Bundesliga und zurück

Foto: WAZ FotoPool

Marl.. Man erlebt das nicht so oft, wenn man wie Henrik Weßel 1,95 m groß ist, dass man irgendwie der Kleinste ist. Aber Henrik Weßel, dem Volleyballer, ist das passiert. Nicht nur deshalb blickt er auf ein abwechslungsreiches Jahr, besser: auf anderthalb Jahre zurück. In dieser Zeit legte Henrik Weßel den Weg zurück zwischen 2. Bundesliga, 1. Bundesliga, wieder 2. Bundesliga und nun, beim VC Marl, bis in die Oberliga.

Henrik Weßel kommt aus Marl, er gehört zu denen, die mit dem VC Marl seinerzeit Regionalliga spielten, dann den Kub verließen. Zwischenzeitlich. Henrik Weßel ist wieder da, ebenso wie Kersten Holthausen, Daniel Heinrich und Steffen Ratajczak.

Sein Bruder Marten Weßel spielt noch in der 2. Bundesliga, in Solingen. Henrik Weßel aber ist vom Zweitligisten Leverkusen aus nach Marl zurückgekehrt. Die Kontaktaufnahme war ja nicht schwierig. Trainer Mirco Dittmar und Henrik Weßel sind Halbbrüder, beide wohnen in Marl, Henrik Weßel arbeitet als Physiotherapeut in Herne. All diese Dinge haben die Distanz zwischen zweiter Liga in Leverkusen und Oberliga in Marl verkürzt. Und die Tatsache: „Ich habe jetzt 13 Jahre lang im Mittelblock gespielt, bin auf dieser Position unzufrieden geworden. Mirco hat zu mir gesagt: Komm nach Marl, Du kannst spielen, wo Du willst.“

Auch fürs Beachvolleyball wollte Henrik Weßel in der Halle seine Spielposition ändern. Auf dem Sandgeviert war es ein gutes Jahr für Henrik Weßel. Mit seinem neuen Spielpartner Valentin Begemann (Hamburg) hat er sich auf Platz 18 der Deutschen Rangliste vorgespielt. In der Halle ist Henrik Weßel mit Leverkusen 2010 Meister der 2. Bundesliga geworden, 2011 Vizemeister der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Und bis zum Jahreswechsel 2010/2011 hat der 26-Jährige in der 1. Volleyball-Bundesliga gespielt.

Leverkusen wollte trotz der Meisterschaft nicht aufsteigen – es gab aber die Kooperation mit den Titans Bergisches Land in Wuppertal, die spielten dann erste Liga, nachdem sie vier Spieler an Leverkusen abgegeben hatten und vier Akteure von dort bekamen.

Henrik Weßel war einer von ihnen. Mittelblocker, 1,95 m groß. Aber im Vergleich zu den Angreifern der Erstligisten ist das keine nennenswerte Größe: „Die Saison in der ersten Liga war für mich nicht so erfolgreich. Das Spieltempo ist ein ganz anderes, und die Gegenspieler waren meist 2,10 oder 2,12 Meter groß.“ Wogegen mit 1,95 m kein übergroßes Kraut gewachsen ist. Zum 31. Dezember 2010 löste Henrik Weßel seinen Vertrag bei den Titans Bergisches Land auf, kehrte nach Leverkusen zurück: „Wir waren eine gute Truppe, hatten Spaß, viele Spiele in der Rückrunde gewonnen und sind Vize-Meister geworden.“ Vom Klassenunterschied natürlich abgesehen, ist Oberliga mit Marl gar nicht so weit weg von der 2. Liga mit Leverkusen. Der VC ist aktuell Tabellenzweiter hinter Hörde, hat in acht Spielen siebenmal gewonnen. Bei der einzigen Niederlage in Hörde beim verlustpunktfreien Tabellenführer fehlte Henrik Weßel mit einer Daumenverletzung.

„Es macht Spaß, wieder in Marl zu spielen“, sagt Henrik Weßel. Fünf Minuten ist für ihn die Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule entfernt, die Spieler kennen sich schon lange gut: „Man weiß, worauf man sich verlassen kann“, sagt Henrik Weßel.

In seiner Erstliga-Zeit wollte es der Spielplan so, dass Henrik Weßel nicht in den ganz großen deutschen Hallen gespielt hat, weil Friedrichshafen, Berlin und Hamburg in der Hinrunde allesamt Gäste der Titans Bergisches Land waren. Jetzt ist Weßel mit dem VC Marl in der Oberliga in Spielstätten anderer Art zu Gast, im letzten Meisterschaftsspiel des Jahres war es die in Gütersloh. Aber dort zu gewinnen, 3:0 in diesem Fall, das macht ja auch Spaß.

 
 

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