Jaaaaa, Regionalligaaaaaa

Die Sportfreunde bejubeln den Aufstieg in die Regionalliga: Die Fans feierten auf dem Rasen am  „Höhenberg“. Foto: Rene Traut
Die Sportfreunde bejubeln den Aufstieg in die Regionalliga: Die Fans feierten auf dem Rasen am „Höhenberg“. Foto: Rene Traut
Foto: Rene Traut
Riesenjubel nach dem 3:0-Sieg der Sportfreunde Siegen gegen Spitzenreiter Viktoria Köln. Im Rheinland machten die Sportfreunde den Aufstieg in die Regionalliga perfekt.

Köln/Siegen.. Es war 20:48 Uhr am 9. Mai 2012. 800 Siegener Fans stürmten den Rasen am Höhenberg. Lautstark sangen sie „Siegerland, Siegerland“. Nach sieben Jahren, nach dem Aufstieg in die 2. Liga am 5. Juni 2005, feierten die Siegener wieder einen Aufstieg. „Nie mehr fünfte Liga“, schallte es durch das Stadion. Mit 3:0 hatten die Sportfreunde den Tabellenführer Viktoria Köln bezwungen, phasenweise sogar vorgeführt.

Vier Jahre nach dem Abstieg zurück in der Regionalliga

Ob Köln die Siegener, den sicheren Aufstieg im Kopf, gewähren ließ..., es war egal an diesem Abend. Es war der Abend der Sportfreunde, die nach dem Abstieg 2007/08 wieder in der Regionalliga sind.

Eine riesige Traube hatte sich auf dem Rasen versammelt, Fans und Spieler, Verantwortliche des Vereins, es war ein Fußballfest, das noch lange andauern sollte.

Es war das erwartet hochkarätige Spiel der beiden besten Mannschaften der NRW-Liga auf einem Teppichrasen im Stadion Höhenberg. Beide Teams mit einem guten Kombinationsspiel und sehenswerten Ballstafetten. Trainer Michael Boris stellte dieselbe Startelf wie zuletzt auf den Platz - und seine Jungs begannen souverän, hatten den Tabellenführer im Griff, ließen wenig zu und zeigten ihrerseits den wohl besten Fußball dieser Saison. Ballsicher, zweikampfstark, mit guten Kombinationen über die Flügel und hinten stand die Abwehr dank eines überragenden Leon Binder wieder wie „eine Eins“. Überhaupt wuchs die Sportfreunde-Mannschaft weit über sich hinaus und spielte auf allen Positionen regionalligareif.

16 Minuten waren gespielt, Siegen war bereits durch Jakobs (10.) und Hettich (13.) zwei Mal vor’s Tor der Kölner gekommen, da servierte René Lewejohann einen Sahnepass in den Lauf von Julian Jakobs und der nutzte Schnelligkeit und Torriecher und zimmerte den Ball aus spitzem Winkel gegen den machtlosen Torwart Dominik Poremba zum 1:0 in die Maschen.

In der 31. Minute prüfte Hettich Schlussmann Poremba, der die Erndtebrücker noch vor gut einer Woche mit seinen Paraden zur Verzweiflung gebracht hatte, mit einem Schuss aus der Drehung aus 20 Metern. Es stimmten die Pässe, der Gegner war fest im Griff, Köln hatte nur durch einen Schuss ans Außennetz durch Glowacz eine gute Möglichkeit. Als sich Zuschauer und die Viktoria-Kicker schon auf die Halbzeitpause eingerichtet hatten, schlug Siegen noch mal zu: Torwart Raphael Koczor legte den Abstoß aus der Hand, mit der Technik, die er mittlerweile perfekt beherrscht, auf den linken Flügel passgenau in den Lauf von Sven Michel, der ist mit dem Ball schneller als Kölns Abwehrspieler Schöneberg, Michel mit Rückpass in den Rücken der Abwehr und dann ist Alexander Hettich zur Stelle und lässt Schlussmann Poremba keine Chance. Mit dem Pausenpfiff führt Siegen verdient mit 2:0.

