Serie des RSV Eiserfeld in Werdohl gerissen

Bernd Großmann
Ferndorfs Benjamin Reh im Spiel gegen Haltern-Sythen.
Ferndorfs Benjamin Reh im Spiel gegen Haltern-Sythen.
Foto: WP

Eiserfeld/Ferndorf.  Überraschende Resultat zum Hinrundenausklang der Handball-Verbandsliga: Während Eiserfeld in Werdohl patzte, gelang Ferndorfs Reserve ein toller Sieg über den bisherigen Spitzenreiter aus Haltern-Sythen, so dass doch noch die HSE Hamm Halbzeitmeister wurde.

HSV Werdohl/Versetal - RSV Eiserfeld 32:28 (9:11). 35 Minuten lang deutete nichts darauf hin, dass die Erfolgsserie des RSV (11:1-Punkte) ausgerechnet beim bislang erst einen Heimsieg feiernden Kellerkind reißen würde. Zwar hatte Eiserfeld bis dahin offensiv zu wenig Druck entwickelt, doch agierte die Abwehr gewohnt bissig und kompakt. Und immerhin gelangen zu Beginn der zweiten Halbzeit endlich ein paar Konterangriffe, konnte der knappe Pausenvorsprung auf 15:10 ausgebaut werden.

Wie gelähmt

Der Knackpunkt zur Wende war eine Auszeit von HSV-Coach Kai Henning, der im Vorfeld verkündet hatte, seine Tätigkeit in Werdohl zum Saisonende ausklingen zu lassen. Er wechselte danach nicht nur van der Hurk ein, der sofort neben die bis dahin zu sehr auf sich allein gestellten de Liello und Goalgetter Bardischewski wirkungsvoll unterstützte. Überhaupt agierten die Werdohler fortan wie verwandelt, während der RSV wie gelähmt wirkte. „Es sah so aus, als würden jeder meiner Spieler plötzlich zehn Kilo auf dem Rücken schleppen“, beschrieb Eiserfeld Coach Gojko Krcmar das völlig veränderte Spielgeschehen. In Windeseile gelang den jetzt auch vom Publikum lautstark unterstützten Kellerkind der 17:17-Ausgleich (40.).

Krcmar-Ansprache verpufft

Krcmar versammelte daraufhin ebenfalls seine Schützlinge auf dem Parkett, doch seine Ansprache verpufft ebenso wirkungslos wie einige Umstellungen im Team (so wurde der bis dahin nur in der Abwehr eingesetzte Johannes Krause auch im Angriff gebracht) oder Torwartwechsel. Jegliche Souveränität war wie weggeblasen, die so hoch gelobte Defensive wirkte plötzlich überfordert und öffnete Lücken, die Werdohl in schöner Regelmäßigkeit nutzte und die zum 20:19 erstmals herausgeworfene Führung kontinuierlich ausbaute. Zu allem Überfluss rauschte Stefan Hauschild in der 55. Minute beim Stande von 29:25 noch mit Bardischewski zusammen und musste mit einer (sofort genähten) Platzwunde ausscheiden. Er wird am Dienstag (20 Uhr) im Testspiel gegen den benachbarten Drittligisten TuS Ferndorf fehlen.

HSV-Tore: de Liello (8/4), Bardischewski (7), van der Hurk (4), Bluhm (4), Lengelsen (2), Scheuermann (2), Lohmann (2), Gurol (2/1), Scheerer (1). - RSV: Gudmundsson, Dickel; Grujicic (7/3), F. Krause (5), Hauschild (4), Nies (4), J. Krause (3), Meyer (2), Hochreuter (2/1), Phillip (1), Daub, Wagener, Fuhrmann.

TuS Ferndorf II – HSC Haltern-Sythen 32:31 (12:15). Ausgerechnet der lange verletzte Kreisläufer Fabio Schöttler sorgte in Überzahl kurz vor Schluss für das Ferndorfer Happy-End nach einem turbulenten Match und toller Aufholjagd. „Ich bin mehr als zufrieden. Gegen einen Tabellenführer, der erst einmal verloren hat, gewinnt man ja schließlich nicht alle Tage.“

Frühe Auszeit

Nach 2:0-Führung geriet der TuS mit 2:5 in Rückstand, sah sich Lerscht zu einer frühen Auszeit veranlasst, in der er seine Schützlinge neu einstellte. Und das durchaus erfolgreich, denn Schneider und Co, sorgten für den 9:9-Ausgleich. Insgesamt aber wurden zu viele Chancen ausgelassen. So blieb beim Stande von 12:14 ein Gegenstoß ungenutzt, so dass die erste Hälfte doch mit einer Drei.Tore-Führung für den Favoriten endete.

Tolle Aufholjagd.

Auch beim 18:19 ließen die Ferndorfer einen Konter aus und gerieten mächtig unter Druck, als der vom auch in Kreuztal überragenden Verbandsliga-Schützen Alexander Mazur angeführte Neuling auf 19:24 (45.) enteilte.

Allerdings sprach die deutlich größere Bank für die Hausherren, die tatsächlich ihre besser Physis in die Waagschale warfen und sich mit hoher Laufbereitschaft wieder heran kämpften. Beim 26:26 war der Ausgleich geschafft, ging es in die packende Schlussphase, die mit dem schon erwähnten Schöttler-Tor den knappen TuS-Sieg bescherte.

TuS II: Wellen, Broszinski; J. Schneider (9/4), Sorg (4), Schöttler (4), Dröge (4), Reuter (4), Reh (3), Walter (2), F. Schneider (1), Pfeil (1), Ronge, Markowski. - HSC-Tore: Mazur (14/3), Richter (7), L. Herrmann (4), Schrief (3), Engberding (1), Schellhase (1), Redemann (1).