Hesselbach wartet auf den Frost

So soll es bald wieder am Hesselbacher Gletscher aussehen
So soll es bald wieder am Hesselbacher Gletscher aussehen
Foto: WP

Hesselbach..  Es ist wie das Warten auf Godot. Im übertragenen Sinne. Den an Skihängen wie in Hesselbach, wo die rührigen Ehrenamtler des SV Oberes Banfetal quasi Gewehr bei Fuß stehen, blickt man voller Erwartung in den Himmel. „Kommt er nun oder kommt er nicht...?“ Gemeint ist der Winter - oder besser: Der Schnee.

Günter Gerhardt, der als Chef der - über die Saison gesehen - rund 150 Hellferinnen und Helfer erster Mann an der Spritze ist, kennt das Problem. „Wir sind da aber ganz ruhig“, so Gerhardt. „Wir sind ja kein Geschäftsbetrieb.“ Wenn der Lift am Hesselbacher Gletscher nicht läuft, so heißt das übersetzt, dann steht er eben.

Obwohl alle in Hesselbach und Umgebung es viel lieber sähen, wenn er liefe. „Das ist ja ganz klar.“, unterstreicht Gerhardt. „Hier wurde investiert, auf die weiße Jahreszeit hin gearbeitet. Wenn der Schnee dann ausbleibt, ist das für keinen angenehm.

Für die durch die Bank ehrenamtlich tätigen Vereinsvertreter ebenso, wie für die Skihasen, die gern nach Feierabend zum „Gletscher“ kommen und unter Flutlicht die 400 Meter zu Tal wedeln.

Das können die Hesselbacher und ihre Nachbarn seit Jahren auch auf Kunstschnee. Doch die milden Temperaturen, die hier schon seit mehr als drei Wochen herrschen, lassen auch die Schneekanonen nicht zu ihrem Recht kommen.

„Um sie in Betrieb zu nehmen, brauchst du Frost“, erklärt der Pisten-Chef. „Am besten mehr als fünf Grad Kälte.“

Sollten es sogar mal zehn Grad minus werden, wäre es am allerbesten. Dann wandelt so eine Maschine pro Sekunde fünf Liter Wasser in feinsten Pulverschnee um. Je wärmer es wird, desto weniger Wasser „zieht“ die Kanone - „frisst“ aber die selbe Energie. Bei minus drei Grad zum Beispiel nur 1,6 Liter. Da kann man sich ausrechnen, wie lange die Kanonen „schießen“ muss, um den Hang zu beschneien.

Die am Dienstag schon leicht spürbaren kühleren Temperaturen machen den Hesselbachern nun Hoffnung. Spätestens am Wochenende soll er da sein, der Frost - und mit ihm vielleicht auch ein bisschen Neuschnee. Als Unterstützung für die Kunstschnee-Produktion wäre das eine feine Sache.

„Im Moment“, so beschreibt Günter Gerhardt die Situation, „sieht der Hang etwas gescheckt aus.“ Ins bräunliche Grün der Wiese mischen sich hier und da ein paar übrig gebliebene weiße Reste der Schnee-Produktion aus dem alten Jahr.

Neben der Schneebelieferung wartet auch die „Hütten-Crew“ der Banfetaler auf Arbeit. Der Glühwein soll dampfen, wenn es denn noch was werden soll mit einem versöhnlichen Winter-Zauber auf dem Hesselbacher Gletscher. Nach dem Wedeln ein heißer Schluck - vielleicht wird ja noch was draus im Januar.

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