SKV feiert Auftakt nach Maß

Philipp Herder bei seiner Bodenübung.
Philipp Herder bei seiner Bodenübung.
Foto: WP

Koblenz.  Mit einem deutlichen und zu keinem Zeitpunkt gefährdeten 56:25-Sieg kehrten die Turner der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung von ihrem ersten Auswärtswettkampf der gerade begonnenen Saison aus Koblenz zurück. In der großen Conlog-Arena konnten die Turner sich an die Wettkampfatmosphäre gewöhnen, auch wenn sie sich - bedingt durch die Größe der Halle - ein wenig verloren vorkamen. Die heimischen Turner ließen sich dadurch aber nicht von ihrem Ziel abbringen, beide Siegpunkte mit nach Hause zu nehmen und traten mit einem ausgeprägten Teamgeist an.

Boden

Am Boden warteten die Gastgeber aber bereits mit sauberen und taktisch gut aufgestellten Übungen auf. Insbesondere die sicheren Stände nach akrobatischen Reihen brachten ihre Turner punktemäßig nach vorne. Jonas Rohleder (SKV), als erster Turner der Siegerländer gegen den starken Stefan Salzmann eingesetzt, konterte aber geschickt, erzielte mit seiner technisch starken Übung fast 14 Punkte und sicherte somit die ersten drei Score Punkte.

Im Anschluss hatte dann Bram Louwije, ein sympathischer junger Belgier, seine Premiere für die Siegerländer. Durch leichte Standfehler nach seinen Sprüngen hatte er etwas höhere Abzüge als sein Kontrahent aus Koblenz. Philipp Herder brachte dann mit einem gewohnt starken Auftritt die Siegerländer in Front, wobei er mit seinen 14,05 Punkten an diesem Gerät auch die Höchstmarke setzte. Da Daniel Uhlig (TG Friesen Klafeld), der Probleme in seiner letzten Bahn hatte, sein Duell dann wieder gegen den Kontrahenten der Gastgeber verlor, ging das erste Gerät unentschieden (7:7) aus.

Seitpferd

Am folgenden Gerät, dem Seitpferd, gewannen die Siegerländer dann aber durch vier gewonnene Duelle deutlich an Boden und bauten den Vorsprung aus. Bester SKV-Turner war hier Bram Louwije, der mit einer technisch ausgereiften und sauberen Übung nicht nur den Höchstwert an diesem Gerät erzielte, sondern auch fünf Score Punkte für das Team einheimste. Sebastian Spies (SKV) hatte sich bereits als Startturner mit drei Punkten erfolgreich durchgesetzt, und auch Philipp Herder und Nico Ermert (TV Freudenberg) erzielten ebenfalls deutliche Punktgewinne gegen ihre Kontrahenten.

Ringe

An den Ringen, einem bekannt starken Gerät der Gastgeber, sicherten die Turner vom Deutschen Eck ihre zwei Gerätpunkte. Verstärkt durch den ehemaligen Oppauer Turner, Jochen Pfirrmann, spielten sie taktisch geschickt ihre Stärken aus und errangen letztlich durch Jan Damrau den Gerätesieg. Nico Ermert, durch eine Schulterverletzung in der Vorbereitung an diesem Gerät stark eingeschränkt, heimste allerdings ein Remis gegen den niederländischen Gastturner der Koblenzer, Boudewijn de Vries, der Standprobleme beim Abgang hatte, ein. An den Ringen sind sicherlich noch Reserven bei den Siegerländern vorhanden, die geschickt eingesetzt, in den kommenden Wettkämpfen zu Verbesserungen führen dürften.

Sprung

Nach der Pause wurde der Wettkampf dann am Sprungtisch fortgesetzt. Durch eine generelle Abwertung der Ausgangswerte am Sprung im Rahmen der neuen Wertungsvorschriften, die seit diesem Jahr in Kraft gesetzt sind, fallen die Endnoten in der Regel einen Punkt niedriger aus als in den Jahren zuvor. Alle acht Springer der beiden Teams versuchten sich an dem gleichen Sprung, einem Kasamatsu. Mit unterschiedlicher Qualität wurden die Sprünge vorgetragen. Der Koblenzer Angelo Schall verlor in der Luft die Orientierung und landete mit dem Gesäß zuerst auf der Matte, so dass dieser Sprung als Sturz mit null Punkten gewertet wurde.

Alle anderen Sprünge erhielten Wertungen im Bereich von 11,85 - 13,5 Punkten, wobei Jonas Rohleder erneut die Tagesbestmarke an diesem Gerät erzielte. Drei gewonnene Duelle brachten die Siegerländer nach dem Geräteverlust an den Ringen wieder in die richtige Spur, wobei sich Philipp Herder durch die gewonnenen 10 Score Punkte nach dem Sturz von Schall in der Score-Wertung deutlich nach vorne schieben konnte.

Barren

Am Barren musste sich Nico Ermert gegen die sauber vorgetragene Übung von Stefan Salzmann geschlagen geben. Nico hatte noch Schwächen zu Beginn und beim Abgang, zeigt sich aber deutlich gereift an diesem Gerät und hat hier noch weiteres Potenzial. Philipp Herder setzte sich mit einer guten Leistung gegen den ebenfalls starken Jochen Pfirrmann durch und egalisierte so an diesem Gerät den Vorsprung der Gastgeber. Bram Louwije sicherte dann für die Siegerländer mit einer schwierigen und technisch sehr sauberen Übung den entscheidenden Vorsprung an diesem Gerät. Er setzte sich deutlich gegen seinen Trainingskollegen de Vries durch, der auch schwierig turnen wollte, aber letztlich durch gravierende Fehler in seiner Übung hohe Abzüge in Kauf nehmen musste. Sebastian Spies konnte sich mit der letzten Übung nicht gegen Jan Damrau durchsetzten, der Vorsprung durch Herder und Louwije war aber so groß, dass der Gerätesieg in trockene Tücher gebracht wurde.

Reck

Auch am letzten Gerät, dem Reck, wurde es noch einmal spannend. Beide Teams konnten je zwei Duelle für sich gewinnen, wobei die Niederlage von Daniel Uhlig aus Turner- und Zuschauerperspektive nicht nachvollziehbar war. Auf der Seite der Siegerländer waren es erneut Philipp Herder und Bram Louwije, die mit jeweils vier Score-Punkterfolgen den Gerätesieg sicherten. Nico Ermert hatte gegen den an diesem Gerät gut aufgelegten de Vries keine Chance und gab sein Duell klar an den Niederländer ab.

Scorewertung

In der inoffiziellen Scorewertung gelang es Philipp Herder, sich mit 23 Punkten erfolgreich durchzusetzen. Zweiter wurde der Neuzugang der Siegerländer, Bram Louwije, der es hier auf 19 Score-Punkte brachte und fast diese Wertung auch gewonnen hätte, wenn Philipp Herder nicht von 10 gewonnenen Score Points durch den Sturz profitiert hätte.

Die Siegerländer starteten erfolgreich in die Saison, auch wenn sie den reduzierten Einsatz von Jonas Rohleder nicht kompensieren können. Hier sind die jüngeren Turner gefordert, und sie sind auch auf dem richtigen Weg. Aus dem vorhandenen Potenzial sind noch Verbesserungen zu erzielen und am Samstag im ersten Heimwettkampf gegen KTV Straubenhardt II sollte es das Ziel sein, an den noch vorhandenen Schwächen zu arbeiten und sie auszumerzen.