„Hangfliegen“ im Weserbergland

Schameder..  Die Segelflieger Felix Nölling, André Wust, Enrico Kramer und Jan-Ulrich Schweitzer vom Luftsportverein Schameder-Wittgenstein haben im Wiehengebirge (Weserbergland) die Gelegenheit genutzt, das so genannte „Hangfliegen“ in die Tat umzusetzen. Unter bestimmten meteorologischen Bedingungen kann diese Art des Segelfliegens dort realisiert werden.

Vom Startplatz Porta Westfalica ging es per Windenstart auf 300 bis 350 Meter Höhe – auf den Kamm des sich durch den Südwesten Niedersachsens und Nordosten Nordrhein-Westfalens erstreckende Mittelgebirges. Bei südwestlichem, möglichst kräftig blasendem Wind (mindestens 20 bis 25km/h) kann dann im Hangwind fast das gesamte, sich über 100 Kilometer erstreckende Gebirge, abgeflogen werden.

Hangwind entsteht dann, wenn Wind auf der Luvseite des Berghanges zu einer aufsteigenden Luftbewegung führt – vergleichbar mit einem Stein im Flussbett, vor dem sich eine Welle aufbäumt.

Diese Aufwinde reichen teilweise doppelt so hoch wie das eigentliche Hindernis – in diesem Fall das Wiehengebirge. Im Gegensatz zum thermischen Kreisen unter einer Wolke kann im Hangwind viel Strecke im Geradeausflug „gemacht“ werden. Dies nutzten auch die Piloten des FSV und erflogen an nur einem Tag Strecken von mehr als 300 Kilometern, ohne dabei einen einzigen Kreis zu fliegen.

Zwar müssen mit den Flugzeuganhängern quer durch das Sauerland lange Fahrtwege von mehr als zwei Stunden in Kauf genommen werden, doch 6:30 Stunden reiner Segelflug mit tollem Ausblick auf das Gebirge und z.B. auch das berühmte Kaiser-Wilhelm-Denkmal sind der Lohn für das frühe Aufstehen und die lange Anreise.

Während die einen in der Luft waren, drückten die anderen die Prüfungsbank. Die Ultraleicht-Flugzeug-Schüler Sven Christian Siedenbiedel sowie Sebastian und Stella Freudenberg absolvierten die Theorieprüfung erfolgreich und werden im Frühjahr ihre Ausbildung abschließen.

St. Nikolaus auf dem Luftweg

Dass Segelflieger auch „gut zu Fuß“ sind, bewiesen sie bei ihrer traditionellen Wanderung, die 48 Wanderfreunde vom Flugplatzgelände in Schameder aus in Richtung Rhein-Weser-Turm unternahmen. Nach einer Stärkung dort ging es mit dem Planwagen zurück ins Wittgensteiner Land.

Für den Winter wurden die ersten Flugzeuge in die Werkstatt geschoben, um dort fachgerecht durch speziell ausgebildete Vereinsmitglieder gewartet zu werden.

Doch zuerst freuen sich die ganz jungen und (vielleicht) zukünftigen Flieger, denn am Samstag kommt der Nikolaus auf den Flugplatz – vielleicht ja sogar auf dem Luftweg.

 

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