Inklusion im Sport Thema in Siegerlandhalle

Siegen. „.  Inklusion ist nicht ein Frauenchor, der grundsätzlich Männer zulässt, aber trotzdem keine männlichen Mitglieder hat“, erläutert Rainer Schmidt, der als Moderator durch die Veranstaltung führte. Inklusion im Sport sei vielmehr ein Verein, in dem gehandicapte und nicht gehandicapte Menschen etwas gemeinsam schaffen.

Die Veranstaltung „Viel(falt)! - Inklusion im und durch Sport“ lockte mehr als 100 Teilnehmer in die Siegerlandhalle. Sie stellten fest, dass auf diesem Sektor noch Handlungsbedarf existiert. Es war die dritte Veranstaltung Inklusionskataster NRW, das sich in Siegen mit Thema Sport befasste. Vertreter des ZPE (Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste) der Universität Siegen referierten über die Bedeutung von Inklusionsprojekten, Dieter Keuther vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW den Anwesenden berichtete über die Entwicklung eines inklusiven Sportvereins.

Die Herangehensweise ist verschieden, so dass die Möglichkeit des Austauschs - auch über das Inrenet - und in Workshops genutzt wurde. Dieter Keuther sprach über die Herausforderungen, die ein inklusiver Verein zu bewältigen hat, und erläuterte die Hilfestellungen seitens des Verbandes. Die Schaffung einer „Willkommenskultur“ sei ausschlaggebend, Berührungsängste müssten überwunden werden.

In einer kleinen Talkrunde, an der Karl Steiner, der Leiter der Laufabteilung des TuS Deuz, teilnahm, aber auch der aktive Läufer Sebastian Weber sowie Noel Müller aus Oberhausen wurden gelungene Beispiele der Inklusion aufgezeigt. Der TuS Deuz kann in dieser Hinsicht bereits auf zwölf erfolgreiche Jahre verwiesen. Schon 2004 trat Sebastian Weber der Laufgruppe bei und schaffte es, trotz geistiger Behinderung in der Gruppe Anerkennung zu finden. Im Vordergrund stehe hier nicht so sehr der Sport, sondern vor allem auch das Miteinander.

Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ im Foyer der Halle stellten Vereine und Initiativen aus ganz NRW ihre Projekte vor und zeigten auf, wie sie mit dem Thema Inklusion umgehen. So zum Beispiel auch die Sektion Siegerland des Deutschen Alpenvereins. Dort gibt es, unter dem Motto „Geht nicht gibt’s nicht“, eine Klettergruppe für Behinderte, in der die gehandicapte Menschen durch einen Beikletterer unterstützt werden. Gleichzeitig fanden mehrere Workshops statt, in denen Erkenntnisse und Meinungen gesammelt wurden, um neue Anstöße zu finden und die Inklusionsarbeit im Sport weiterzuentwickeln.

Zum Abschluss fanden sich die Teilnehmer, Behinderte wie Nicht-Behinderte zu einem Lauf an der sieg-arena auf der Eintracht zusammen und ließen den Tag mit einem gemeinsamen Grillen ausklingen.

 
 

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