Der eiserne Tobi

Seit gut zehn Wochen bereitet sich Tobias Voss nun schon auf den größten Kampf seiner bisherigen Karriere vor. Am 28. April trifft der Kämpfer der Dorstener Workers Hall im Rahmen der Dorstener Fight Night auf Femi Dadzie aus Berlin.

Dorsten.. Seit gut zehn Wochen bereitet sich Tobias Voss nun schon auf den größten Kampf seiner bisherigen Karriere vor. Am 28. April trifft der Kämpfer der Dorstener Workers Hall im Rahmen der Dorstener Fight Night auf Femi Dadzie aus Berlin.

Tobias Voss ist gut eine Woche vor der Dorstener Fight Night in Topform. Das spürt Sebastian Louven bei der Pratzenarbeit: Wie Breitseiten aus der Kanone prasseln die Kombinationen auf den erfahrenen Trainer ein. Voss ist heiß wie ein Eisen, seine Schläge und Kicks sind knallhart. „Wir sind jetzt seit mehr als zwei Monaten in den Vorbereitungen. Tobias trainiert täglich und ist so fit wie nie“, sagt Trainer Louven.

Voss selbst wirkt konzentriert und entspannt zugleich. Er lächelt wie ein Krokodil, das in der Sonne liegt und in der nächsten Sekunde zuschnappen kann. Von der ersten Niederlage seiner Laufbahn Ende Februar hat sich der 20-Jährige gut erholt: „Meine Trainer haben genau die richtige Entscheidung getroffen. Angst vor dem nächsten Kampf habe ich keine.“ Eine Einstellung, die Voss mit seinem großen Vorbild Mike Tyson teilt. „Der Stil von Tyson hat mich beeindruckt. Er kannte keine Angst und boxte immer sehr aggressiv“, beschreibt der junge Dorstener die Faszination von „Iron Mike“. Dabei ist Voss nur von den Ringschlachten Tysons begeistert. Seine Eskapaden außerhalb des Seilgevierts verurteilt der Fighter. Die Klitschkos oder Muhammad Ali seien für ihn dagegen weniger interessant, so der Abiturient und Student der Politikwissenschaften. Eine Gemeinsamkeit verbindet Tobias Voss jedoch mit Ali: Ebenso wie damals Cassius Clay, so der Geburtsname des Größten, konvertierte auch Tobias Voss zum Islam. „Ich habe mich im Alter von 16 Jahren dazu entschlossen. Die Religion hat mich in ihren Bann gezogen“, erzählt der Boxer, der eigentlich aus einem christlichen Elternhaus stammt.

Seit fünf Jahren boxt Tobias Voss nun in der Dorstener Workers Hall und wird seitdem von Sebastian Louven trainiert. Neben dem klassischen Boxen lässt Voss auch in Muay Thai-Kämpfen die Fäuste fliegen. Denselben Weg schlug übrigens auch ein gewisser Vitali Klitschko ein, der als Meister des World Kickboxing Network (WKN) seine eindrucksvolle Box-Karriere begann.

In Dorsten heißt der Gegner des Talents Voss Femi Dadzie. Gegen den harten Jungen aus Berlin wird der Louven-Schützling sein ganzes Repertoire an Schlägen und Tritten raushauen müssen, um eine Chance zu haben. „Der kommende Gegner ist ein echter Knaller. Da geht es um die Krone des WKN“, so Sebastian Louven, der aber auch eine Niederlage gegen den ebenfalls noch jungen Meisterboxer aus der Hauptstadt nicht als Knockout für die Karriere seines Zöglings sähe: „Wenn es nicht klappt, probieren wir es im nächsten Jahr wieder. Tobias ist ja noch jung.“

Sollte es mit dem Traum von der ganz großen Bühne nicht klappen, hat Voss vorgesorgt: Nach seinem Abitur im letzten Jahr, hat er mittlerweile ein Studium in Duisburg aufgenommen. „Bei der Fight Night werde ich kämpfen bis zum Umfallen. Versprochen“, sagt Voss und hämmert auf den Sandsack ein, als ob sich sein Gegner darin versteckt hätte.

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