Ferndorfer Reserve überholt den RSV

Bernd Großmann

Eiserfeld/Ferndorf.  Positionswechsel in der Handball-Verbandsliga zwischen den beiden heimischen Vertretern. Ferndorfs TuS-Reserve machte mit dem klaren Auswärtssieg in Hamm einen Sprung auf Rang sieben und liegt damit direkt vom dem RSV Eiserfeld, der daheim hauchdünn gegen Hattingen unterlag.

ASV Hamm II - TuS Ferndorf II 26:33 (17:14). Das Duell zweier Teams mit enorm hoher Youngster-Dichte verlief in zwei Etappen. Bis zur 34. Minute durften die Hammer Talente auf eine Revanche und einen optimalen Einstieg ihres neuen Trainers Reinhard Zimmer, der Heiko Schumann abgelöst hatte, setzen. Sie hatten ihre durchaus verdiente Pausenführung nämlich mit zwei allerdings glücklich zustande gekommenen Treffern auf 19:14 ausgebaut, wirkten gedanklich schneller und beweglicher. „Wir waren bis dahin einfach nicht präsent, haben nicht schnell genug verschoben“, war TuS-Trainer Michael Lerscht vor allem mit der Defensivarbeit unzufrieden. Das sollte sich jedoch im weiteren Verlauf grundlegend ändern.

Insbesondere Michel Sorg wurde nun zum Dreh- und Angelpunkt der nun weitaus zielstrebiger vorgetragenen Angriffe, so dass die ASV-Zweite kaum noch zu einfachen Kontertoren kam. Die A-Jugendlichen Keusgen und Benger stabilisierten den Innenblock und erhöhten zudem mit ihrer Robustheit die körperlichen Vorteile der Siegerländer, die weiter aufs Tempo drückten und gegen die knapp besetzten Hammer erfolgreich auf deren Kräfteverschleiß setzten.

Da neben Sorg auch Kevin John mit hoher Treffsicherheit aufwartete, war die zum 20:22 eroberte Führung schon vorentscheidend, auch wenn erst nach dem 24:27 der ASV-Widerstand endgültig gebrochen war.

ASV-Tore: Jungemann (6), Hoeft (6), Osthaus (4), Zyska (4), Schittek (3), Hülsbusch (3/3). - TuS II: Wellen, Broszinski; Sorg (12/5), John (8), Keusgen (4), Ronge (3), Reuter (3) Benger (3), Walter, Dröge, Reh, Markowski, F. Schneider.

Hauchdünn

RSV Eiserfeld – TuS Hattingen 25:26 (14:14). Wieder mal ein hauchdünnes und relativ torarmes Match des RSV, der wie befürchtet ohne den in Serbien aufs sein Jahresvisum wartenden Milos Grujicic antreten musste. Für ihn rückten Johannes Hochreuther, der später auch im Spielaufbau eingesetzt wurde und eine starke Partie bot, und Reservist Marc Phillip an den Kreis.

Zunächst schien es, als würden die überraschend mit einer einsatzfreudigen 6:0-Abwehr operierenden Hattinger die Hausherren überrennen, denn nach 13 Minuten hatten sie mit ihrem Konterspiel schon einen 9;5-Vorsprung gegen die stabilste Deckung der Liga herausgeworfen. RSV-Coach Gojko Krcmar nahm daraufhin eine Auszeit und ordnete seine Reihen neu, was sich als durchaus effektiv erwies. Zum 9:10 (20.) war sein Team wieder auf Tuchfühlung, ging sogar mit 14:13 in Front, vergab dann aber durch einen überhastet abgeschlossenen Gegenstoß eine Pausenführung. Auch die zweite Hälfte sah zwei Teams auf Augenhöhe, die den Zuschauern ein rassiges und gutklassiges Spiel boten.

Eiserfeld machte jetzt kaum noch technische Fehler, kombiniert geduldig und warf erst, wenn sich eine Lücke auftat. Einem eigenen, hart erkämpften Treffer folgte aber allzu oft über die von Grossmann und Vollstrecker Jäger perfekt inszenierte Schnelle Mitte. Entsetzt verfolgte Krcmar auf der Bank, dass seine Schützlinge einfach kein Mittel gegen diese Überfallangriff fand. Der für Steffen Hauschild im rechten Rückraum eingesetzte Sebastian Nies sorgte zwar für das 20:19 (50.), doch der TuS glich nur Sekunden später aus, verbuchte ins gesamt neun Treffer im direkten Gegenstoß über den Anwurfkreis.

Auch der 25:25-Ausgleich durch Hochreuthers Siebenmeter-Tor wurde postwendend beantwortet. Die Schlussminute war an Dramatik kaum zu überbieten. Erst verhinderte Keeper Hilmar Gudmundsson die Entscheidung, eilte dann mit in den Angriff und kam völlig frei zum Wurf, jagte die Kugel aber an den Pfosten. Der Rest war Hattinger Jubel pur und hängende Köpfe beim insgesamt dennoch überzeugenden RSV.

RSV: Dickel, Gudmundsson; Hochreuther (7/3), F. Krause (6), Nies (4), J. Krause (3), Hauschild (2), Meyer (1), Phillip (1), Wagener (1), Daub. - TuS-Tore: Jäger (7), Grossmann (5/1), Dobrodt (4), Schmitz (4), Schimm (3), Klinker (1), Pospiech (1), Kuhnhenn (1).