„Kein Verein für Wunschkonzerte“

Andrzej Rudy unterschreibt Zweijahresvertrag bei Sportfreunde Siegen (links Vorsitzender Ulrich Steiner).
Andrzej Rudy unterschreibt Zweijahresvertrag bei Sportfreunde Siegen (links Vorsitzender Ulrich Steiner).
Foto: WR

Siegen.. Neun Spieler haben bislang beim NRW-Ligisten Sportfreunde Siegen einen Vertrag unterschrieben oder besitzen noch einen. Mit den anderen Kickern – darunter Leistungsträger wie Emrah Uzun, Orhan Özkaya und Volkan Okumak – wird noch verhandelt, sagte der Sportliche Leiter Lutz Lindemann. Das Gros der Mannschaft soll gehalten werden, klar sei auch, dass es noch „mehr Qualität geben muss“, so Trainer Andrzej Rudy. Er unterzeichnete am gestrigen Dienstag offiziell einen Vertrag für zwei Jahre.

Sein Co-Trainer wird Daniel Cartus, der auch die zweite Mannschaft trainiert. Cartus soll nur noch als Spieler zum Einsatz kommen, „wenn Not am Mann ist“, erklärte Rudy.

Die Sportfreunde haben mit dem 21-jährigen Johannes Burk vom hessischen Oberligisten SC Waldgirmes bisher „nur“ einen Neuzugang zu melden.

Rudy räumte ein, dass die Sportfreunde schon ein wenig spät dran seien mit den Planungen. Trainingsauftakt ist am 28. Juni. „Bei größeren Vereinen sind die Personalplanungen bereits im März oder April abgeschlossen. Auch bei mir hat es eine Weile gedauert, ehe der Vertrag unterschrieben war.“ Rudy betont, dass der Vertrag leistungsbezogen gestaltet wurde und dies auch bei den Spielern der Fall sein wird. „Wir sind kein Verein für Wunschkonzerte. Die Spieler wissen, warum ich hier bin: Weil sie in der abgelaufenen Saison Mist gebaut haben. Ich verlange von jedem, der hier bleibt oder hierhin kommt, dass er bereit ist, einen leistungsbezogenen Vertrag zu unterschreiben.“

Leistung, das verspricht der ehemalige Profi-Kicker für seine Person als Trainer. Er will eine Wohnung oder ein Zimmer in Siegen nehmen, um nicht immer zwischen der Krönchen- und der Domstadt hin und her pendeln zu müssen. „Die Zeit nutze ich lieber für die Mannschaft“, sagt er. Hundert Prozent will er geben, und das habe er bei seinem Kollegen Richard Towa zuletzt vermisst. Da wird ein wenig nachgekartet.

Aber zugleich lässt Rudy ein Hintertürchen offen: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es dieses Duo Rudy/Towa noch einmal geben wird. Das liegt an Richie.“

Vertrauen – ein Wort, das auf der Pressekonferenz immer wieder fällt. Der Vorstand hat Vertrauen zum Trainer, der Trainer zum Vorstand. Der Sportliche Leiter Lutz Lindemann verpflichtet Spieler, die Rudy noch nicht gesehen hat – wie Johannes Burk. Rudy: „Wenn der Lutz Leute holt, dann muss ich sie vorher nicht gesehen haben, er hat selbst Fußball gespielt und großes Fachwissen.“

Wie sieht es mit dem Kader für die nächste Saison aus? Julian Jakobs hat einen Vertrag für ein Jahr unterschrieben – auch ihn hat Rudy noch nicht spielen sehen, weil Jakobs verletzt war. Lindemann hält große Stücke auf den jungen Mann. „Ich habe dem Trainer geraten, unbedingt mit dem jungen Mann zusammenzuarbeiten. Er ist aus dem eigenen Stall, das ist wichtig.“

Ein Trainingslager für die Sportfreunde wird es nicht geben. „Wir sind Fünftligist, warum sollten wir mit Geld um uns schmeißen. Wir haben hier Berge und schöne Plätze. Für den Spieler muss es egal sein, ob er in der Türkei oder hier läuft. Wichtig ist nur, dass er weiß, wen er vor sich sieht – nämlich mich“, sagt der Trainer. Den Leistungsstand angebotener Spieler möchte er bei einem Testspiel am liebsten in Köln überprüfen – möglichst kurzfristig. Es bleibt nicht mehr viel Zeit – „aber viel zu tun“, so Rudy und fühlt sich dabei glücklich, wie er sagt.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen