Marco Michel bleibt Kreisvorsitzender

Marco Michel hatte am Freitagabend allen Grund zur Freude. Foto: Peter Kehrle
Marco Michel hatte am Freitagabend allen Grund zur Freude. Foto: Peter Kehrle
Klare Absage an die „Interessengemeinschaft Neuausrichtung“: Der Vorsitzende Marco Michel und große Teile des bisherigen Vorstandes im Fußball- und Leichtathletik-Kreis Siegen Wittgenstein sind gestern beim Kreistag wiedergewählt worden.

Bad Berleburg-Dotzlar..  „Ich würde mich über ein klares Wahlergebnis freuen. Das würde einiges an Ansehen wieder herstellen“, bat Michel vor der geheimen Kampfabstimmung – und strahlte im weiteren Verlauf des Abends.

Nur 109 stimmberechtigte Vereinsdelegierte waren in die Wittgensteiner Kulturhalle nach Dotzlar gekommen, von denen 87 für Marco Michel und nur 19 für den Herausforderer Andreas Fürstenau stimmten – die drei restlichen Personen stimmten gar nicht oder ungültig ab. Danach ging es schnell, weil sich die von der IG Neuausrichtung vorgesehenen neuen Vorstandsmitglieder nach der Niederlage ihres Anführers nicht mehr zur Wahl stellten.

Katharina Scheld die erste Frau im Kreisvorstand

Im Klartext: Auch Klaus Ruschin (Vorsitzender Leichtathletikausschuss), Jürgen Gieseler (Fußballausschuss) und Siegfried Klöckner (Kreiskassierer) komplettieren den Vorstand. Auch die von Marco Michel als zusätzliche, unterstützenden Mitglieder vorgeschlagenen Robert Buckard und Katharina Scheld erhielten ein „Ja“ von der Versammlung. Scheld, Mitglied der TSG Adler Dielfen, wird damit erste Frau im Kreisvorstand sein. Vakant blieb der Posten des Freizeit- und Breitensportobmanns.

Bei den weiteren Wahlen blieb auch das bisher von Fürstenau bekleidete Amt des Qualifizierungsbeauftragten vorerst unbesetzt. Gewählt wurden ferner Ulrich Neus (Vorsitzender Schiedsrichterausschuss, bisher kommissarisch) und Rolf Blecher (Vorsitzender Kreisspruchkammer). Blecher darf Ilhan Sakalli von Anadoulu Neunkirchen und Matthias Klein von der SpVg Kredenbach-Müsen als neue Beisitzer der Spruchkammer begrüßen. Sie rücken für die verstorbenen Rolf-Werner Viting und Erich Upphoff nach, derer bei der Totenehrung gedacht wurde.

Erster Disput schon nach fünf Minuten

Bestimmendes Thema war jedoch die Wahl des Kreisvorsitzenden. Als bisher gemeinsame Vorstandsmitglieder saßen Michel und Fürstenau zunächst nebeneinander auf der „Vorstandsbühne“, würdigten sich dabei aber – abseits des offiziellen Teils – keines Blickes und Wortes.

Kaum fünf Minuten dauerte bis zum ersten Disput der Kandidaten: Michel beantragte Gundolf Walaschewski (Funktionär im WFLV und Mitglied des TSV Siegen) als Leiter des Kreistages einzusetzen, worauf Fürstenau einwandte, ein designierter Kandidat um den Verbandsvorsitz wäre nicht als Veranstaltungsleiter geeignet. Gewählt wurde Walaschewski dennoch eindeutig – da deutete sich das Ergebnis der Vorstandswahl schon an.

Emotionale Worte vor der geheimen Wahl

Auch Fürstenaus Bitte, den Antrag auf Aussetzung des Qualifizierungsausschusses („Eine Person allein kann das nicht leisten“), folgte die Versammlung nicht. Dass diese Abstimmung „nur“ 58:25 ausging, zeugt jedoch davon, dass hier durchaus viele Vereine Nachholbedarf sehen.

Vor der Wahl des Vorsitzenden wurde es erneut emotional, als beide Kandidaten noch einmal kurz das Wort ergriffen. „Ich bin stolz auf meinen Beruf und mir fehlte häufig die Zeit, mich umzuziehen“, verteidigte Fürstenau zunächst, dass er zuletzt häufig in Militäruniform zu sehen war und sagte: „Wir wollen einen tatsächlichen Wechsel und das Ehrenamt besser entwickeln und würdigen. Es geht hier nicht um Andreas Fürstenau, und es ging in den letzten Wochen auch nicht darum, Marco Michel zu denunzieren.“

Die scharfen Attacken, die Michel über sich ergehen lassen musste, waren an diesem nicht spurlos vorüber gegangen. „Die letzten Wochen waren für mich nicht einfach, auch nicht für meine Familie. Die Art und Weise, wie versucht wurde, mich aus dem Amt zu heben, hat mich getroffen“, erklärte der 51-jährige Rinsdorfer und ergänzte: „Zumal dabei auch viele Unwahrheiten verbreitet wurden.“ Er bedankte sich für den Zuspruch, den er von vielen Vereinsvertretern und auch fachfremden Funktionären erhalten habe – und wurde nach der klaren Wiederwahl zum Strahlemann.

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