Ohne „König Fußball“ – aber mit BVB

DerWesten
Nathalie Prinzessin zu-Sayn-Wittgenstein-Berleburg wurde Zweite bei der WR-Sportlerwahl 2010. NRW-Ministern Ute Schäfer sowie der stv. WR-Chefredakteur Frank Fligge zeichneten die erfolgreiche Dressurreiterin (Dänemark/Bad Berleburg) aus.
Nathalie Prinzessin zu-Sayn-Wittgenstein-Berleburg wurde Zweite bei der WR-Sportlerwahl 2010. NRW-Ministern Ute Schäfer sowie der stv. WR-Chefredakteur Frank Fligge zeichneten die erfolgreiche Dressurreiterin (Dänemark/Bad Berleburg) aus.
Foto: Horstgünter Siemon

Siegen-Wittgenstein. „König Fußball“ fehlte bei der 26. Sportlerehrung, der Adel war dennoch vertreten. Prinzessin Nathalie, erfolgreiche Dressurreiterin aus Bad Berleburg, wurde hinter „Königin“ und Langstrecklerin Sabrina Mockenhaupt auf den zweiten Platz gewählt (siehe Extra-Bericht). Die Ehrung nahm die NRW-Sportministerin Ute Schäfer vor; gemeinsam mit dem stellvertretenden Chefredakteur Frank Fligge überreichte sie den Pokal und die Urkunde.

Gut gelaunter
Gastgeber in
schwarz-gelbem Dress

Die Krönung des Abends waren die Auszeichnungen für die erfolgreichsten Sportler und Sportlerinnen. Moderator Karl-Heinz Messerschmidt führte durch das Programm, das zum „Einstieg“ nicht nur mit leckeren Speisen sowie alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken aus dem Hause Krombacher gewürzt war. Ein gut gelaunter Gastgeber Dr. Franz-Josef Weihrauch, Pressesprecher der Krombacher Brauerei, würzte seine Begrüßungsrede mit einer fußballerischen Einlage. Im vergangenen Jahr hatte er sich in die Nesseln gesetzt, als er Borussia Dortmund einen weiteren Meistertitel nach 2002 nicht mehr zutraute. Landrat Paul Breuer und der stellvertretende Chefredakteur Frank Fligge, beide bekennende Borussen-Fans, wollten das damals so nicht gelten und stehen lassen.

Dr. Franz-Josef Weihrauch trat zwar nicht im Büßerhemd auf, aber mit Dortmund-Mütze auf dem Kopf, Dortmund-Fanschal um den Hals und einer Meisterschale aus Pappe mit dem BVB-Logo in der Hand. „Ich will heute Abbitte leisten“, sagte Weihrauch; die Gäste quittierten die faire Geste mit Gelächter.

Der Pressechef wies auf den veränderten Trend hin, dass immer mehr Menschen zu alkoholfreien Getränken wechseln. In diesem Segment verzeichnet die größte Premium-Brauerei Deutschlands einen deutlichen Zuwachs. Alkoholfreies Bier und Sport, das passe zusammen.

Der Siegener Firmenlauf müsste bei der Sportlerehrung auch zu seinen Ehren kommen, so Weihrauch. 8 000 Amateursportler in einer Stadt mit rund 100 000 Einwohnern sei schließlich etwas ganz Besonderes und das verdiene einen Preis.

Die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Ute Schäfer, hob in ihrer Rede die große Bedeutung der Sportlerwahl unserer Zeitung hervor, bei der die Leser und Leserinnen partizipieren.

Im Sport geht es um Miteinander und nicht um ein Gegeneinander

„Das ist lobenswert“, sagte sie. 43 Prozent der Menschen sind in Siegen-Wittgenstein in Sportvereinen organisiert. Ute Schäfer: „Das ist die Basis für die Sportlerwahl.“ Ihr Dank galt „den guten Geistern“ im Sport, den ehrenamtlich tätigen Menschen, die gerade auch im ländlichen Raum viele Kilometer zurücklegen, um Kinder und Jugendliche zu den Sportveranstaltungen zu fahren. „Sie haben hier im Kreis einen Bewegungsvirus“, sagte sie anerkennend. Im Sport ginge es um ein Miteinander und nicht um ein Gegeneinander, so Ministerin Schäfer weiter.

Dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch die mehrstündige Veranstaltung. Die Redner und auch Moderator Karl-Heinz Messerschmidt kamen immer wieder darauf zu sprechen. Ein Indiz dafür, dass der Sport weit mehr bietet als Erfolge und Misserfolge.

Landrat Paul Breuer appellierte denn auch an das „Miteinander“ der Siegen-Wittgensteiner Kommunen, das sie so beispielhaft am NRW-Tag gezeigt hätten. „Ich habe vorher nicht geglaubt, dass wir so erfolgreich sein würden. Wir müssen gemeinsam unsere Stärken zeigen, dann schaffen wir viel mehr als wir glauben.“

Der stellvertretende Chefredakteur Frank Fligge, der am Freitag in Dortmund die Finalrunde der Fußball-Stadtmeisterschaft in der Westfalenhalle eröffnet hatte und abends auf der Sportlerehrung in Krombach sprach, verdeutlichte die Begeisterung der Menschen für den Sport an eben diesem Dortmunder Beispiel. 10 000 Fußball-Fans an zwei Tagen verfolgten die Spiele der Amateure. „Wenn man den Wert des Sports für die Gesellschaft insgesamt mit seinen vielen Helfern in Cent und Euro zusammenrechnet, würde das den Etat der Ministerin für Sport sprengen“, so Frank Fligge - und schmunzelte.

Der Abend bei der Krombacher sei auch für die Menschen gedacht, die sonst im Hintergrund arbeiten.