Die Schule als Trainerschmiede

Die angehenden Jungtrainer der Gesamtschule Velbert-Mitte mit Verbandstrainer Manuel Schulitz (vorne rechts) sowie
Die angehenden Jungtrainer der Gesamtschule Velbert-Mitte mit Verbandstrainer Manuel Schulitz (vorne rechts) sowie
Foto: WAZ FotoPool
Die Gesamtschule Velbert-Mitte übernimmt das DFB-Junior-Coach-Projekt. Die Schüler sollen nach 40 Lerneinheiten ins Übungsleiterfach einsteigen. Zunächst wird Praxis in der Schul-AG oder bei Jugendmannschaften im Verein gesammelt.

Velbert.. Ein Raum neben der Sporthalle der Gesamtschule Velbert-Mitte. Durch die geöffnete Tür kann man Schülerinnen und Schüler sehen, die froh sind, dass sie sich auf den Weg nach Hause machen können. Drinnen sitzen hingegen 13 Unentwegte vor einem Overhead-Projektor und tun sich in den frühen Nachmittagsstunden die nächsten Unterrichtsstunden an. Und das freiwillig, obwohl sie wissen, dass noch 39 weitere Lerneinheiten folgen werden. Sie nehmen nämlich an der Ausbildung zum „DFB-Junior-Coach“ teil, die nun mit einer öffentlichen Stunde eröffnet wurde

Der stellvertretende Schulleiter Hans-Jürgen Henning ermuntert die Schüler dabei mit der Aussicht: „Es muss ja nicht immer ein Roberto di Matteo Trainer in der Bundesliga sein.“ Das ist natürlich nicht ganz wörtlich gemeint, passt aber in einer Hinsicht zum Projekt: Fußball lebt nicht nur von „Importen“, sondern von der Basisarbeit und vom Entwickeln der eigenen Talente. Auch die Trainerschulung. Die Gesamtschule Velbert-Mitte wurde nun als einzige Schule des Fußballkreises Wuppertal-Niederberg ausgewählt, sich an der Förderung von Trainertalenten zu beteiligen.

In 40 Übungseinheiten werden 13 Schüler, die gerade auf dem Sprung in die Oberstufe sind (also um die 15 Jahre jung) von Sportlehrer Thomas Hoffmann und zwei Trainern des Fußball-Verbands Niederrhein fit für das Trainergeschäft gemacht. Wobei das Ziel nicht di Matteo ist.

Soziale Verantwortung übernehmen

„Wir suchen soziale Talente“, sagt Verbandstrainer Manuel Schulitz, der sich als langjähriger Spieler von Schwarz-Weiß Essen auch im Velberter Fußball auskennt, besonders seit den Spielen gegen die SSVg. Die Schüler sollen nicht einfach lernen, „wie man Spiele gewinnt“, sondern, wie man gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Sie werden auf die Arbeit in einer Fußball-AG in einer Schule oder auf Nachwuchsteams im Verein vorbereitet — was auch den Einstieg in die Trainerlaufbahn einschließt. Die abgeschlossene Junior-Coach-Reihe wird beim Erwerb des Fußballtrainer-C-Scheins Breitensport angerechnet.

Zum Auftakt erläutert Schulitz den jungen Traineraspiranten, was auf sie zukommt: Entwicklung von Trainingseinheiten, Methodik, den Umgang mit Konflikt-Situationen und vieles mehr. Und die Ausbildung bringt etwas: „Wir haben bereits gut 60 Mädchen und Jungen, die in Schulen und Vereinen Trainingsarbeit übernehmen, heraus gebracht“, sagt Schulitz.

Unter den 13 angehenden Übungsleitern in seiner Velberter Gruppe sind auch zwei Mädchen, Katharina und Julia. Sie spielen selbst Fußball beim SV Union Velbert. Sie hoffen, dass mehr Mädchen in den Verein kommen, wenn sie sehen, dass die Mannschaften nicht nur von Männern, sondern auch von Mädchen oder jungen Frauen betreut werden. Mit dieser Einstellung haben Katharina und Julia sicher das Zeug für die engere Wahl zum „sozialen Talent.“

 
 

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