VfL mit Optimismus vor Pokalspiel

Berleburg.  Zumindest eine Facette für Fußball-Romantiker wird am heutigen Mittwochabend im Viertelfinale des Kreispokals ab 19 Uhr zwischen dem Bezirksligisten VfL Bad Berleburg und dem Oberligisten TuS Erndtebrück ausbleiben. Ahmad Ibrahim, ehemaliger Spieler am Pulverwald und derzeitig Führender der Torjägerliste der Bezirksliga 4, wird seinen VfL auf dem heimischen Stöppel gegen den großen Nachbarn nicht eine Runde weiterschießen können.

Der syrische Angreifer hatte am vergangenen Sonntag bei der ersten Saisonniederlage des zuvor ungeschlagenen Tabellenführers gegen TuRa Freienohl in der 90. Minute wegen einer kleinen Undiszipliniertheit die Gelb-Rote Karte gesehen. „Natürlich ist das bitter für uns und auch für ihn, aber letztendlich muss er die Konsequenzen für diese Unbeherrschtheit tragen“, hatte VfL-Trainer Ralph Schneider nach der Pleite in Freienohl gesagt, jedoch auch vorsichtiges Verständnis für den „noch sehr jungen Stürmer“ gefordert. Dass durch den Ausfall des technisch versierten Ibrahim, den alle nur „Janno“ rufen, die Chancen gesunken sind, gegen den TuS Erndtebrück für eine Pokalüberraschung zu sorgen, wollte VfL-Co-Trainer Marcus Goßler aber so nicht stehen lassen: „Wir machen unser Spiel nicht abhängig von Jannos Ausfall. Wir vertrauen jedem Spieler im Kader und egal wer aufläuft, er wird seine Chance definitiv nutzen.“

Wer besetzt die Spitze?

Als Ersatz für Ibrahim gibt es tatsächlich eine Vielzahl an Varianten. Mit Yannik Lückel steht ein Spieler in den Startlöchern, der zwar nicht über die technische Finesse des Syrers verfügt, allerdings durch Laufbereitschaft und unbändigen Willen besticht. Lückel würde dann wohl als Sturmspitze fungieren, während André Nowak auf die Position des Spielmachers rutschen würde.

Doch auch die Möglichkeit mit Mahmood Omar im Sturm behalten sich Schneider und Goßler offen. „Taktisch und personell werden wir uns vorab nicht in die Karten schauen lassen, aber grundsätzlich werden wir uns auf ein Spiel einstellen müssen, in dem wir eher defensiv agieren und weniger Ballbesitz haben. Wir müssen clever verschieben und dem TuS wenig Räume in unserer Hälfte anbieten“, analysiert Goßler, der sich vorab bei Ligakonkurrenten des TuS Erndtebrücks aus seiner Heimatstadt Bielefeld über den Pokalgegner informierte. Auf Seiten des Favoriten vom Pulverwald sind die Verhältnisse, frei von jeglicher Überheblichkeit, bereits vor dem Anpfiff geklärt: Wir möchten die Partie natürlich in 90 Minuten entscheiden, reisen allerdings mit dem maximalen Respekt vor der Qualität des VfL an“, so TuS-Trainer Schnorrenberg.

Birkelbach als Warnung

Dass ein solches Pokalspiel auch gegen einen Gegner, der vier Ligen niedriger spielt, kein Selbstläufer wird, haben Schnorrenberg und der TuS Erndtebrück bereits vor zwei Jahren im Endspiel des Kreispokal gegen die Sportfreunde Birkelbach spüren müssen. Damals siegte der TuS nach langem 0:1-Rückstand erst in der Verlängerung mit 3:1. „Wir erwarten einen tiefstehenden VfL, gegen den es gilt Lösungen zu finden. Wer aber bei dem Gegner auf dem Feld steht oder eben nicht, spielt für uns überhaupt keine Rolle. Wir schauen nur auf uns“, gibt sich Schnorrenberg vielsagend hinsichtlich des Ausfalls seines ehemaligen Schützlings Ahmad Ibrahim.

Personell wolle der Tabellenführer der Oberliga jedoch „in Bestbesetzung anreisen“, auch um ein eventuelles Elfmeterschießen zu verhindern.

 
 

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