Seitenwechsel: Warum Neusesser Trainer wird

Seitenwechsel: Andreas Edelmann verlösst den VfL Bad Berleburg nach der Rückrunde. Neuer Trainer des Fußball-Landesligisten wird dann Peter Neusesser, der bislang als sportlicher Leiter gearbeitet hat.
Seitenwechsel: Andreas Edelmann verlösst den VfL Bad Berleburg nach der Rückrunde. Neuer Trainer des Fußball-Landesligisten wird dann Peter Neusesser, der bislang als sportlicher Leiter gearbeitet hat.
Foto: WP

Bad Berleburg..  Das Personalkarussell um den Trainerposten bei der Landesliga-Fußballern des VfL Bad Berleburg hat sich gedreht. Seit der Bekanntgabe des Wechsels von Andreas Edelmann auf seinen Nachfolger Peter Neusesser im Sommer wird nun - teils öffentlich, teils hinter vorgehaltener Hand – über den Umgang der Akteure auf Stöppel untereinander munter spekuliert – aufgrund eines Kommunikationsproblems.

Erste Gespräche im Dezember

Fangen wir vorn an: Anfang Dezember gab es das erste Gespräch über die Trainerfrage zwischen Peter Neusesser, sportlicher Leiter der Fußballabteilung, und Andreas Edelmann, Trainer der 1. Seniorenmannschaft. Als Ergebnis stand dann laut Neusesser „die definitive Absage für die neue Saison“. Es habe da ein paar Sachen gegeben, die hätten geklärt werden müssen, erklärt Edelmann. „Was halt völlig normal ist. Es gab bestimmte Gründe, die sind aber intern.“ Der Rest dazu ist Schweigen.

Der Verein machte sich also auf die Suche nach einem neuen Coach. Doch vergeblich, so dass die VfL-Führung zu der Erkenntnis kam: „Es ist keiner auf dem Markt, der wirklich zu uns passt.“ Währenddessen ließ man auch Andreas Edelmann immer die Option offen weiterzumachen. Parallel gab es natürlich auch Verhandlungen mit Spielern. Und irgendwann drängte die Zeit. „Wir haben einen Toptrainer, wir haben Erfolg – irgendwann muss ich nur wissen, wie es weitergeht“, so Peter Neusesser. „Wir müssen den Spielern zur Rückrunde sagen können, wer im Sommer Trainer ist. Das ist ein ganz normaler Vorgang.“

Und als in diesem Sinne der letztmögliche Zeitpunkt gekommen war, um in dieser Frage Klarheit zu schaffen, „war es für mich nicht möglich, ‚ja‘ zu sagen“, erläutert Andreas Edelmann und gesteht: „Im Januar gab es Kommunikationsprobleme zwischen Peter und mir. Bei einem Gespräch wurden die Probleme geklärt. Ich denke, es ist völlig normal, dass in sechs Jahren so etwas auch mal passieren kann.“ Doch es bleibt dabei: Im Sommer werden sich die Wege trennen.

Vertrauen ungebrochen

Bis dahin sind der VfL und sein Trainer in den vergangenen sechseinhalb Jahren den Weg – auf dessen Höhepunkt sie am Ende der Saison 2013/14 den Aufstieg in die Landesliga feiern konnten – gern zusammen gegangen. „Wenn es irgendwelche Ungereimtheiten gegeben hätte, würden wir nicht mit Trainer Andreas Edelmann in die Rückrunde gehen“, sagt Neusesser. „Da gibt es keine offenen Fragen. Dass man nach so einer langen Zeit als Trainer mit einer gewissen Wehmut geht, ist ja klar. Er gibt einen Teil seiner Familie mit auf.“

Auch Andreas Edelmann möchte Spekulationen und Gerüchten keinen Raum geben. Auf seine Mannschaft, den Vorstand und das Umfeld habe er sich immer verlassen können, das Verhältnis sei „auf Freundschaft aufgebaut“ und die Rückendeckung „immer zu einhundert Prozent gegeben“. Schließlich hatten Verein und Trainer in der Zeit Berg- und Talfahrten. Vor zwei Jahren spielten sie nach einem misslungenen Rückrundenstart mit fünf Niederlagen gar gegen den Abstieg aus der Sauerland-Bezirksliga. „Auch in dieser Zeit hat mich keiner in Frage gestellt“, erinnert Edelmann. „Spätestens in dem Augenblick war mir klar: Mit dem VfL werde ich noch ´was Großes erreichen. Was uns mit der Meisterschaft auch gelungen ist.“ Andreas Edelmann hat mit dem VfL zum „krönenden Abschluss“ ein klares Ziel vor Augen: „In den kommenden vier Monaten werden ich alles versuchen, um mit meiner Mannschaft den Klassenerhalt zu erreichen.“

Und Nachfolger Peter Neusesser, der ab Sommer in Personalunion als sportlicher Leiter und Trainer agieren wird, wird dann auf seine Art den Ball auf dem Stöppel rollen lassen. Naturgemäß auch unter neuen Bedingungen, zumal sich das Personalkarussell auch für die Spieler weiterdreht; zumindest Ahmad Ibrahim ist schon abgesprungen, Daniel Gora zeigt sich sprungbereit. „Ich werde den VfL immer so akzeptieren, wie er ist. Wir können uns keine teuren Spieler leisten, das ist so“, sagt Neusesser. „Aber wir werden uns bemühen, eine schlagkräftige Landesliga-Mannschaft in die Saison 2015/16 zu schicken – und das werden wir auch hinkriegen.“

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