Lara Hoffmann vor Olympia in Rio im Stress

Lara Hoffmann, hier in der deutschen 4x400 m-Staffel bei den Europameisterschaften in Amsterdam, fiebert ihrer olympischen Premiere entgegen. Der Vorlauf findet allerdings erst am 20. August statt.
Lara Hoffmann, hier in der deutschen 4x400 m-Staffel bei den Europameisterschaften in Amsterdam, fiebert ihrer olympischen Premiere entgegen. Der Vorlauf findet allerdings erst am 20. August statt.
Foto: imago/Chai v.d. Laage
  • Lara Hoffmann, Leichtathletin aus Hilchenbach-Vormwald, feiert im August ihre Premiere bei Olympischen Spielen
  • Zurzeit bereitet sich die 25-Jährige auf den 4x400 m-Wettkampf am 20. August vor
  • Am Freitag steht ein letzter Wettkampf in Mannheim auf dem Programm

Köln/Hilchenbach.  Lara Hoffmann hat ein Problem! Ein Platzproblem! „Mein Kleiderschrank zu Hause ist jetzt viel zu klein. Die Sachen stapeln sich inzwischen“, klagt die Hilchenbacherin, kann sich aber ein Schmunzeln nicht verkneifen. Beim Blick auf die „Türme“ in ihrer Wohnung in Köln wird die 25-Jährige nämlich gleich an das erinnert, was sie in den nächsten Wochen vollends in Beschlag nehmen und ein vorläufiger Höhepunkt in der Karriere der 400 m-Läuferin sein wird: Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro!

Lohn für harte Trainingsarbeit

Vor genau zwei Wochen wurde Lara Hoffmann, die an der Sporthochschule in Köln studiert und für das LT DSHS Köln startet, für die deutsche 4x400 m-Staffel nominiert – ein Traum wird wahr. Zwei Tage später wurde das Quartett in Hannover eingekleidet. Mehr als 70 Teile, verpackt in mehrere rote Taschen, nahm jede Sportlerin in Empfang. Kein Wunder also, dass der eigene Schrank in diesen Tagen überquillt. Dies wird auch noch eine Weile so bleiben, denn erst am 12. August fliegt Lara Hoffmann mit einem Großteil der deutschen Leichtathleten nach Rio de Janeiro, verpasst also bei ihrer olympischen Premiere die Eröffnungsfeier im Olympiastadion: „Das ist schade, aber die Leichtathletikwettbewerbe beginnen erst am 17. August.“

Seitdem feststeht, dass Lara Hoffmann zum 90-köpfigen Aufgebot der deutschen Leichtathleten in Rio gehört, ist sie quasi in ein neues Leben eingetaucht. „Die Ereignisse überschlagen sich“, erzählt die 25-Jährige. Vor allem die Fülle von Medienanfragen sind Neuland für die Studentin, die vor dem Rio-Trip auch noch eine perfekte Stipendiumsbewerbung auf den Weg bringen muss. „Weil ich fast alles selbst organisieren muss, ist es schwierig, zur Ruhe zu kommen“, räumt Hoffmann ein. Aber sie sieht darin kein Problem, sondern eher „positiven Stress und den Lohn für die harte Trainingsarbeit der vergangenen Jahre“.

Tja, und ganz nebenbei gilt es, die gute Form mindestens bis zum Staffel-Vorlauf am Samstag, 20. August, um 1.40 Uhr deutscher Zeit, besser noch bis zum Endlauf am Sonntag, 21. August, um 3 Uhr zu konservieren. Gerade erst kehrte Lara von einem Vorbereitungs-Trainingslager aus dem Bundesleistungszentrum Kienbaum zurück. Die leichten muskulären Beschwerden am Beuger waren spätestens nach dem Besuch in der Kältekammer bei Temperaturen bis zu minus 110 Grad verschwunden, so dass Lara Hoffmann an diesem Freitag den wichtigen Testwettkampf in Mannheim bestreiten kann, ehe in der kommenden Woche die – wie es im Fachjargon heißt – Abschlussmaßnahme in Frankfurt den Schlusspunkt der Vorbereitung bildet.

Am 12. August hebt der Flieger dann – endlich – ab. Ziel: Rio de Janeiro, die Traumstadt am Zuckerhut und für Lara Hoffmann ihr ganz persönliches Traumziel.