Pagé soll Nachwuchs-Abteilung Punkt für Punkt verbessern

Siegen..  Jetzt ist es auch offiziell: Oliver Pagé, früherer Bundesliga-Spieler bei Bayer Leverkusen und Dynamo Dresden (1988 bis 92) ist neuer Jugend-Manager beim Fußball-Regionalligisten Sportfreunde Siegen. Das hatte unsere Zeitung schon vor über einer Woche exklusiv gemeldet.

Siegens Sportlicher Leiter Lutz Lindemann stellte den 41-jährigen Pastor einer Freikirche gestern vor. „Ich wollte Oliver Pagé eigentlich schon zu Saisonbeginn vorstellen, doch das ließ meine persönliche Situation nicht zu. Jetzt ist es aber soweit. Zum 1. November werden wir von der U 15 bis U 19 Trainingsprozesse verändern. Es werden Basiselemente eingeführt. Auch unser Cheftrainer Michael Boris wird sich einbringen und schon einmal das Training der Bundesliga-B-Jugend leiten.“

Eines wollte Lindemann sofort klarstellen, um viele Gerüchte rund um die Neuorganisation der Jugendabteilung schnell aus der Welt zu schaffen: „Pagé wird nicht der Aufpasser oder der Besserwisser sein. Unser Jugend-Koordinator Klaus Schmidt hatte zu wenig Unterstützung.“ Lindemann weiter: „Wir wollen uns Punkt für Punkt verbessern und die Ausbildungssituation den Profivereinen anpassen. Natürlich können wir uns nicht mit Dortmund und Schalke messen, aber sie dienen als Vorbilder. Die Sportfreunde werden in Zukunft mehr denn je auf eine gute Ausbildung der heimischen Talente angewiesen sein. Seien wir doch einmal ehrlich: Der letzte bei uns komplett ausgebildete Spieler, der in der ersten Mannschaft spielt, ist Serkan Dalman.“ 1. Vorsitzender Uli Steiner ergänzte: „Wir wollen qualitativ im Nachwuchsbereich besser werden. Der Jugendvorstand trägt die Entscheidung voll mit.“

Der neue Mann, Oliver Pagé, hat übrigens eine (kurze) Sportfreunde-Vergangenheit. In der Saison 2007/08 - zu Looses Zeiten also - trainierte er als Nachfolger von Uwe Helmes die Reserve der Siegener.

Danach verabschiedete sich der Mann, der schon mit 17 Jahren sein Debüt in der Bundesliga für die Werkself aus Leverkusen feierte, auf eine Weltreise. Zunächst ging es in die 1. Liga nach Kenia, dann führte er fürs Auswärtige Amt (AA) Projekte in Kenia, Sri Lanka und Äthiopien durch. Zuletzt war Pagé als Technischer Direktor und Cheftrainer einer Fußball-Akademie in Ägypten tätig.

Ein weit gereister Mann kehrt also nach Siegen zurück: „Ich habe zunächst einmal eine Ist-Analyse gemacht. Einen Trainer-Treff hat es auch schon gegeben, ein zweiter folgt Ende Oktober.“

Ein Thema der Ist-Analyse wird mit Sicherheit das bisher miserable Abschneiden der A- und B-Jugend gewesen sein, die in Westfalen- bzw. Bundesliga jeweils auf dem letzten Tabellenplatz stehen. Zu retten sein wird nur die A-Jugend

 
 

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