Eine Berliner Box-Ikone in Birth

Der Mann am Ring: Mike  Hanke betreut  hier VBC-Bundesliga-Kämper Eugen Burhard.
Der Mann am Ring: Mike Hanke betreut hier VBC-Bundesliga-Kämper Eugen Burhard.
Foto: WAZ FotoPool
Eine weitere Folge der WAZ-Serie „Passion Sport“: Mike Hanke, der frühere Weltklasse-Kämpfer, schreibt nun als Trainer Box-Geschichte. Mit Bundesligist Velberter BC holte er die zwölfte Deutsche Meisterschaft in Serie.Privat mag es der frühere eisenharte Kämpfer ruhig: Er angelt.

Velbert..  Früher noch selbst als Boxer aktiv, so ist Mike Hanke heute wohl einer der bekanntesten Trainer der Region. Nicht zuletzt bei dem frühzeitigen Sieg der deutschen Meisterschaft des Velberter Box-Clubs hat sich der passionierte Anhänger des Faustkampfes in den Geschichtsbüchern verewigt. Mit dem Verein aus Birth ist er bereits zum zwölften Mal Deutscher Meister geworden – in Folge.

Schon im zarten Alter von neun Jahren, hat sich Mike Hanke in den Boxsport verliebt. Doch wie kommt ein Junge zum Faustkampf? „Mit dem Bus“, lacht der 44 Jährige. „Ne, Spaß beiseite. Ich wollte neben dem Fußball noch etwas anderes machen und fand Kampfsport immer toll“, antwortet der Sportler mit dem unverwechselbar rotzigen Berliner Akzent.

Judo sei der erste Versuch gewesen, Ringen der zweite. „Beim Judo waren die Trainingsbedingungen nicht so rosig und Ringen hat einfach keinen Spaß gemacht“, sagt der Boxtrainer. Seit dem zieht sich der Sport wie ein roter Faden durch das Leben des gebürtigen Potsdamers. Und das sehr erfolgreich.

Denn: In der Zeit als aktiver Boxer heimst Mike Hanke so einige Titel ein. Von 1985 bis `87 dominiert er als DDR-Meister, holt etliche Medaillen im Schwergewicht bei deutschen Einzelmeisterschaften im Amateurboxen und wird zweimal Vizeweltmeister. „An die beiden großen Titel erinnere ich mich ganz gerne“, schwelgt der Boxtrainer in Erinnerungen. Das intensive Training ist möglich gewesen, weil der Potsdamer nach seiner Lehre als Autoschlosser und seiner Tätigkeit als Schwimmmeister vier Jahre als Sportsoldat tätig war und sich somit voll und ganz auf die Kämpfe konzentrieren konnte.

Doch wie kommt ein erfolgreicher Boxer in die Schlossstadt? „Ich bin damals von Hans-Gerd Rosik angesprochen worden, ob ich mir vorstellen könnte, für Velbert zu kämpfen“, erinnert sich Hanke und ergänzt: „Ich musste nicht lange überlegen und habe zugesagt.“ Gelebt und trainiert hat der heute 44-Jährige in Berlin. Für die Kämpfe ist er immer „rüber jeflogen“, wie er so schön sagt.

Das war bis 2003. In dem Jahr schafft die Velberter Mannschaft den Aufstieg in die erste Bundesliga und Mike Hanke wird Trainer – der Grundstein des Erfolgs ist gelegt. „Damals konnte man als Amateurboxer national bis 37 Jahre und international bis 34 Jahre kämpfen. Bei den Profis ist das anders“, erklärt der Trainer. Der Aufstieg sei ein toller Zeitpunkt gewesen, um als aktiver Sportler aufzuhören. Es folgen alle nötigen Lizenzen und die Auszeichnung als Diplom-Trainer der Sporthochschule Köln.

An die Zeit als aktiver Boxer erinnert er sich gerne zurück. „Das war schon ein tolles Gefühl. Ich wollte nur in den Ring und gewinnen.“ Heute stülpt sich Hanke nur die Handschuhe über, um fit zu bleiben. „In meinem Alter ist die Verletzungsgefahr zu groß“, lacht der gelernte Schlosser. Und das, obwohl neben Nasenbeinbrüchen, einer gebrochenen Mittelhand und einem Kreuzbandriss laut Hanke weiter nichts wildes passiert sei.

Er ist eben ein Boxer und somit hart im Nehmen. Kaum vorstellbar, dass es der Potsdamer privat eher ruhig mag. „Ich gehe gerne angeln. In Brandenburg gibt es wirklich schöne Ecken“, sagt Hanke. „Ein Freund hat mir gezeigt, wie ich die Fische ausnehme. Zander und Hecht ist schon was feines“, schwärmt der 44 Jährige.

20 Jahre trainiert Mike Hanke jetzt die Kämpfer des Velberter Box-Clubs. Dabei hat er sich nur einen Abstecher zum Nachbarn Österreich erlaubt. Von 2008 bis 2011 war er dort Nationaltrainer, hat die Velberter aber nie verlassen und sich für wichtige Termine stets in den Flieger gesetzt. „Die Zeit und die Landschaft habe ich sehr genossen, auch wenn die Aufgabe eine echte Herausforderung war“, meint Hanke. Sein Herz aber schlägt in Velbert und wird es laut des Trainers auch weiterhin tun. Schließlich „sind die Jungs eine tolle Truppe und das Velberter Publikum unschlagbar“.

 
 

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