Einbruch am Barren kostet den Sieg

Biedenkopf..  Es war der prognostizierte Kampf auf Augenhöhe. Nach Gerätpunkten lag die KTV Obere Lahn in der Turnbundesliga sogar mit 7:5 gegen den SC Cottbus vorn, verlor aber dennoch den zweiten Heimwettkampf, weil die Lausitzer nach Score Points mit 36:33 vorne lagen. Der Rekordmeister SC Cottbus machte am vierten Bundesliga-Wettkampftag in der Sporthalle der Biedenkopfer Lahntalschule einen entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt, die KTV Obere Lahn nicht.

Likhovitskiy turnte angeschlagen

Dabei standen die Zeichen für die Turner aus Niederlaasphe, Biedenkopf, Wallau und Weifenbach gar nicht so schlecht, hatte man doch eine Woche zuvor in der Begegnung mit der KTG Heidelberg die bisher beste Saisonleistung abgeliefert und die ersten Punkte eingefahren. Gehandicapt in den Heimwettkampf gehen musste allerdings Biedenkopfs Publikumsliebling Andrey Likhovitskiy, der am Samstagmorgen über Achillessehnenbeschwerden klagte und nur an Pferd, Barren und Reck eingesetzt werden konnte.

Neuzugang Mikhail Kudashov, der eigentlich nur für Ringe und Sprung vorgesehen war, zeigte als Vertreter eine bemerkenswerte Boden-Übung und startete mit einem 0:0 gegen Nationalturner Christopher Jursch (SC). Beide Turner beeindruckten als Höhepunkt ihrer Übungen mit dem Salto rückwärts gestreckt mit zweieinhalbfacher Schraube und erhielten dafür 13,90 Punkte. Mehr holte nur der ukrainische Nationalturner Oleksandr Suprun, der die Gäste mit drei Punkten in Führung brachte.

Gauch punktet, patzt aber auch

Die währte allerdings nicht lange, da Lasse Gauch unter dem Jubel der rund 800 Besucher gegen Devin Woitalla nicht nur gegenhalten konnte, sondern 4 Score Points für die Gastgeber holte. Ein kleiner Hopser von Jakob Paulicks bei seiner Finalbahn brachte allerdings die Lausitzer mit 6:4 wieder in Führung. Nicht ganz freiwillig war die Unterbrechung, die Lasse Gauch nach einem Absteiger am zweiten Gerät, dem Pferd in Kauf nehmen musste. Alle anderen KTV-Turner blieben jedoch fest „im Sattel“ und gewannen diese Gerätewertung mit 8:4 Punkten.

Ausgeglichenheit an den Ringen

Ausgeglichen mit 7:7 endete der Vergleich an den Ringen, wo Mikhail Kudashov (KTV) für seine anspruchsvolle Übung mit Doppelsalto und doppelter Schraube 15,00 Punkte erhielt. Mit einer Führung von 19:17 ging die KTV Obere Lahn in die Pause und freute sich zum Auftakt der zweiten Runde beim Sprung mit 6:5 über einen weiteren Geräteerfolg.

Am Barren kippte der Wettkampf zugunsten der Lausitzer. „An diesem Gerät sind wir richtig eingebrochen“, so KTV-Trainer Albert Wiemers in seiner Analyse. Thore Gauch musste nach einer unsicheren Landung die Matte verlassen, Andrey Likhovitskiy stürzte nach einer Klasseübung beim Abgang, Nick Klessing ließ mit einer vergrätschten Barrenübung ebenfalls Punkte liegen. Lediglich Fabian Lotz zeigte Nervenstärke und holte beim 3:11 an diesem Gerät die einzigen Score-Points. Trotz guter Leistungen am Reck, das man mit 5:3 gewinnen konnte, reichte es nicht mehr zum Gesamterfolg.

Mit weiter zwei Punkten geht das Wiemers-Team punktgleich mit der KTG Heidelberg auf dem 6. Platz der Bundesliga in die Sommerpause. Ohne zählbaren Erfolg rangiert dahinter nur noch der TSV Monheim, bei dem die Hessen am 7. November antreten.

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