ich will Fußball lehren, wo weiß ich noch nicht.“ Sein Eindruck von den Post-Junioren war aber schon Mal positiv. Aufmerksam hörten die Spieler zu und waren mit vollem Einsatz dabei.

Doch nicht nur bei BW Post war Martin Max zu Gast. Auch zwei Westfalenliga-Spiele des FC 96 Recklinghausen, der aus seinem Ex-Klub FC Recklinghausen hervorging, guckte er sich an und bedauert die angespannte finanzielle Situation dort. „Es ist schade für den FC 96, zumal er sportlich in der Westfalenliga mithalten kann. Aber so geht es ja vielen Vereinen in den Amateurligen.“ Freuen darf sich hingegen der FC Schalke 04. Nachdem Martin Max 1999 von Schalke zum TSV 1866 München wechselte, steht mittlerweile ein neuer Max im Aufgebot der Königsblauen. Philipp Max ist zwar Verteidiger, tritt aber schon früh in die Fußstapfen seines Vaters. Er gehört zum Kader der U-19 Mannschaft.

296 Bundesliga-Spiele, 126 Tore

Groß geworden ist er in Recklinghausen, sein erster Verein war die Spielvereinigung Blau-Weiß Post. Davor aber gehörte Martin Max schon einem anderen Fußballklub an: Rodło Górniki Bytom in Oberschlesien; einem Verein in Recklinghausens Partnerstadt Beuthen. Über Post und Oberligist 1. FC Recklinghausen kam er 1986 zu Borussia Mönchengladbach, wo er von der Saison 1989/90 fest zum Bundesliga-Kader gehörte. Mit den Fohlen gewann er 1995 den DFB-Pokal, wechselte dann zum FC Schalke 04, mit dem er Uefa-Cup-Sieger wurde. Bei München 1860 wurde er 2000 und 2002 Bundesliga-Torschützenkönig. Seine Karriere klang 2003/04 mit 20 Erstliga-Treffern für Hansa Rostock aus. Max absolvierte 396 Erstliga-Spiele und schoss 126 Tore.

 
 

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