SSVg Velbert trennt sich von Trainer Lars Leese

Das Trainerduo verlässt die SSVg: Co-Trainer Michael Bestler (li.) hat sich schon aus beruflichen Gründen verabschiedet, nun muss auch Lars Leese (re.) gehen.
Das Trainerduo verlässt die SSVg: Co-Trainer Michael Bestler (li.) hat sich schon aus beruflichen Gründen verabschiedet, nun muss auch Lars Leese (re.) gehen.
Foto: WAZ FotoPool
Trainerwechsel beim Regionalliga-Absteiger SSVg Velbert. Mitten in der Sommerpause wird Lars Leese das Opfer des Konzepts vom Neuanfang. Als sein Nachfolger kommt Andre Pawlak von der SG Wattenscheid 09 nach Velbert – „ein Wunschkandidat“, sagt der Verein.

Velbert.. Die Saison ist schon seit ein paar Wochen vorbei und es sah so aus, dass die SSVg Velbert, die soeben aus der Fußball-Regionalliga abgestiegen ist, mit ihrem Trainer Lars Leese auch die neue Spielzeit in der Oberliga in Angriff nimmt. Doch während der Coach gerade im Urlaub in der Karibik weilt, hat der Verein daheim beschlossen, sich von ihm zu trennen. Leese ist freigestellt, sein Nachfolger steht schon fest: Es ist Andre Pawlak vom bisherigen Ligarivalen und früheren Bundesligist SG Wattenscheid 09.

Leese hat in zwei Amtszeiten bei der SSVg Velbert gearbeitet. In seiner ersten schaffte er den Aufstieg in die Regionalliga. Als das Team hier ins Schlingern geriet, wurde er im April 2013 beurlaubt. Sein Nachfolger Hans-Günter Bruns schaffte dann den Klassenerhalt, doch als die Mannschaft in der Hinrunde der neuen Saison wieder ans Tabellenende abrutschte, wurde Leese zurück geholt.

Leeses Aufholjagd blieb erfolglos

Mit der Hypothek von jämmerlichen sechs Zählern aus der Hinserie ging er in der Winterpause ans Werk, um das Team fit für die fast aussichtslos erscheinende Aufholjagd zu machen. Tatsächlich zeigte sich die Mannschaft auch deutlich verbessert, kam mehrmals in die Nähe der rettenden Plätze. Doch unterm Strich reichte es einfach nicht — noch nicht einmal dazu, den letzten Tabellenplatz abzugeben.

„Die Trennung von Lars Leese ist ein schmerzlicher Schritt. Manchmal ist Fußball ein schmutziges Geschäft, in dem wir Dinge machen, die wir sehr ungern tun“, sagt der 1. Vorsitzender Oliver Kuhn.

Er selbst war sich lange nicht sicher und im Verein und in den Entscheidungsgremien gab es kontroverse Diskussionen, ob die SSVg mit Trainer Lars Leese weiter machen will oder nicht. Letztendlich gaben zwei Dinge den Ausschlag: Das Konzept, den angestrebten Neuanfang konsequent durchzuziehen und der neue Kandidat für den Trainerposten: „Andre Pawlak ist ein Wunschtrainer“, sagt der Vorsitzende Oliver Kuhn.

Für den neuen Anlauf in der Oberliga hat sich die SSVg vorgenommen, der Mannschaft ein jüngeres und dynamischeres Profi zu geben. Deshalb trennten sich die Velberter auch von einigen guten, aber auch schon etwas älteren Spielern. Dazu passt es, so die Auffassung im Verein, nun auch einen neuen Trainer zu verpflichten.

„Pawlak hat schon gezeigt, dass er gut mit jungen Spielern arbeiten kann. Und seine Erfolge sprechen für sich“, sagt Kuhn. „Die Arbeit, die er in Wattenscheid abgeliefert hat, verdient höchsten Respekt.“

Pawlak hatte den Traditionsverein, der arg abgesackt war, zurück in die Regionalliga geführt und hier mit der Mannschaft den Klassenerhalt geschafft – unter extrem schweren Bedingungen.

Im Verein gab es Stress und Probleme, die Mannschaft soll ab Februar, also praktisch in der gesamten Rückrunde, keine Gehälter mehr kassiert haben. Aber die Spieler gaben bis zum Ende Gas.

 
 

EURE FAVORITEN