Unvergessen die Erfolge auf der Isle of Man

Siegen..  Was macht eigentlich? – diese Frage stellt sich auch, wenn das Gespräch auf Horst Schneider kommt. Kein besserer Anlass, als gerade heute, anlässlich seines 75. Geburtstags, von dem ehemaligen national und international erfolgreichen Motorsportler in der Seitenwagen-Kategorie zu berichten. Verbunden mit der Erinnerung an ruhmreiche Siegerländer Zeiten, denn vor dem Gespann Siegfried Schauzu/Horst Schneider machten sich schon Walter Schneider/Hans Strauß weltweit einen Namen.

Das heutige „Geburtstagkind“ ist „e ächter Sejener Jong“. Am 4. Juni 1938 am Rosterberg geboren, durchwanderte er nur seine Heimatstadt, in der er auch heute wohnt. Vom Rosterberg ging’s mit den Eltern zunächst zum Heidenberg und später zum Fischbacherberg. Nach einer Zeit in Seelbach ist er jetzt wieder „e d’r Schdadt“.

Am Heidenberg war es, als er und Siegfried Schauzu sich über den Weg liefen und 1963 in eine gemeinsame Rennfahrerzeit starteten, die mit großartigen Erfolgen gespickt wurde. Gerne steht Horst Schneider vor seinem Trophäenschrank in seiner schmucken Wohnung, weiß zu jedem Pokal, zu jeder Trophäe eine Geschichte. Besonders die Trophäen von den Rennen auf der weltberühmten Isle of Man haben es ihm angetan. Dort, beim schwersten und vielleicht auch gefährlichsten Motorrad-Straßenrennen der Welt, gewann er vier Mal. 60,7 km lang ist der Straßenkurs, „auf dem wir jedes Mal drei Runden zu fahren hatten, über Kanaldeckel, an Häuserwänden und Betonmauern vorbei“. Schauzu/Schneider starteten dort jedes Mal in zwei Klassen, mit zwei Motoren-Versionen – in der 500er WM-Klasse und der offenen Kategorie mit einem 750er Motor. 1967 bis 1970 siegte das Siegener Duo auf der britischen Insel. „Aus dem Beiwagen fast rausgeflogen wäre ich dabei auch einmal“, weiß er von einer gefährlichen Situation zu berichten, „und trotzdem haben wir dann noch gewonnen.“

Als Deutscher Juniorenmeister fing die große Erfolgsserie für den „Schmiermaxen“ (so werden die Beifahrer genannt) an. Doch schnell ging’s die Erfolgsleiter weiter hoch. Es folgten Deutsche Meistertitel (1967 und 1969) sowie vier jeweils dritte WM-Plätze (1967, 1968 und 1970, 1971).

Für Horst Schneider sind aber auch die vielen Erinnerungen an all’ die Belastungen unvergessen. „Da sind wir erst nachts von den Rennen aus dem Ausland zurückgekommen und ich bin gleich morgens, ohne zu schlagen, arbeiten gegangen, denn Geld war damals mit der Rennerei nicht viel zu verdienen“, so Horst Schneider, der natürlich auch stets daran dachte, für seine Familie zu sorgen, die heute mit ihm den Ehrentag in kleiner Runde feiert.

 
 

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