Warum Christian Dünnes nur für die Olympia-Quali zurückkehrt

Christian Dünnes beim Olympia-Qualifikationsturnier 2012 in Berlin: Der 2,10-Meter-Hüne hilft noch einmal im National-Team aus.
Christian Dünnes beim Olympia-Qualifikationsturnier 2012 in Berlin: Der 2,10-Meter-Hüne hilft noch einmal im National-Team aus.
Foto: imago sportfotodienst WP
Christian Dünnes nimmt mit der Volleyball-Nationalmannschaft die Olympia-Qualifikation in Angriff. Doch seine Rückkehr bleibt ein Intermezzo.

Siegen/Berlin.. Christian Dünnes hat nur wenige Minuten Zeit, sein Fokus gilt allein der nächsten Trainingseinheit. Denn auf den gebürtigen Siegener und die deutschen Volleyballer wartet in den kommenden Tagen eine wahre Herkules-Aufgabe: das hochkarätig besetzte Olympia-Qualifikationsturnier in Berlin. Nur der Turniersieg sichert das Ticket Richtung Rio de Janeiro. Erste Hürde für die DVV-Herren auf dem Weg zum Zuckerhut ist am Dienstag ab 18 Uhr Belgien, ehe es gegen Serbien und Weltmeister Polen geht. Der 31-Jährige weiß, worauf es ankommt: Schon 2012 war er bei der erfolgreichen Ausscheidung für die Spiele in London dabei. Dünnes über sein Comeback in der Nationalmannschaft und den Heimvorteil.

Herr Dünnes, Sie haben noch im November angekündigt, dass Sie zur Verfügung stehen, wenn Bundestrainer Vital Heynen Sie braucht. Wie groß war die Überraschung, über den vorläufigen in den finalen Kader für die Qualifikation zu gelangen?

Christian Dünnes: Relativ groß, doch. Die Nominierung für den vorläufigen Kader war nach der Verletzung von Jochen Schöps und Georg Grozers spätem Einstieg ins Training absehbar. Dass mit mir nun insgesamt drei Diagonalspieler im endgültigen Aufgebot stehen, ist aber schon ungewöhnlich.

Wie schätzen Sie die aktuelle Verfassung des Teams ein, auch mit Blick auf die Ausfälle von Jan Zimmermann und eben Kapitän Schöps?

Dünnes: Da kommt ja leider auch noch Robert Kromm hinzu. Je mehr ausfallen, desto weniger taktische Möglichkeiten ergeben sich. Dennoch sind genügend gute Spieler vorhanden, ich sehe uns aktuell etwa auf einem Niveau mit den Russen, die als die große Unbekannte gelten. Allerdings ist das alles wirklich schwer einzuschätzen, selbst für Experten.

Bei Ihnen zwickt aber nichts, oder?

Dünnes: Nein, ich fühle mich sehr gut.

2012 qualifizierte sich das DVV-Team in Berlin für die Spiele in London. Welche Bedeutung messen Sie dem Heimvorteil bei?

Dünnes: Große Bedeutung. 2008 in Düsseldorf und 2012 in Berlin hat das die entscheidenden drei, vier Prozent ausgemacht. Die beiden Fünf-Satz-Matches jeweils gegen die Kubaner hätten wir auf Kuba wohl nicht gewonnen. Das betrifft nicht nur die Stimmung auf den Rängen. Wir kennen den Hallenboden aus der Bundesliga und wissen, wie er sich auf unser Spiel auswirkt. Das sind Gegebenheiten, auf die sich andere Mannschaften nicht mal so eben mit ein paar Trainingseinheiten einstellen können.

Sollte das „Wunder“, von dem alle sprechen, gelingen: Sehen wir Sie dann im DVV-Trikot in Rio de Janeiro wieder?

Dünnes: Nein. Mein Comeback war aus der Not geboren. Sobald Jochen Schöps seine Schulterverletzung auskuriert hat, bin ich wieder raus.

Das heißt, Sie nehmen dann wieder ihre bisherige Doppelrolle als Bundesliga-Spieler für die United Volleys Rhein-Main und Teammanager der Nationalmannschaft ein?

Dünnes: Genau das heißt das.

 
 

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