„Wir tragen das Siegen im Namen“

Und auch nach dem Wechsel spielte Siegen weiter, hielt den Druck auf dem Kessel, Köln konnte sich nur mit wenigen Entlastungsangriffen nach vorne aus dem Würgegriff der Gäste befreien. Als nach gut einer Stunde René Lewejohann vom Platz ging und Marius Sowislo kam, da feierten die „Magolveser“ auf den Rängen ihren Liebling „Lewe“. Der wiederum animierte die Fans, die Mannschaft auch noch in den restlichen Minuten lautstark zu unterstützen. Und dann führte wieder eine gelungene Kombination zu einem Tor. Jakobs servierte auf Hettich, der versucht es aus dem 16er, kommt nicht zum Abschluss, dann hat Michel das Ding auf dem Fuß und versenkt zum 3:0. Mit 66 Punkten ist Siegen uneinholbar auf einem direkten Aufstiegsplatz zur Regionalliga. „Wir tragen das Siegen im Namen“ sangen die 800 mitgereisten Fans.

Gestern Abend feierten die Fans direkt nach Abpfiff den Aufstieg im Sportheim „Anpfiff“; die Mannschaft stieß später noch hinzu.

Am kommenden Sonntag (15 Uhr) trifft SF Siegen auf den derzeitigen Tabellenzwölften SV Schermbeck. Im Hinspiel tat sich das Team von Trainer Michael Boris recht schwer. Eine Woche nach der 0:2-Niederlage gegen Viktoria Köln retteten sich die Sportfreunde gegen Schermbeck durch ein spätes Tor von Michel (88.) zum 2:2.

Stimmen zum Spiel:


Michael Boris (Trainer SF Siegen): Wir wollten heute unbedingt aufsteigen und haben das auch eindrucksvoll gezeigt. Köln ist eine Ausnahme-Mannschaft, aber wir sind mit den wenigsten Gegentoren die vielleicht beste Mannschaft der NRW-Liga. Wir haben als Mannschaft funktioniert und das hat heute gezählt. Alle Spieler sind über sich hinausgewachsen. Nach dem 2:0 habe ich den Jungs gesagt, einfach nur so weiterspielen. Und am Ende hat es auch eindrucksvoll gepasst.

Lutz Lindemann (Sportlicher Leiter SF Siegen): Dieses Spiel war der Höhepunkt der Saison. Drei Punkte geholt. Gegen die Übermannschaft Köln 3:0 gewonnen. Ich ziehe den Hut vor unserer Mannschaft. Heute wird gefeiert, aber wir spielen die Saison noch anständig zu Ende. Es ist einfach sensationell, wie die Mannschaft hier heute gespielt hat.

Alexander Hettich (Spieler SF Siegen, bislang bester Siegener Torschütze mit 14 Treffern): Perfekter kann es nicht laufen. Den Aufstieg perfekt gemacht bei der Übermannschaft der Liga. Die Fans und die Mannschaft haben es sich verdient, aus eigener Kraft den Aufstieg geschafft zu haben. Wir wussten, dass wir gut drauf sind und die beste Abwehr der Liga haben, und dann waren auch noch alle drei Tore drin.

René Lewejohann (Spieler SF Siegen): Wir haben unterstrichen, dass wir das beste Kollektiv der NRW-Liga sind. Wir haben als Mannschaft gesiegt, wir steigen als Mannschaft auf. Man hat heute bei allen das Weiße in den Augen gesehen und haben nichts dem Zufall überlassen. Wir wollten den Sieg - und haben den Sieg. Und jetzt wird einfach nur gefeiert. Ich hatte gute Gespräche mit dem Verein, was das heißt, kannst Du Dir ja denken.

Statistik:

Viktoria Köln: Poremba – Schöneberg, Tschumakow, Kukielka, Schultens – Mager (46. Schmidt), Zeh – Glowacz (83. Reuter), Wunderlich, Müller – Pusic (75. Spitali).
Trainer: Heiko Scholz.
Sportfreunde Siegen: Raphael Koczor – Fatih Tuysuz, Leon Binder, Jörn Nowak, Serkan Dalman – Daniel Grebe (76. Anis Saidi), Issa Issa – Julian Jakobs, Alexander Hettich, Sven Michel (82. Christoph Göbel) – René Lewejohann (68. Marius Sowislo).
Trainer: Michael Boris.
Tore: 0:1 Julian Jakobs (16.), 0:2 Alexander Hettich (45.), 0:3 Sven Michel (77.).
Schiedsrichter: Martin Thomsen (Kleve).
Zuschauer: 1366.

 
 

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