Sabrina Mockenhaupt und der „Rest der Welt“

Sabrina Mockenhaupt bejubelt ihren 39. nationalen Titel.
Sabrina Mockenhaupt bejubelt ihren 39. nationalen Titel.
Foto: WP

Ulm..  Sie ist Deutschlands Lauf-Queen - das stellte Sabrina Mockenhaupt bei der 114. deutschen Meisterschaft im Donaustadion in Ulm einmal mehr nachdrücklich unter Beweis. Die 33-jährige Obersdorferin lief ihrer nationalen Konkurrenz nach Belieben auf und davon. 36 Läuferinnen hatten sich an der Startlinie eingefunden, doch schnell war klar, dass die Titelvergabe nur über die Siegerländerin gehen konnte, auch wenn sich anfangs noch drei junge Läuferinnen mit ihr nach vorne gewagt hatten. Insgesamt wirkte das große, lange Feld „eher wie ein Volkslauf“, wie es auch ZDF-Reporter Wolf-Dieter Poschmann auf den Punkt brachte, „darunter nur eine, die da vorne internationales Niveau laufen kann, Sabrina Mockenhaupt.“

Sololauf zum 39. nationalen Titel

Sabrina Mockenhaupt lief locker und sicher ihren 13. nationalen Titel über diese Strecke nach Hause, erreichte ihren insgesamt 39. deutschen Meistertitel und, um noch kurz bei ihren beeindruckenden Statistik zu bleiben, sie ist auch die 13-malige „Sportlerin des Jahres“ unserer Zeitung.

Nach den ersten 2000 „Bummelmetern“ löste sich Sabrina Mockenhaupt in Ulm, getragen vom Beifall und der Anfeuerung der Zuschauer, mit einem kurzen, trockenen Zwischenspurt vom Feld und drehte anschließend einsam ihre Runden. In der letzten Runde ging es auch noch ans „Aufsammeln“, sprich überrunden. „Die Breite ist erschreckend“, so Wolf-Dieter Poschmann weiter.

Siegeszug von 2001 bis 2014

Mit einer Zeit von 15:49,63 Minuten war sie erneut, nach ihrem ersten nationalen Titelerfolg 2001 in Stuttgart, Meisterin. „Nur 2006 hat mich die Irina (Mikitenko), ebenfalls in Ulm, geschlagen“, so Sabrina Mockenhaupt über ihren nationalen Siegeszug auf dieser Strecke. Wie deutlich sie diesen Lauf beherrschte, zeigt, dass die jungen zweit- und drittplatzierten Isabell-Sophie Teegen (21) und Elena Burkard (22) erst nach 16:21,91 min. bzw. 16:28,89 min. im Ziel waren. „Mir hätte eigentlich nur Maren Kock etwas gefährlich werden können, die sich aber für 1500 Meter entschieden hatte und sich dort gestern gegen die Spezialisten durchsetzte“, so Sabrina Mockenhaupt weiter, „bei der EM in Zürich wird sie aber über 5000 m starten.“

Tim-Arne Sidenstein Zehnter

Mit Tim-Arne Sidenstein (SG Wenden) verkaufte sich ein weiterer Siegerländer Langstreckler, ebenfalls aus Obersdorf, über 5000 Meter in Ulm super. Er wurde in neuer persönlicher Bestzeit von 14:12,54 min. Zehnter.

Die LG Kindelsberg Kreuztal war mit einem elfköpfigen Team angereist, konnte aber nur die gemeldeten Staffeln (4x400 m der weiblichen Jugend U20 und 4x100 m der Männer) laufen lassen, da sich Tobias Becker über seinen Einzelstart über 400 m Hürden nicht fit fühlte und der Kindelsberger Trainerstab kein Risiko eingehen wollte. Adalbert Roßbach und Udo Hermann setzten den Fellinghausener als Schlussläufer in der Staffel ein, die mit Nils Löcher, Gassimou Kake, Philipp Menn und Tobias Becker mit einer Zeit von 41,21 sec. - zeitgleich mit der LG Friedberg-Fauerbach - Siebter wurde. „Damit sind wir seit fünf, sechs Jahren in der ersten Liga der nationalen Sprintstaffeln etabliert“, freut sich der 73-jährige Ferndorfer LGK-Trainer.

U 20-Mädels im Vorlauf raus

In der 4x400 m-Staffel der weiblichen Jugend U20, die im Rahmenprogramm der „Deutschen“ gelaufen wurden, starteten die Kindelsberger mit Anna Greim, Pia Otto, Lorena Breitenbach und Laura-Christin Kring, die im Vorlauf eine Zeit von 4:05,71 min. erreichten, damit aber den Endlauf verpassten.

Mit Miguel Rigau, Lara Hoffmann und Pascal Fuhrmann waren drei weitere Athleten mit heimischen Wurzeln in Ulm am Start, die inzwischen alle, beruflich bedingt, für LT DSHS Köln starten und gestern bei strömendem Regen über 400 Meter im Einsatz waren.

Kölner Staffeln mit Siegerländern

Der gebürtige Dahlbrucher Miguel Rigau (29) wurde sowohl über 400 m Einzel als auch mit der ersten Staffel der Sporthochschule Vierter. Im Einzelrennen lief er bei der „Freischwimmrunde“ im Donaustadion eine Zeit von 53,68 sec.; tags zuvor hatte er sich als Zweitschnellster im Vorlauf mit 46,57 sec. qualifiziert. Mit der Staffel erreichte er als Schlussläufer eine Zeit von 3:13,24 min. Der ebenfalls in Dahlbruch aufgewachsene, heute aber - bedingt durch die berufliche Tätigkeit seines Vaters Bernd als Bürgermeister von Bad Berleburg - im Wittgensteiner Land lebt, wurde mit der zweiten Kölner Staffel Elfter in 3:22,61 min.

In die Medaillenränge rannte dagegen die 23-jährige gebürtige Vormwalderin Lara Hoffmann, die - wie auch Pascal Fuhrmann - auf Position drei eingesetzt, mit 3:38,23 min. Bronze hinter Leverkusen und Wattenscheid holte. Im 400 m-Einzelrennen wurde sie Vierte in 53,68 sec. (Vorlauf/54,03 sec.).

 
 

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