VfB Banfe goes „Panini“

Collage zum geplanten Stickeralbum des VfB Banfe
Collage zum geplanten Stickeralbum des VfB Banfe
Foto: WP
Der Sportverein aus Wittgenstein „klebt sich eine“. Zur kommenden Saison erscheint ein Stickeralbum mit rund 300 Aufklebern, das alle Aktiven des Vereins zeigt.

Banfe.  Aufkleber der berühmten Fußball-Idole kaufen, tauschen und stolz in ein Sammelalbum einkleben. Vorgänge, die wohl jeder Fußballbegeisterte aus seiner Jugend kennt – nur dass es sich damals eben um Profis wie Michael Ballack als holographisches „Glitzer“-Bild oder Mike Werner als einfaches Porträtfoto handelte.

Der VfB Banfe möchte den Sammler-Kult nun auch auf lokaler Ebene initiieren. Im Klartext: Statt Weltstars werden Alexander Klaus, Boris Jonjic und Co. in den Aufkleber-Tütchen zu finden sein. Doch nicht nur die Spieler der ersten Fußballmannschaft, sondern auch die Nachwuchsmannschaften werden in dem 300 bis 350 Aufkleber starken Sammelalbum vertreten sein.

Und weil es ein Album für den ganzen Verein werden soll, werden auch andere Abteilungen wie die Frauenturngruppe oder die Volleyballer vertreten sein, dazu Vorstand und weitere Helfer – vom Sponsor bis zum Bratwurst-Brater. Eine Weltneuheit ist das „lokale“ Album nicht, doch im Kreis Siegen-Wittgenstein sind die Schwarz-Weißen der erste Verein, der so ein Projekt anpackt.

Idee aus Spanien mitgebracht

Die Idee dazu kam auf, als der VfB im vergangenen Jahr mit der A-Jugend ein Turnier in Spanien spielte und sich in den Spielpausen über die regen Tausch-Aktivitäten eines Konkurrenz-Vereins wunderte. So kam die Idee auf, die Aktion zu adaptieren – und diese Idee ließ der Vorstand bei der Jahreshauptversammlung von seinen Mitgliedern absegnen.

André Becker, 2. Vorsitzender und Torwart der ersten Fußballmannschaft, warb im Rahmen der JHV: „Ich denke, dass es für jeden Fußballer interessant ist, das eigene Bild zu erwerben und in ein Heft neben seinen Mannschaftskameraden einzukleben. Ich bin zumindest selber heiß darauf.“

Die Umsetzung des „Panini“-Projekts macht die kleine Firma „Stickerverein“ aus Hamburg möglich. Dort haben sich Anna Schmidt und Martin Jettinger auf Amateurvereine spezialisiert. Sie kommen am 16. und 17. April nach Banfe, um die Hintergrundbilder für die Stickerseiten zu schießen und Infos für die Texte zu recherchieren.

Jeder Banfer, der im Verein eine Funktion erfüllt, kann sich im Mai – der genaue Termin steht noch nicht fest – von Peter Kehrle, Fotograf und freier Mitarbeiter der Westfalenpost, für einen eigenen „Sticker“ ablichten lassen.

Kleines Kassenplus ist einkalkuliert

Finanziell ist die Aktion eher unspektakulär. Das Album, das vielleicht schon zum Trainingsstart der Saison 2016/17 erhältlich sein wird, soll sechs Euro kosten. Ein Päckchen mit zehn Stickern schlägt mit 1,50 Euro zu Buche. Erhältlich sein werden diese in den lokalen Geschäften – vom Edeka über das „Ventilchen“ und die Bäckerei bis hin zur Sparkasse.

Zum Start werden 100 000 Sticker produziert – ein Risiko? Der VfB-Vorstand tauschte sich mit früheren „Stickverein“-Kunden aus und erfuhr, dass niemand Verluste gemacht hat. Ab 300 Sammlern rechnet sich die Sache. „Es ist so kalkuliert, dass ein kleines Plus unterm Strich steht. Sonst würden wir es auch nicht machen“, erklärte André Becker: „Wir werden aber auch nicht unseren Kunstrasenplatz damit abbezahlen können.“

Album soll Identifikation stiften

Im Vordergrund stehe ein gewisser Werbe-Effekt und die Stärkung der Identifikation mit dem Verein. Dieser Prozess ist schon im Gange – das Album ist Gesprächsthema in Banfe und bringt die Bewohner zusammen: „Wir hatten jetzt ein Abstimmungstreffen innerhalb des Vereins, bei dem Übungsleiter ins Gespräch gekommen sind, die vorher noch nie etwas miteinander zu tun hatten“, beobachtete Becker: „So gesehen bringt die Sache also schon jetzt etwas für den Verein.“

 
 

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