Sportfreunde Siegen 0:4 in Aachen

Ein enttäuschter Siegener Niklas Zeller nach dem 2:0 für Alemannia Aachen.
Ein enttäuschter Siegener Niklas Zeller nach dem 2:0 für Alemannia Aachen.
Foto: Rene Traut
  • Seibert-Team rutscht im eisigen Tivoli-Stadiob böse aus
  • Über weite Strecken wie ein Absteiger präsentiert
  • Nach einer halben Stunde ist die Sache schon vorbei

Aachen.  Das Beste an den Auswärts-Auftritten der Siegener Sportfreunden ist der Mannschafts-Bus. Bei der Aachener Alemannia kassierten die Mannen von Trainer Thorsten Seibert eine 0:4 (0:2)-Niederlage und taumeln der Oberliga entgegen. 4100 Zuschauer im „Kühlschrank“ Tivoli sangen sich warm, während das Häuflein Siegener Fans im „Aquarium“ sich mit Pfiffen aus der Printenstadt verabschiedeten.

Einmal mehr präsentierten sich die Sportfreunde zaghaft, fast ängstlich. Eine erste Halbzeit, die sich nahtlos an die Vorstellungen der voran gegangenen Auswärts-Vorstellungen anschloss. Im Spiel nach vorne harmlos, in der Rückwärtsbewegung mit vielen Fehlern. Aus dem ersten Angriff resultierte gleich die Führung der Gastgeber auf tau benetztem Tivoli-Rasen, wo es mit der Siegener Standhaftigkeit nicht zum besten bestellt war. In der 12. Minute musste das Julian Dudda feststellen, der den langen Ball aus dem Mittelfeld mit der Brust herunter holen wollte, ins Straucheln geriet und Florian Rüter den Weg bereitete. Der lief ein paar Schritte in die Mitte und zog aus 16 Metern ab. Es schien, als hätte Dominik Poremba damit nicht gerechnet, denn seine Reaktion kam spät, der Ball landete im Eck. Unhaltbar war der nicht.

Sportfreunde mit Trauerflor

Die mit Trauerflor für den gestorbenen Ehren-Ältestenrats-Vorsitzenden Rudolf Brachthäuser aufgelaufenen Siegener wirkten früh geschockt, machten nicht den Eindruck, als legten sie Wert auf eine schnelle Antwort. Die hätten fast die Aachener gegeben, als drei Minuten später der Rückpass von Innenverteidiger Tobias Haitz Keeper Phillip Sprint auf dem falschen Fuß erwischte. Den in Richtung Torlinie trudelnden Ball beförderte der Torhüter in höchster Not zur Ecke. Außer einem Schussversuch von Niklas Zeller nach 24 Minuten, der Sprint ein paar Meter vor seinem Kasten ausgemacht hatte, aber zu hoch zielte, waren die Offensivbemühungen der Sportfreunde wenig zwingend. Zwar kamen zwei, drei Flanken von Julian Jakobs von der rechten Außenbahn, doch die fanden keinen Abnehmer. Beim zweiten Alemannia-Tor – erneut zeichnete sich Rüter als Schütze in der 29. Minute aus – reklamierten die Siegener Handspiel. Der Ball sprang an den Oberarm des Aacheners, doch die Pfeife von Mitja Stegemann blieb stumm. Rüter nutzte die Chance, drehte sich am Fünfmeterraum um zwei Abwehrspieler und machte das Tor. Auch jetzt blieben die Siegener, die im Gegensatz zum Verl-Spiel auf Marco Rente verzichteten und mit Mehmet Kurt in der Startformation aufwarteten, harmlos, im Passspiel zu unsicher.

Und es wurde nicht besser. Aufbäumen gegen die drohende Niederlage: Fehlanzeige. Keineswegs überragende Aachener hatten die Sache im Griff. Und der nach dem Wechsel eingewechselte Kay-Lance Mickels erwies sich als durchaus belebendes Element im Alemannia-Mittelfeld. Es ist auch im zweiten Durchgang kein durchdachtes Siegener Spiel erkennbar. Ein Mickels-Schuss (49.) brachte Poremba in Schwierigkeiten, ein weiterer flatterte am langen Eck vorbei (61.). Auf der anderen Seite der dritte Eckball, der ebenso verpuffte wie die beiden anderen zuvor. So spielt keine Mannschaft, die sich hier eine Chance ausrechnet. Allzu leicht waren die Versuche vom Gegner zu durchschauen, die Aachener mussten nicht viel tun, um die ungenügenden Angriffsbemühungen im Keim zu ersticken. Die Pässe kamen nicht an, schon im defensiven Mittelfeld stieg die Fehlpass-Quote.

Und als in der 82. Minute Mehmet Kurt, der keinerlei Regionalliga-Format erkennen ließ, Doppeltorschütze Rüter übers lange Bein fliegen ließ und Schiri Stegemann folgerichtig auf den Elfmeterpunkt zeigte, nahm die Niederlage endgültig Konturen an. Timo Staffeldt guckte Poremba aus – das 3:0 für die Alemannia, die sich wohl auch vor dem Anpfiff nicht gedacht hatte, so leicht über die Runden zu kommen.

Die „Absteiger“-Rufe aus dem ansonsten längst verstummten Sportfreunde-Fanblock waren die logische Folge. Das 4:0 durch Abwehrchef Jannik Löhden machte die Sache rund

 
 

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