Sportfreunde feiern ersten Heimsieg gegen ganz schwache Aachener

Siegener Jubeltraube um Richard Weber, der nach fünf Minuten das 1:0 erzielte.
Siegener Jubeltraube um Richard Weber, der nach fünf Minuten das 1:0 erzielte.
Foto: WP

Siegen.  Selten hat sich so ein unterlegener Gegner im Leimbachstadion vorgestellt. Fußball-Regionalligist Sportfreunde Siegen schlug vor 2321 Zuschauern Ex-Bundesligist Alemannia Aachen klar mit 3:0 (2:0). Es war der erste Heimsieg der Sportfreunde seit dem 23. April (2:0 gegen Kray).

Der Sieg hätte noch höher ausfallen können. Die Kaiserstädter sind nur noch ein Schatten ihrer selbst, nach dem Zwangsabstieg und der Insolvenz nicht mehr mit den früheren Teams zu vergleichen. Das letzte Aufeinandertreffen war im Dezember 2005 (2:2 in der 2. Liga im leimbachstadion). Das waren noch Zeiten.

Michael Boris hatte überraschend den Torwart gewechselt. Er ließ Yannik Dauth draußen und brachte den Ex-Aachener Kevin Rauhut: „Beide haben gut trainiert, jetzt will ich Rauhut einmal im Wettkampf sehen.“ Der ehemalige Alemanne war eigentlich als Nummer eins in die Saison gegangen, dann aber wegen einer Zerrung wochenlang ausgefallen.

Schon nach fünf Minuten schlug es zum ersten Mal im Aachener Tor ein. Nach einem präzisen Freistoß von Daniel Grebe kam Alemannen-Schlussmann Frederic Löhe zu spät aus seinem Kasten, das nutzte Richard Weber resolut aus und köpfte zur frühen Siegener Führung ein.

Einseitige Begegnung

Schon 180 Sekunden später konnte die einseitige Begegnung vorentschieden sein. Doch Konstantin Möllering schoss völlig frei vor Löhe den Ball in den Siegener Abendhimmel. Der Neuzugang agierte danach sehr unglücklich, verlor viele Bälle und vergab beste Chancen. Immerhin ließ sein Einsatz nie zu wünschen übrig.

Doch den Fehlschuss konnten die Sportfreunde verschmerzen, zu schwach waren die Gäste, die ihre Niederlagen-Serie fortsetzten. Die Siegener ihrerseits schossen sich den Frust von Düsseldorf von der Seele. Sie gingen von Beginn an mit großem Engagement zu Werke und ließen dem ehemaligen Europapokal-Teilnehmer aus dem Dreiländer-Eck keine Luft zum Atmen. Und endlich wurden auch die Torchancen - bis auf wenige Ausnahmen - konsequent genutzt.

Zunächst traf nach einem völligen Durcheinander in der Aachener Abwehr ein weiterer Neuer, Zouhair Bouadoud, der in seinem dritten Spiel schon das zweite Tor für die Sportfreunde erzielte. Der immer eifrige Sturmtank fackelte frei vor dem bemitleidenswerten Löhe nicht lange und schoss ein.

Die Entscheidung besorgte der für Alexander Hettich in die Anfangsformation gerutschte Abdelkader Maouel. Der Ex-Bergisch Gladbacher traf nach einer Vorlage des starken Sascha Eichmeier aus elf Metern.

Zuvor hatten sich die in allen Belangen unterlegenen Aachener selbst dezimiert. Jochen Schumacher leistete sich eine Tätlichkeit an Daniel Grebe und sah folgerichtig die Rote Karte von Schiedsrichter Cetin Sevinc aus Waltrop. Die 400 mitgereisten Aachener Anhänger skandierten nach dem dritten Gegentor „Wir haben die Schnauze voll“. Besser kann man die unterirdische Leistung der Gäste nicht beschreiben.

Mit Wut im Bauch

Siegens Trainer Michael Boris war natürlich hoch zufrieden: „Wir haben uns nicht verunsichern lassen und sind mit Wut im Bauch angetreten. Ich habe uns auch nie im Abstiegskampf gesehen. Wir haben genau so gut gespielt wie die ersten 75 Minuten in Düsseldorf.“ Da hat der Übungsleiter Recht, nur fehlte eben am Rhein das zweite und entscheidende Tor.

Am Samstag (14 Uhr) in Oberhausen wird übrigens wieder Yannik Dauth zwischen den Pfosten stehen.

Der weitgehend beschäftigungslose Kevin Rauhut bekommt weitere Chancen unter der Woche. Am nächsten Dienstag (1. Oktober, 19.30 Uhr) gegen Uerdingen und im mittlerweile angesetzten Westfalenpokal-Spiel der zweiten Runde bei der SpVg Olpe ( Mittwoch, 9. Oktober, 19 Uhr).

 
 

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