Unbändiger TSV-Wille sorgt für Klassenerhalt

Fußball-Bezirksliga: FSV Werdohl II - TSV Aue-Wingeshausen 2:4
Fußball-Bezirksliga: FSV Werdohl II - TSV Aue-Wingeshausen 2:4
Foto: Mark Sonneborn
80 Minuten spielte der TSV Aue-Wingeshausen in Unterzahl und mit Feldspieler Don von der Ahe im Tor. Doch mit Kampf und Willen triumphierten die Wittgensteiner beim FSV Werdohl II.

Werdohl..  Die Information aus Nuhnetal erreichte die Fußballmannschaft des TSV Aue-Wingeshausen auf der Heimfahrt vom wohl nervenaufreibendsten Spiel der Saison. Nach 80-minütiger Unterzahl, einem Feldspieler als Torwart sowie einer Hitzeschlacht „á la Lausanne“ siegten die Wittgensteiner beim FSV Werdohl II verdient mit 4:2. Nun fehlte also einzig die Nachricht, dass der FC Nuhnetal zu Hause gegen den FC Arpe/Wormbach verloren oder Remis gespielt hat, und der TSV Aue-Wingeshausen könnte für ein weiteres Jahr Bezirksliga planen. „Auf der Rückfahrt hieß es plötzlich, dass Nuhnetal 2:1 gewonnen hat. Da bin ich direkt nach Hause durchgefahren. Das konnte doch nicht wahr sein“, blickt Schneider auf die Stunden nach dem Abpfiff des TSV-Spiels zurück.

Spontane Feier in der Wester

Zuhause angekommen, klingelt das Handy des Trainers – und plötzlich fällt der gesamte Druck der vergangenen intensiven sieben Monate ab. „Mir wurde gesagt, dass Nuhnetal nicht 2:1 gewonnen, sondern 1:4 verloren hat. Da bin ich direkt ins Auto und in die Wester gefahren. Das war ein unglaublicher Moment“, so Schneider.

Der TSV Aue-Wingeshausen bleibt also für ein weiteres Jahr in der Bezirksliga 4. Betrachtet man die Dramatik des Tages und den unbändigen Willen der Schneider-Elf, so ist diese Tatsache hochverdient: Bereits um 13:02 jubelten die Wittgensteiner, als Marcel Euteneuer einen Querpass von Jens Sonneborn über die Linie drückte (2.).

Ehe die bereits abgestiegenen Werdohler richtig realisierten, was für den TSV auf dem Spiel stand, hätte Sonneborn aus zehn Metern den Grundstein zum Klassenerhalt legen können. Doch der TSV-Angreifer verzog knapp.

Auf der Gegenseite drohte die Partie zu kippen: Nach Unstimmigkeiten in der Hintermannschaft konnte TSV-Torwart Kevin Schneider Plettenbergs Sandro Collura nur per Foul stoppen. In der Konsequenz bedeutet dies die Rote Karte für den Schlussmann sowie Elfmeter für den FSV.

„In dem Moment kann man die Situation nur schwer fassen, zudem wir auch keinen Ersatzkeeper dabei hatten“, erklärt Schneider. Der angeschlagene Don von der Ahe rückte zwischen die Pfosten, blieb jedoch beim anschließenden Freistoß chancenlos. Werdohls Collura zirkelte den Ball zum 1:1 in die Maschen.

Was jedoch von Seiten des TSV folgte, ließ nicht vermuten, dass dort ein abstiegsbedrohter Verein spielte. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung sorgen erst Lutz Friedrich (17.) und Simon Henkel (33.) sowie letztlich Julian Boshof (52.) bei Temperaturen um die 30 Grad für die vorzeitige Entscheidung.

Die „Katze von Werdohl“, Don von der Ahe, musste sich nur noch einmal geschlagen geben, als Collura per Fernschuss auf 2:4 verkürzte (59.). Am Ende sicherte sich der TSV Aue-Wingeshausen aufgrund einer bärenstarken Vorstellung völlig verdient den Klassenerhalt. Mehr Dramatik geht nicht.

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