Perfekte Woche für Ina Kaplan

Ina Kaplan vom 1. BC 89 Siegtal gewann bei den Deutschen Billard-Meisterschaften drei Goldmedaillen und eine Silbermedaille
Ina Kaplan vom 1. BC 89 Siegtal gewann bei den Deutschen Billard-Meisterschaften drei Goldmedaillen und eine Silbermedaille
Foto: WP
Die Siegerin Billardspielerin Ina Kaplan hat bei den Deutschen Meisterschaften in Bad Wildungen richtig abgeärumt: Drei Mal Gold und ein Mal Silber waren es am Ende der Titelkämpfe in Hessen für die 27-Jährige. Wir sprachen mit der Billard-Königin von Bad Wildungen.

Bad Wildungen/Siegen..  Drei Mal Gold, ein Mal Silber – viel besser hätte die Ausbeute für Billardspielerin Ina Kaplan vom BC Siegtal 89 bei den Deutschen Meisterschaften in Bad Wildungen nicht sein können. Die 27-Jährige trat in vier Disziplinen an die Tische, wurde Deutsche Meisterin im 10-Ball, 9-Ball und 14.1 sowie „Vize“ im 8-Ball – welch’ eine Ausbeute! Unsere Zeitung sprach mit Ina Kaplan, die mit vier Medaillen im hessischen Kurort die zur ungekrönten Billard-Queen avancierte.

Herzlichen Glückwunsch, Frau Kaplan. Darf man zur erfolgreichsten Woche in Ihrer Karriere als Billardspielerin gratulieren?

Das kann man schon so sagen, obwohl es schwierig ist, Medaillen bei einer Deutschen Meisterschaft mit der Vize-Europameisterschaft zu vergleichen. Aber ich denke, dass es eine gute Leistung ist, wenn man vier Disziplinen hintereinander spielt und Erfolg hat. Darauf kann ich schon ein wenig stolz sein.

Hatten Sie denn mit solch einer tollen Bilanz gerechnet?

Zu den Favoritinnen zählte ich ja nun schon, aber dass ich vier Finals erreiche und davon drei gewinne, davon war nicht auszugehen. Im 10-Ball-Finale hatte ich allerdings auch ein bisschen Glück.

Dafür gab’s beim 8-Ball zu Beginn Probleme.

Ja, das war für mich der schwierigste Start, weil ich kurz zuvor das 14.1-Finale gespielt hatte. Danach Dopingkontrolle, Siegerehrung, Fotos, Interviews. Es war richtig stressig, weil die nächste 8-Ball-Partie anstand. Ich hatte sogar keine Zeit, um etwas zu essen. Diese Unterzuckerung hat mich das erste Spiel gekostet, das ich gleich verloren habe. Trotzdem bin ich ins Finale gekommen. Das war das qualitativ hochwertigste, auch wenn ich es am Ende verloren habe.

Vier Disziplinen, jede Menge Spiele an einem Tag, die Konzentration immer hoch halten – wie steht man diesen Marathon durch?

Wenn du zu einer Deutschen Meisterschaft fährst, wo alle Spielarten absolviert werden, musst du wissen, worauf du dich einlässt. Ich kenne das inzwischen. Der Ablauf ist immer gleich, die Konkurrentinnen mehr oder weniger auch. Ich fühle mich bei einer DM wohl, betrachte das sogar eher als Urlaub. Man geht abends noch zusammen essen oder plaudert miteinander.

Und dabei sind Sie doch im sechsten Monat schwanger...

Das hat mich eher bestärkt, weil ich von vielen Leuten angesprochen worden bin und beglückwünscht wurde. Es ist nämlich wichtig, bei solch einer langen Meisterschaft auch mental positiv drauf zu sein. Und körperlich hatte ich auch keine Probleme. Es war beim Spiel nichts im Weg.

Können Sie denn an der Europameisterschaft im April 2015 in Lissabon teilnehmen?

Ich würde gerne dorthin fahren, falls ich nominiert werde, aber es wird wohl nicht gehen. In der Bundesliga möchte ich in diesem Jahr aber auf jeden Fall noch meinen Beitrag dazu leisten, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Am 7. Dezember haben wir das entscheidende Spiel gegen Mörfelden.

 
 

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