Ferndorf II stößt Schalke vom Thron

Verbandsliga

FC Schalke 04 - TuS Ferndorf II 32:32 (16:18). Ferndorfs Trainer Michael Feldmann war nach dem ersten Auswärtspunkt in dieser Saison und dem Sturz des Tabellenführers voll des Lobes: „Die Mannschaft hat überragend gekämpft und sich das Glück in der Schlussphase durch die 55 starken Minuten zuvor auch verdient.“

Feldmanns Plan, schnelle Schalker Gegentore über die erste Welle zu vermeiden, ging zunächst auf, „weil wir überragend Abwehr gespielt haben.“ Als auch der Angriff nach dem Stotterstart auf Touren kam, übernahm der Außenseiter nach dem 11:11 das Kommando. Der eingewechselte Fabian Paul und die Sorg-Brüder Michel und Leon setzten die Akzente, Torwart Richard Meinicke wehrte gleich zwei Siebenmeter von Rosen Kolev ab. Bis auf 18:15 zog Ferndorf weg, lag zur Pause noch mit 18:16 vorne und hielt dieses hohe Niveau bis zum 21:18 (34.).

„Dann haben wir durch einige Fehler Schalke ins Spiel zurück gebracht“, sagte Feldmann, dessen junges Team jetzt dem Schalker Angriffswirbel wenig entgegenzusetzen und beim 23:26 (45.) die vierte Niederlage im vierten Auswärtsspiel vor Augen hatte. Hentschels Doppelpack bedeutete nach 57 Minuten das 32:29 für die Gelsenkirchener, die aber nicht mit dem reaktivierten Ferndorfer Kampfgeist im spannenden Finale gerechnet hatten. Der 14-fache Torschütze Michel Sorg (2) und Linus Michel schafften tatsächlich das 32:32. Da waren noch sieben Sekunden zu spielen. Schalke nahm die Auszeit, brachte einen zusätzlichen Feldspieler, holte auch einen Siebenmeter heraus, doch Teufelskerl Richard Meinike parierte in der Schlusssekunde den Wurf von Felix Busjan.

TuS II: Keuper, Meinicke - L. Michel (1), Weigelt, Schmidt, Held, M. Sorg (14/5), F. Schneider (1), Dischereit, M. Michel (2), L. Sorg (6), Haupt (2), Pfeil (2), Paul (4).

Frauen-Oberliga

TSV Oerlinghausen - TVE Netphen 31:26 (16:14). Das klare Endergebnis täuschte gewaltig, denn die Netpherinnen waren 50 Minuten lang absolut gleichwertig. Nach dem 26:26-Ausgleich durch Elena Sturm ging aber nichts mehr. Da wurden wie so oft zuvor Gegenstöße verbaselt oder der Pfosten anvisiert, konnte der bisherige Tabellenletzte zudem zweimal in Überzahl die entscheidende 5:0-Serie ansetzen. „Das war bitter, denn es sah über weite Strecken gut für uns aus, auch wenn wir im Rückraum große Probleme hatten“, schilderte Trainer Matthias Hoffmann.

Hannah Kania schmerzlich vermisst

Torjägerin Hannah Kania wurde schmerzlich vermisst, denn Kathi Horbruegger kam diesmal nicht so gut zurecht, hatte nur kurz nach der Pause eine gute Phase. Stark spielten die auf dem linken Flügel eingesetzte Janina Tauras und die an den Kreis beorderte Yasemin Batgün auf. Auch Rechtsaußen Asgis Gundmundsdottir hatten ihren Anteil daran, dass der TVE mit 9:5 in Führung ging. Wettringen drehte das Match aber binnen sieben Minuten zum 11:9. Ähnlich wechselhaft verlief die zweite Hälfte. Aus einem 21:18 für die Gastgeberinnen machten Tauras und Gudmundsdottir ein 21:23 (41.), aber dieser Zwischenspurt hatte offenbar zu viel Kraft gekostet. „Jetzt müssen wir unbedingt gegen Coesfeld gewinnen“, blickt Hoffmann schon auf das nächste Kellerduell.

TVE: S. Gros, Schweisfurth - Batgün (6), Tauras (6), Horgruegger (4), Gudmundsdottir (4), Welsch (3), Sturm (2/1), Luft (1), C. Kania, Schaffarczyk.

Frauen-Verbandsliga

ETSV Witten - RSVE Siegen 30:27 (18:15). Tapfer gekämpft und lange dagegengehalten, aber keine Früchte geerntet – den RSVE-Spielerinnen erging es ähnlich wie zuletzt gegen Riemke. „Wir hatten in der Endphase mehrfach die Gelegenheit, den Ausgleich zu erzielen“, ärgerte sich Trainer Stephan Wied, dass die nach dem 20:25 (46.) einsetzende Aufholjagd in den entscheidenden Momenten ertraglos lieb. Dabei begann der RSVE so vielversprechend. In den ersten 20 Minuten funktionierte die Deckung, wurde im Angriff mit Konzept und Übersicht gespielt. Bis zum 13:11 lagen die Siegerländerinnen stets vorne, kassierten dann aber vier Gegentore am Stück. Die von Rüwald (7/1) und Kuhnert (5) angetriebenen Wittenerinnen nutzten die zu späten Attacken der RSVE-Abwehr aus, hatten aber ihrerseits nach dem 25:20 einen Durchhänger.

„Wir haben prima gekämpft und mannschaftlich geschlossen agiert. Am Ende haben uns auch ein paar strittige Schiedsrichterentscheidungen zurückgeworfen“, resümierte Wied.

RSVE: Sonneborn, Weil - Reusch (7/4), Setzer (5), Pletz (3), Müller-Lechtenfeld (3), Scheben (2), Kunz (2), Otten (2), Daub (2), Alonso (1), Möller, Weinert.

 
 

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