Siegerländer vor Sprung an Tabellenspitze

Siegerland..  Wie gut haben die heimischen Handball-Teams die Karnevalspause überstanden? Und welcher der beiden heimischen Männer-Verbandsligisten übernimmt am Wochenende von Spitzenreiter OSC Dortmund, dessen Topspiel in Haltern verlegt wurde, die Tabellenführung?

Mit breiter Brust

Das „Erstrecht“ hat, sowohl von der Tabelle her als auch vom Terminplan, der RSVE Siegen, denn die Eiserfelder treten schon am Samstag (19.15 Uhr) beim HC TuRa Bergkamen an, während der punktgleiche Lokalrivale TuS Ferndorf II erst am Sonntag (17 Uhr) daheim gegen den Favoritenschreck TuS Hattingen antritt. „Es gilt für uns sowieso keine einfachen Spiele, aber die Aufgabe in Bergkamen ist schon besonders schwierig“, meint RSVE-Coach Mirza Sijaric, der sich keinesfalls vom hohen 39:27-Hinspielsieg blenden lassen will: „Damals war TuRa noch nicht so gefestigt wie jetzt. Für mich ist das trotz deren jüngster Niederlage in Oberaden ein ernsthafter Titelkandidat.“ Andererseits ist es dem Ex-Oberligisten nicht gelungen, seine Heimhalle am Friedrichsberg zur Festung werden zu lassen.

So haben dort schon der OSC und Westerholt gewonnen, konnte Ferndorf II einen Zähler entführen. Deshalb liegt die Truppe um Spielertrainer Thomas Rycharski ja auch zwei Punkte hinter den Siegerländern und steht mächtig unter Erfolgsdruck. Sijaric hat seinen Schützlingen eine kleine Erholungspause gegönnt, nach dem Einzug ins Kreispokal-Halbfinale aber die Zügel im Training wieder tüchtig angezogen, denn er will seine Mannschaft ungeachtet einer grassierenden Grippewelle, die jetzt auch Torhüter Hilmar Gudmundsson erwischt hat, optimal vorbereitet in dieses Vier-Punkte-Match schicken.

Zum Glück steht ja Zweitkeeper Stephan Eckard wieder zur Verfügung, weshalb Sijaric betont: „Wir fahren mit breiter Brust Richtung Kamen und werden alles versuchen, um unsere bislang mäßige Auswärtsbilanz aufzubessern.“

Michael Lerscht warnt

Sollte der RSVE nicht gewinnen, dann könnte der TuS Ferndorf II davon profitieren und am Sonntag im letzten Spiel der 17. Runde den Platz an der Sonne übernehmen. Daheim gegen den Tabellenzehnten zu spielen, klingt wie eine Pflichtaufgabe, zumal die Kreuztaler schon in Hattingen einen 34:25-Kantersieg herausgeholt hatten.

Doch Coach Michael Lerscht warnt völlig zu Recht davor, diese Partie als Selbstläufer zu betrachten, hat sich doch die Truppe von Trainer Farnk Osterloh zu einem völlig unberechenbaren Team entwickelt, dass neben dem Heimsieg über den RSVE vor allem auf fremden Parkett glänzte und in Riemke, Westerholt und Haltern/Sythen doppelt punktete. Lerscht gönnte seinem stark beanspruchtem Minikader letzte Woche ein paar trainingsfreie Tage und hofft, dass der Akku wieder geladen ist, die Niederlage in Westerholt keine Spuren hinterlässt. Bis auf Sartisson steht ihm der komplette Kader zur Verfügung, allerdings dürfte Spielmacher Reh nach Erkrankung nur bedingt einsatzfähig sein.

Ob es Verstärkungen aus dem Kader der „Ersten“ geben wird, ließ Lerscht offen: „Hilfe wäre zeitlich möglich, aber wir werden im Vorgriff auf das Drittliga-Gipfeltreffen gegen Hagen nichts riskieren.“

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