Tragischer Unfall reißt Markus Pilz aus dem Leben seiner Familie

Meiswinkel..  Welch’ ein Schock. Die Nachricht vom Tod von Markus Pilz erfüllt die Siegerländer Sportlerinnen und Sportler mit Trauer und Bestürzung. Der Behinderten-Sportler, der am vergangenen Freitag bei einem tragischen Verkehrsunfall in Eichen starb, wurde nur 52 Jahre alt. Markus Pilz nahm an den Paralympischen Sommerspielen in Barcelona und Atlanta teil und brachte von dort Gold, Silber und Bronze mit.

Paralympics-Sieger wurde er 1992 in Barcelona mit der 4x100 Meter-Staffel und im Einzelrennen über 400 Meter - jeweils in Weltrekordzeit. Silber und Bronze gab es über 5000 und 10 000 Meter sowie Bronze über 4x400 Meter. 1996 in Atlanta erkämpfte er sich noch Silber über 400 und Bronze über 10 000 Meter.

Silbernes Lorbeerblatt

In Barcelona zählte sein väterlicher Freund und Trainingspartner Friedhelm Müller (62), ebenfalls aus dem Siegener Stadtteil Meiswinkel, zu den erfolgreichen Staffeln über 4x100 und 4x400 Meter. Seine internationalen Erfolge rundete Markus Pilz 1991 in Tokio als Weltmeister über 1500 Meter ab.

Gewürdigt wurden seine Leistungen mit der Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes, der höchsten Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland im Sport, 1993 in Bonn durch den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

Markus Pilz war seit seinem 17. Lebensjahr, nach einem Moped-Unfall, an den Rollstuhl gefesselt, meisterte die große körperliche Beeinträchtigung aber mit viel Energie und Willenskraft, die sich nicht zuletzt in den sportlichen Erfolgen widerspiegeln.

Sportler des Jahres

Die Leser unserer Zeitung würdigten die Leistungen von Markus Pilz, mit der viermaligen Wahl zum „Sportler des Jahres“: 1987 und 1988 sowie 1991 und 1992.

Inzwischen hatte er sich von dem Rollstuhl-Rennsport zurück gezogen. „Meinen Stuhl hat ein junges Mädchen bekommen“, erzählte er kürzlich, als er mit seinem jetzigen Sportgerät, dem Handbike, eine Demonstrationsrunde im Rahmenprogramm der Feier „40 Jahre Hofbachstadion“ hinlegte - in 45,9 Sekunden, eine Zeit, die einem Weltklasse-Läufer über 400 Meter würdig ist.

Auch als Mensch unvergessen

Aber auch mit dem neuen Sportgerät hat er die Welt gesehen, startete bei Marathonrennen.

Markus Pilz hinterlässt Ehefrau Anke, die er 1994 heiratete. Die Siegerländer Langstrecken-Läuferin war in ihrer aktiven Zeit Deutsche Jugend- und Junioren-Meisterin über 1500 und 3000 Meter und startete bei den Junioren-Europameisterschaften. 1986 gewann sie bei der Wahl zur „Sportlerin des Jahres“ unserer Zeitung.

Zurück bleibt auch die 16-jährige Tochter Kim Chiara als ebenfalls sehr talentierte Leichtathletin.

Markus Pilz beeindruckte nicht nur als Athlet, sondern auch als Mensch, der in der Region und weit darüber hinaus unvergessen bleiben wird.

 
 

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