Skiclub erweitert sein Portfolio

Florian Runte

Rückershausen.  Der Andrang hatte selbst die Ausrichter überrascht. Beim ersten „echten“ Ski-Inline-Slalomrennen des SC Rückershausen musste der Zeitplan nach hinten korrigiert werden, weil mit 83 Läufern mehr Sportler auf Rollen den Berg hinunter sausten, als geplant war. Beim Skitty-Cup, bei dem es in einem Geschicklichkeitsparcours um, über und unter etlichen Hindernissen zum Ziel geht, waren 68 Kinder dabei.

„Das ist absoluter Rekord“, freute sich Andre Lehmann vom SV Oberes Banfetal, der seit einigen Jahren Ski-Inline-Referent beim Westdeutschen Skiverband ist. Auf der Homepage des Verbandes sind unter dem Reiter „Aktive Verein“ sechs Clubs verzeichnet – ein Eintrag aus dem Vorjahr. Aktuell müssten dort neben dem SC Rückershausen auch der TV Büschergrund und der SC Lennestadt um den rührigen Funktionär Ludger Erwes, der in Rückershausen als Schiedsrichter fungierte, ergänzt werden. Neun Vereine statt sechs Vereine – eine gute Entwicklung.

Hinzu kommt, dass mit dem SC Ewerswald (Dietzhölztal) direkt hinter der hessischen Grenze ein weiterer Verein beschlossen hat, auf Rollen für die Skirennen im Winter zu üben – wobei viele Aktive diesen Gerätewechsel im Winter ja gar nicht mehr vollziehen, da es sich meist gar nicht lohnt.

Aus dem gleichen Grund ist Heiko Eckermann, Vorsitzender des SC Rückershausen, durchaus froh darüber, dass sein Verein das Portfolio noch einmal erweitert hat. „Man darf als Skiverein nicht mehr warten, bis der Schnee kommt. Das gehört zum Vereinsleben dazu, dass wir so etwas anbieten.“ Abgeguckt haben sich die Rückershäuser den Asphalt-Slalom beim SV Oberes Banfetal, der schon seit Jahren die Kinder aus dem Banfe- und Lahntal auf die Straße bringt.

Einige wenige hatten es zunächst im Vorjahr ausprobiert. Mittlerweile kommt eine große Trainingsgruppe zusammen, wenn Anja Eckhardt und Alexander Ulrich, die Alpin-Sportwarte des SC Rückershausen, zweimal wöchentlich die Stangen zum Training in den Espen aufstellen. „Das Gute ist, dass man schnell einsteigen kann“, freut sich Eckhardt, dass es im Grunde „nur“ der Inliner und Schutzkleidung bedarf und fast überall trainiert werden kann.

Maxi Löw eine Klasse für sich

So war nur logisch, dass auf das „Testrennen“ im Vorjahr, als der SCR die Rothaarmeisterschaft ausrichtete, nun ein größeres Rennen folgte. „Hinterm Tannenwald“ ging es hinab in Richtung Rückershausen. Die Strecke war mit durchschnittlich 5,5 Prozent Gefälle nicht übermäßig steil, doch mehrere – glimpflich verlaufene – Stürze dokumentierten, dass Ralf Gütting vom SVO einen durchaus anspruchsvollen Kurs gesteckt hatte.

Die „Etablierten“ vom SV Oberes Banfetal waren die Schnellsten. Der Hesselbacher Maxi Löw (U16), seit dieser Saison wieder beim SVO, fuhr unter den männlichen Startern in einer eigenen Liga und absolvierte die zwei Durchläufe über die 461 Meter lange Strecke in 50,31 Sekunden – fast fünf Sekunden schneller als alle anderen. Am dichtesten dran war noch Marie-Theres Lehmann (U18) in 54,12 Sekunden. Auch Isabelle Gütting (U14/55,32 Sekunden) zeigte ihr Können eindrucksvoll.