Basketballer als Weihnachtsmann

Bastian Kordyaka im Trikot der BG Dorsten.
Bastian Kordyaka im Trikot der BG Dorsten.

Dorsten.. Bastian Kordyaka ist Basketballer bei der BG Dorsten. Die Weihnachtsfeiertage verbringt er mit seiner Familie.

Auf der Feld ist er blitzschnell. Verteidigung und Rebounds sind die Stärken von Bastian Kordyaka. Außerhalb des Parketts lässt es der Center der BG Dorsten es auch mal ruhiger angehen. Vor allem jetzt zur Weihnachtszeit. Während einige drei Tage vor dem Fest ihre Geschenke längst besorgt und verpackt haben, stürmen andere erst kurz vor knapp die Kaufhäuser. So auch 2,08-m-Hüne. Aber er ist sich sicher, alles noch rechtzeitig zu schaffen.

Die Feiertage wird er mit seiner Familie verbringen. Ganz entspannt. Rumgereist ist er schließlich lange genug. Durch den Basketball hat Bastian Kordyaka nicht nur viel von Deutschland gesehen, sondern stand auch in Finnland, Österreich und der Schweiz auf dem Parkett. Angefangen mit dem Basketball hat er als Siebenjähriger in Gießen, wo er auch geboren wurde. In der dritten Klasse kam er dann nach Herdecke. Und obwohl er auch noch im Tennis- und Fußballverein spielte, war der amerikanische Sport doch eher seine Leidenschaft. „Da habe ich mich einfach immer am wohlsten gefühlt“, erzählt er. Mit 13 Jahren spielte er in der WBV-Auswahl, mit 15 das erste Mal in der Junioren-Nationalmannschaft.

Insgesamt kam er in rund sechs Jahren auf 180 Länderspiele. Seinen ersten Auftritt in der Basketball-Bundesliga hatte er ebenfalls mit 15 bei Brandt Hagen. Dort spielte er unter dem heutigen Bundestrainer Dirk Bauermann und wurde 2000 sogar Vize-Pokal-Sieger. Nach dem Abitur spielte er in Köln und Würzburg, bevor er wieder zurück nach Hagen ging. Da der Klub allerdings im Dezember 2003 Insolvenz anmeldete, wechselte Bastian Kordyaka für ein halbes Jahr nach Österreich. Es folgten zwei Jahre in Finnland, dann eine Spielzeit beim FC Schalke und ein Jahr in Nyon (Schweiz).

„Aber schon in Finnland habe ich gemerkt, dass ich mir neben dem Basketball auch etwas anderes aufbauen muss, um eine Perspektive für die Zeit danach zu haben“, sagt der 28-Jährige. Also fing er schon in Skandinavien sein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der FernUni Hagen an. Um sich darauf besser konzentrieren zu können, entschied er sich 2008 dafür, im Basketball kürzer zu treten und sich mehr auf seine Ausbildung zu konzentrieren. Es folgte der Wechsel zum Regionalligisten BBV Hagen. Seit 2009 ist er Diplom-Kaufmann.

Doch das reichte dem Center noch nicht. Gleich im Anschluss schrieb er sich für den Bachelor Psychologie ein. „Ich interessiere mich sehr für Menschen und hoffe, durch das Studium noch mehr über sie und auch über mich zu erfahren.“ Seit dieser Saison steht Kordyaka bei der BG Dorsten unter Vertrag. Nebenher arbeitet er 20 Stunden in der Woche als wissenschaftliche Hilfskraft an der FernUni Hagen. Stress? „Manchmal sind die Tage schon extrem lang. Immerhin fahre ich drei- bis viermal die Woche nach Dorsten zum Training. Das sind rund 70 Kilometer pro Strecke“, sagt er. Da kann es schon mal passieren, dass er erst kurz vor Mitternacht in Herdecke, wo er mittlerweile wieder wohnt, ankommt. Doch das nimmt er gerne in Kauf, schließlich fühlt er sich in der Mannschaft von Trainer Alois Buschmann sehr gut aufgehoben. In den nächsten vier Wochen kann er sich von den Fahrten erholen; so lange haben die Basketballer nämlich spielfrei.

Eine Aufgabe wartet allerdings noch auf ihn. „An Heiligabend werde ich Weihnachtsmann spielen“, verrät er. Wenn seine Familie in der Kirche ist, wird Bastian Kordyaka die Geschenke unter den Baum legen, die Musik auflegen und die Kerzen am Baum anzünden. „Das mache ich eigentlich jedes Jahr.“ Natürlich hofft er, dass er auch das eine oder andere Geschenk auspacken darf. Hat er besondere Wünsche? „Ich freue mich eigentlich am meisten über persönliche Dinge.“

Ein Geschenk macht er sich aber auch selbst: Er fährt nach den Feiertagen mit seinen Freunden über Silvester für ein paar Tage nach Prag.

 
 

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